Comeback Kid "Heavy Steps"

Review Comeback Kid – Heavy Steps

Alle Hardcore-Kids haben wieder einen Grund zur Freude: Die neue COMEBACK KID-Platte „Heavy Steps“ steht vier Jahre nach „Outsiders“ endlich bereit. Seit eh und je bedeutet dies ein Feuerwerk der guten Laune, wenn auch stets mit Qualitätsschwankungen: So war der direkte Vorgänger eher im stabilen Durchschnitt anzusiedeln, während mit „Wake The Dead“ (2005) und dem über allem stehenden „Symptoms + Cures“ (2010) zwei der besten Hardcore-Platten aller Zeiten abgeliefert wurden. Wo wird sich also die neueste LP der Kanadier in ihrer Diskografie einordnen?

Die vorab veröffentlichten Singles ließen zumindest Gutes erahnen: Der Titeltrack „Heavy Steps“ sowie „No Easy Way Out“, die auch das Album eröffnen, gehen geradewegs auf die Zwölf. Knackige Bass-Lines, schnelle Riff-Salven sowie eine Menge an Gang-Shouts und Mitgröl-Parts liefern die ideale Kombination, um Pits zum Kochen und Stimmbänder zum Kapitulieren zu bringen. Auch das etwas drückendere „Crossed“, dem niemand geringeres als Gojiras Joe Duplantier einen Gastpart beisteuern durfte, schlägt in dieselbe Kerbe.

Und damit ist die Geschichte im Großen und Ganzen auch schon erzählt: COMEBACK KID nehmen den Fuß zu keinem Zeitpunkt vom Gaspedal. Ihre Riffs wirken wie Peitschen, die eine moshwütige Meute ohne Verschnaufpause antreiben werden. Andrew Neufelds eingängige Shouts sorgen, wie es immer war, für den einen oder anderen Ohrwurm. Doch obwohl alles beim Alten geblieben ist, zünden die Tracks der Nordamerikaner wie seit besagtem „Symptoms + Cures“ nicht mehr.

Klar, ihr Referenzwerk wird auch mit „Heavy Steps“ nicht übertroffen – dafür fehlt es insgesamt etwas an Abwechslung und Übersongs wie „Get Alone“ oder „G.M. Vincent & I“. Doch beweisen COMEBACK KID mit Tracks wie „Everything Relates“, „Shadow Of Doubt” oder „Standstill”, weshalb sie aus der Hardcore-Szene nicht mehr wegzudenken sind: Zuerst genanntes ist der wohl melodischste Track der Platte, überzeugt mit einem tollen Refrain und einer rührenden Nebengeschichte: Mit Gastsänger JJ Peters (Deez Nuts) und einer aufgegriffenen Bass-Line des Deez Nuts-Tracks „Binge & Purgatory“, ehren COMEBACK KID ihren verstorbenen Freund Sean Kennedy, der bis zu seinem Tod Bassist der australischen Genrekollegen war.

„Shadow Of Doubt“ sticht mit seinen thrashigen Strophen und einem so simplen, wie einprägenden Chorus-Riff hervor. Währenddessen halten COMEBACK KID auf „Standstill“ den Thrash-Anteil aufrecht, koppelt dies mit der Melodie eines „Everything Relates“ und runden das Ganze mit einem flinken Solo ab – geht geschmeidig ins Ohr und macht Freude.

Und genau diese positiven Vibes, die COMEBACK KID mit ihrer Musik versprühen, machen „Heavy Steps“ zu einer Platte, die man gerne wieder hört. Musikalisch werden keine Bäume ausgerissen, Innovation findet man vergeblich, aber die Coolness und Unbeschwertheit der Kanadier schäumt nach zwei stellenweise durchwachsenen Alben nun wieder über. Und diese durch Musik vermittelte Lebensfreude ist der Grund, weshalb man COMEBACK KIDs siebte Full-Length in ihrer Diskografie direkt hinter die zwei zu Beginn erwähnten Meilensteine des 2000er-Hardcores einordnen kann.

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Wertung: 7.5 / 10

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