CD-Review: Converge - The Dusk In Us

November 2017

Besetzung

Jacob Bannon – Gesang
Kurt Ballou – Gitarre
Nate Newton – Bass
Ben Koller – Schlagzeug

Tracklist

01. A Single Tear
02. Eye Of The Quarrel
03. Under Duress
04. Arkhipov Calm
05. I Can Tell You About Pain
06. The Dusk In Us
07. Wildlife
08. Murk & Marrow
09. Trigger
10. Broken By Light
11. Cannibals
12. Thousands Of Miles Between Us
13. Reptilian


CONVERGE haben seit ihrer Gründung 1990 noch kein einziges schlechtes Album veröffentlicht. Sei es das ungezügelte, punkig-thrashige „Petitioning The Empty Sky“, ihr emotionales Hardcore-Meisterwerk „Jane Doe“ oder das eingängigere, dabei jedoch nicht weniger intensive „All We Love We Leave Behind“: Die vier Musiker aus Boston spielen in einer ganz eigenen Liga. Mit „The Dusk In Us“ legen CONVERGE ihr neuntes Album vor. Darauf vereinen sie alle Trademarks ihrer bisherigen Diskografie und erzeugen dennoch ein eigenständiges, umwerfendes Stück Musik.

„A Single Tear“ macht keine Gefangenen und eröffnet „The Dusk In Us“ melodisch-aggressiv. Gleichzeitig spielen die vier Musiker mit Dynamiken und lassen Raum für ruhigere, fast schon zerbrechliche Momente. Bereits zu Beginn zeigt sich, dass Jacob Bannons brachiales Geschrei sowie sein Gesang zunehmend deutlicher verständlich sind und er stark an letzterem gearbeitet hat. Textlich legen CONVERGE nach wie vor die emotionale Verletzlichkeit in persönlichen sowie gesellschaftlichen Kämpfen schonungslos offen.

Musikalisch präsentieren sich CONVERGE auf „The Dusk In Us“ so facettenreich wie noch nie. Neben dem chaotisch-punkigen „Eye Of The Quarrel“ steht der groovende Bass in „Trigger“, der gemeinsam mit sägenden Gitarren wie eine mutierte Blues-Variation klingt. Das sludgeige „Under Duress“ wird von der Hardcore-Thrash-Brechstange „Broken By Light“ komplementiert. Die darin aufblitzenden, eindeutig von Kerry King beeinflusste Gitarrensoli sind ein absolut organischer Teil der Nummer. Die minimalen Längen in einigen Songs, wie beispielsweise in „Murk & Marrow“, fallen aufgrund des überwältigenden Gesamteindrucks kaum auf.

Sowohl das mehr als siebenminütige Titelstück als auch das sehnsüchtige „Thousands Of Miles Between Us“ heben die Einflüsse von Jacob Bannons Soloprojekt „Wear Your Wounds“ hervor. Beide Stücke baden in purer Melancholie zwischen geflüstertem und emotionalem Clean-Gesang. Alle Lieder auf „The Dusk In Us“, egal ob laut oder leise, ob chaotisch oder straight, ob brutal oder verletzt, werden von der perfekten Produktion von Gitarrist Kurt Ballou veredelt. Schließlich verbinden CONVERGE alle genannten Stile im finalen „Reptilian“ schlüssig miteinander und brennen „The Dusk In Us“ zum Abschluss rabiat nieder.

„The Dusk In Us“ ist unverkennbar CONVERGE, ohne dass die Band stillstehen würde. Die vier Musiker aus Boston können einfach nicht enttäuschen, klingen wie keine andere Band und sind auch nach 27 Jahren immer noch die absolute Speerspitze des Genres.

Bewertung: 9 / 10

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