CD-Review: Insomnium - Shadows Of The Dying Sun

April 2014

Besetzung

Niilo Sevänen – Gesang, Bass
Ville Friman – Gitarre, Gesang
Markus Vanhala – Gitarre
Markus Hirvonen – Schlagzeug

Tracklist

01. The Primeval Dark
02.While We Sleep
03.Revelation
04.Black Heart Rebellion
05.Lose To Night
06.Collapsing Words
07.The River
08.Ephemeral
09.The Promethean Song
10. Shadows Of The Dying Sun


Es gibt Bands, denen man förmlich beim Wachsen zusehen kann – INSOMNIUM sind eine davon. Seit nunmehr 12 Jahren erscheint im Schnitt alle zwei Jahre eine CD, der Bekanntheitsgrad der Band steigt von Album zu Album, ein Ende des Aufstiegs ist nicht in Sicht. Das Erfolgsrezept? Ein eingängiger Stil, der Fans verschiedenster Metal-Genres anspricht, und die Beständigkeit, mit der INSOMNIUM diesen pflegen. Was einen von einem neuen Album erwartet, weiß man mittlerweile schon im Vorhinein recht gut – drastische Stilwechsel hat man bei INSOMNIUM erfahrungsgemäß nicht zu befürchten.

Daran hat sich auch 2014 nichts geändert: Mit „Shadows Of The Dying Sun“ liefern INSOMNIUM erneut wie auf Bestellung ihrer Fans. Wer daran trotz des Albumtitels, der Band-typischer wohl kaum sein könnte, im Vorhinein Zweifel hatte, dürfte spätestens beim Opener „The Primeval Dark“ seinen Seelenfrieden finden: Wie kaum ein Song aus der Feder der Finnen vereint dieser nahezu alle Trademarks und fasst die bisherige Diskographie so in wenigen Minuten gut zusammen. Der Grat, auf dem INSOMNIUM damit wandeln, ist jedoch schmal – war der Preis für die stilistische Kontinuität doch immer schon das Risiko, eines Tages als bloße Kopie seiner selbst zu enden. Davon sind INSOMNIUM dank feinsinniger Kurskorrekturen jedoch noch weit entfernt – einem Karriereweg, wie ihn Amorphis oder Amon Amarth mit sehr vergleichbarem Konzept vorgezeichnet haben, scheint also nichts im Wege zu stehen.

Wie um diese These zu bestätigen, scheinen sich INSOMNIUM auf „Shadows Of The Dying Sun“ auch musikalisch gelegentlich an den genannten Bands zu orientieren: So kommen „Ephemeral“ oder auch „Black Heart Rebellion“ (in seinen brachialen Parts) einer elaborierten, Wikinger-freien Version von Amon Amarth recht nah, während man sich mit „The Promethean Song“ nicht nur hinsichtlich des Gesangs auf von Amorphis besetzten Boden begibt. Damit sind die Neuerungen jedoch auch schon umrissen – ansonsten liefern INSOMNIUM auf ihrem sechsten Studioalbum gewohnte Kost nach althergebrachtem Rezept: der eleganten Mischung aus schönen Melodien, verspielten Gitarren-Läufe und dem gelungenen Wechsel zwischen hohem Klargesang und tiefen Growls.

„Shadows Of The Dying Sun“ ist in erster Linie ein weiteres INSOMNIUM-Album geworden – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bei ihren Fans dürften die Finnen damit offene Türen einrennen, erwartet diese hier doch eine einstündige INSOMNIUM-Vollbedienung. Doch selbst bei kritischerer Betrachtung geben sich die Melo-Deather auch auf ihrem sechsten Album keine Blöße: Zwar ist dieses Mal nicht jeder Song ein Hit und die Atmosphäre nicht ganz so kohärent wie auf dem Vorgänger, „One For Sorrow“, mit dem das Album dementsprechend nicht ganz mitzuhalten vermag – viel mehr kann man dem Quartett aber auch dieses Mal nicht zur Last legen.

Bewertung: 7.5 / 10

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3 Kommentare zu “Insomnium – Shadows Of The Dying Sun”

  1. Clemens

    Auf dieses neueste Album ‚Shadows of a Dying Sun‘ von Insomnium kam ich durch eine Besprechung im Metalhammer. Eine kurze Hörprobe auf Youtube überzeugte mich vollends: dieses Album ist einfach Klasse, die Platte muss her! Inzwischen hatte ich die Gelegenheit, die Finnen live erleben zu können im Hirsch, Nürnberg (November 2014). Das Konzert war dann ein echtes Erlebnis!
    Meine Lieblings-Songs dieses Albums sind: While we sleep, Lose to night, Out to the Sea. Die restlichen Songs sind aber auch nicht von schlechten Eltern… Bin schon gespannt auf künftige Alben der Finnen!

    1. Robin

      Kann ich nur beipflichten. Vllt nicht ganz so tiefgründig wie das Vorgängeralbum „One for sorrow“, aber dafür technisch auf einer ganz anderen Ebene.
      Hatte auch das Vergnügen die Finnen in Nürnberg live zu sehen, sowas sollte man mal erlebt und gesehen haben

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