Review Immolation – Descent

  • Label: Nuclear Blast
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Death Metal

IMMOLATION sind eine der dienstältesten Instanzen im Death Metal. Noch vor Größen wie HYPOCRISY oder ARCH ENEMY, hat sich die Band aus New York schon einige Spuren verdient. In fast vier Dekaden der Existenz, hat die Band dabei jedem Trend und jedweden groben Bruchs in Richtung Kommerz widerstanden. Für eingefleischte Fans des Death Metal Genres sind und war das Quartett schon immer eine verlässliche Bank. Dass das auch so bleiben soll, unterstreicht die Band zum derweil zwölften Mal.

Das neue Studioalbum von IMMOLATION wird von „These Vengeful Winds“ eröffnet. Der Song walzt zuerst in bester Manier drauf los. Die Gitarren von Robert Vigna und Alex Bouks sind schneidend und trotzdem transparent. Drummer Steve Shalaty prügelt sich im richtigen Maße zwischen Groove und Raserei durch den Song, während Ross Dolan nichts von der Kraft seiner tiefen Growls verloren hat. In Sachen Harmonien ist der Einstieg von „Descent“ zudem überaus düster geraten.

Dass die Formation jedoch nicht existiert, um durch überbordernde Melodie auf sich aufmerksam zu machen, zeigt schon das folgende „The Ephemeral Curse“. Der Song schmettert mit aller Gewalt aus den Lautsprechern, bleibt dabei jedoch wendig genug um die hohe Geschwindigkeit und das konventionelle Songwriting gut abzufedern. Für die Dynamik ist dann ein Track wie „God’s Last Breath“ umso wichtiger. Denn nicht nur deeskaliert das Stück in Sachen Tempo sehr punktgenau, ganz nebenbei serviert die Nummer auch noch angenehme BEHEMOTH-Vibes.

Schön bei IMMOLATION und „Descent“ ist auch das Bewusstsein, wie wichtig zumindest unterschwellige Melodiösität bei genregetreuen Death-Metal-Platten ist. „Attrition“ wird dem mit seinem satten Groove und diffuser Düsternis mehr als gerecht, während „Ascent“ im späteren Verlauf in fast schon zyklischer Bewegung mit Blastbeats und surrendem Riffing keine Gefangenen macht. Leichte aber stimmige Soli schaffen zwischendrin einen kleinen Kontrast.

Der Schluss- und zugleich Titeltrack „Descent“ liefert dann den perfekten Brennglas-Effekt. Zwischen brachialer Wut und tighten Groove-Parts findet sich ein rasantes Solo, eingefügt in einen so konventionellen wie treffsicheren Titel. Dass alles niederreißende Drumming, die fiesen Gitarrenläufe und Ross Dolans‘ nach wie vor extrem sauber vorgetragenen Vocals, öffnen umwunden von tollen Lead-Melodien im wahrsten Sinne den Abgrund, in dem die Band nach 41 kompakten Minuten wieder verschwinden.

In zwei Jahren werden IMMOLATION 40 Jahre alt. Nach einer so langen Zeit keinerlei Zweifel am eigenen Kurs zu lassen, ist gerade in Zeiten in denen ARCH ENEMY oder AMON AMARTH sich für die großen Bühnen von sich selbst entfernt haben, absolut wohltuend. „Descent“ ist dabei nicht das Zeugnis einer Neuerfindung, es ist auch nicht sonderlich innovativ. Aber es ist brachial, im richtigen Maße technisch und trotz sehr sauberer Produktion authentisch. Was kann man als Genre-Fan nach fast vier Jahrzehnten mit IMMOLATION eigentlich mehr wollen?

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Wertung: 8 / 10

Philipp Sorger

Publiziert am von

4 Kommentare zu “Immolation – Descent

  1. Hey Philipp, warum vergleichst du Immolation in der Rezi immer mit Arch Enemy oder Hypochrisy und Amon Amarth? Diese Bands haben stilistisch doch kaum etwas mit Immolation gemein und eignen sich nur bedingt als Orientierung. Oder geht es dir um den kommerziellen bzw. populären Erfolg?

    1. Heyho,

      ja im Endeffekt geht es darum anzuzeigen, wie es geht einfach sein Ding durchzuziehen und dabei authentisch zu bleiben. :)

      Liebe Grüße
      Philipp | M1

      1. Ah, verstehe. Hab beim Lesen der Rezi versucht, die genannten Bands in einen Topf zu bekommen, aber es hat musikalisch nicht funktioniert. Dass Immolation konstant ihr Ding durchziehen ist richtig, mag ich auch sehr an denen.

        1. Das hätte ich sicher auch noch besser ausdrücken können :D ja also ich weiß nicht, natürlich kann man jetzt sagen dass auch Arch Enemy und Co ihr Ding durchgezogen haben.

          Aber wenn ich jetzt Bands wie Illdisposed, Lay Down Rotten, Grave oder Gorefest, also Bands mit denen ich vor 20 Jahren im Death Metal eingestiegen bin in Vergleich setzte, ist das auf jeden Fall ein anderer Schuh.

          Da war es einfach schön, mal wieder eine Platte zu besprechen die konventionell im besten Sinne das hält, wofür die Band steht.

          Liebe Grüße und danke für deine Kommentare:)

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