CD-Review: Ice Nine Kills - Undead & Unplugged: Live From The Overlook Hotel (EP)

Besetzung

Spencer Charnas - Gesang
Dan Sugarman - Gitarre, Gesang
Ricky Armellino - Gitarre
Joe Occhiuti - Bass
Patrick Galante - Cajon

Tracklist

01. SAVAGES
02. Thank God It's Friday
03. A Grave Mistake
04. Love Bites
05. Enjoy Your Slay


Wie gut Horror und Metal zusammenpassen, weiß man bereits seit langer Zeit. Während es Größen wie Rob Zombie oder Alice Cooper schon vor Jahrzehnten unter Beweis gestellt haben, haben ICE NINE KILLS im September 2018 mit „The Silver Scream“ ein musikalisch wie konzeptuell beeindruckendes Album herausgebracht, in dem die Amerikaner ihre Lieblingshorrorfilme vertont haben. Nun, zum 40. Geburtstag der Verfilmung des Stephen-King-Klassikers „The Shining“, veröffentlicht das Sextett (live als Quintett ohne Gitarrist Justin DeBlieck unterwegs) eine Live-Acoustic-EP, die – wie könnte es bei so viel Perfektionismus anders sein – im Stanley Hotel in Colorado, das dem weltbekannten Autor als Inspiration zu seinem Meisterwerk diente, aufgenommen wurde.

Bei dem nur fünf Stücke beinhaltenden Set traf die Band eine Auswahl aus Titeln des erwähnten Erfolgsalbums. Enthalten ist dabei logischerweise das „The Shining“ gewidmete „Enjoy Your Slay“. Darüber hinaus dürfen sich die Fans auf Unplugged-Versionen von „SAVAGES“ („The Texas Chainsaw Massacre“), „Thank God It’s Friday“ („Freitag der 13.“), „A Grave Mistake“ („The Crow”) und „Love Bites” (“American Werewolf In London”) freuen. Auf den ersten Blick ist diese Auswahl etwas überraschend, haben sich da doch eher ein paar der schwächeren Tracks der Platte eingeschlichen.

Doch leisten ICE NINE KILLS bei der akustischen Interpretation aller fünf Titel tolle Arbeit. Mit „SAVAGES“ stellen die Jungs aus Boston das Original regelrecht in den Schatten – gerade Ricky Armellino an der Lead-Gitarre gelingt es, die Melodie im Gegensatz zur relativ simplen Studioversion in den Vordergrund zu stellen. Auch Sänger Spencer Charnas schöpft sein breites Gesangsspektrum voll aus, wodurch den Songs auch ohne den gutturalen Gesang genug Energie verliehen wird.

Obwohl die Aggressivität mancher Songs – die auf „The Silver Scream“ wunderbar die Brutalität mancher Filme widerspiegelte – durch den Verzicht auf verzerrte Gitarren und Screams durchweg verloren geht, punkten ICE NINE KILLS auf „Undead & Unplugged“ vor allem mit ihrer Vielseitigkeit. Auf „Thank God It’s Friday“ versprühen die Metalcoreler mit gezielt eingesetzten Basslines zumindest für etwas Horrorfilm-Atmosphäre und das akustisch vertonte Solo auf „A Grave Mistake“ funktioniert ebenfalls bestens.

So würdigen ICE NINE KILLS mit ihrer ersten Live-Veröffentlichung nicht nur das Jubiläum von „The Shining“, sondern schenken ihren Fans auch ein kleines Schmankerl, während diese geduldig auf das nächste Studioalbum warten. „Undead & Unplugged“ ist musikalisch wunderbar umgesetzt, die Live-Perfomance lässt nichts zu wünschen übrig und die Song-Auswahl ist nach dem ersten Hören auch nachvollziehbar. Fans der Band sollten sich diese EP daher nicht entgehen lassen.

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