CD-Review: Cradle Of Filth - Hammer Of The Witches

Besetzung

Dani Filth – Gesang
Richard Shaw – Gitarre
Ashok – Gitarre
Daniel Firth – Bass
Martin Skaroupa – Schlagzeug
Lindsay Schoolcraft – Keyboard, Gesang

Tracklist

01. Walpurgis Eve
02. Yours Immortally
03. Enshrined In Crematoria
04. Deflowering The Maidenhead, Displeasuring The Goddess
05. Blackest Magick In Practice
06. The Monstrous Sabbat (Summoning The Coven)
07. Hammer Of The Witches
08. Right Wing Of The Garden Triptych
09. The Vampire At My Side
10. Onward Christian Soldiers
11. Blooding The Hounds Of Hell


Drei Jahre ist es her, dass uns die berühmt-berüchtigten Dunkelmetaller von CRADLE OF FILTH mit „The Manticore And Other Horrors“ mit einem neuen Longplayer versorgt haben. Eine ungewöhnlich lange Wartezeit, war die Band doch seit jeher dafür bekannt, konstant alle zwei Jahre ein Album zu veröffentlichen. Band-typischer sind hingegen die Veränderungen im Line-Up – diesmal wurden Gitarren und Keyboard neu besetzt –, die bei CRADLE OF FILTH ja schon immer gang und gäbe sind. Doch gerade dieses Ein- und Ausgehen von begabten Künstlern ist vermutlich der Grund dafür, dass die Musik der Truppe um Gründer und Frontmann Dani Filth niemals im kreativen Stillstand versinkt.

Das neue Opus von CRADLE OF FILTH, „Hammer Of The Witches“, beginnt wie gewohnt mit einem kurzen Intro. Piano, Chöre und eine einzelne Geige sorgen für eine düstere, dramatische Stimmung. Dann prescht der feierlich-kämpferische Up-Tempo-Opener „Yours Immortally“ gleich so richtig nach vorne los und gibt einen ersten Eindruck von dem, was noch kommt, ohne dabei zu viel vorweg zu nehmen: Eine abwechslungsreiche Mischung aus Black- und Thrash-Metal-Riffing mit vereinzelten Death-Metal-Anleihen, abgerundet mit einfallsreichen Twin-Guitar-Leads, die ein wenig an „Cruelty And The Beast“ erinnern, was vor allem Fans der alten Tage erfreuen dürfte. Das Schlagzeug profiliert sich durch massig Double-Bass und Blast-Beats, wird aber in ruhigen Momenten entsprechend zurückhaltend gespielt, sodass es nie eintönig wird.
Natürlich kommen auch auf diesem CRADLE-OF-FILTH-Album die Keyboards nicht zu kurz, die, mal majestätisch, mal dunkel-geheimnisvoll, dann wiederum tragisch, stets die passende Atmosphäre kreieren, ohne dabei zu pompös oder aufdringlich zu sein. Über all dem thronen die markanten Screams von Dani Filth, an denen sich seit „Nymphetamine“ kaum etwas geändert hat. Das hohe Screaming kratzt manchmal leider an der Grenze zur Peinlichkeit, die mittelhohen und tiefen sind dafür richtig wohlklingend. Zwar wird nun wieder wesentlich mehr gutturaler Gesang eingesetzt als auf dem Vorgängeralbum, doch es wird auch auf Klargesang und Flüstern zurückgegriffen. Neben den Vocals ist auch die Produktion seit „Nymphetamine“ praktisch dieselbe, sehr modern und ausgeglichen, aber ein bisschen zu perfekt. Wenigstens kann sich so auch der Bass hervortun, vor allem in den ruhigeren Momenten, wenn die E-Gitarren aussetzen.
Neben dem erhöhten Einsatz einer einzelnen Lead-Geige („Right Wing Of The Garden Tryptych“ & „Blackest Magick In Practice“) stellen auch die Gitarrensoli, welche bisher bei CRADLE OF FILTH nur eher sporadisch vorkamen, eine Neuerung dar. Während ebenjenes auf „Enshrined In Crematoria“ ein wenig unpassend wirkt, fügen sich diese auf den meisten anderen Tracks ziemlich gut ins Gesamtbild ein und tragen zusammen mit den Twin-Guitar-Leads dazu bei, dass CRADLE OF FILTH selbst nach einer so langen Bandgeschichte immer noch unverbraucht und kreativ klingen. Die meisten Songs bewegen sich im Up-Tempo-Bereich und brechen regelrecht über den Hörer hinein, doch es wird auch hin und wieder das Tempo gedrosselt, sodass es nie an Abwechslung fehlt. Beispiele für solche Verschnaufpausen sind das größtenteils bedächtige, sehnsüchtige „Blackest Magic In Practice“ und die drei kurzen, instrumentalen Interludes. Die Texte sind in typischer CRADLE-Manier überaus imposant formuliert und verfolgen das Konzept einer umgekehrten Hexenjagd, wozu auch das kunstvolle Artwork und der Albumtitel gut passen.

CRADLE OF FILTH haben mit „Hammer Of The Witches“ ein eindrucksvolles Album geschaffen, auf dem einige Stilelemente der früheren Alben wieder aufgegriffen werden, ohne dabei auf die Fortschritte der neueren Werke zu verzichten. Zwar kann es in puncto Atmosphäre nicht ganz an die Frühwerke heranreichen, doch es handelt sich hierbei eindeutig um eines ihrer besseren Alben, das sich vor allem durch Ideenreichtum auszeichnet und wieder etwas längere Songstrukturen aufweist als der Vorgänger.

Bewertung: 8.5 / 10

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