CD-Review: Six Feet Under - Crypt Of The Devil

Besetzung

Chris Barnes – Gesang
Steve Swanson – Gitarre
Jeff Hughell – Bass
Marco Pitruzzella – Schlagzeug

Tracklist

01. Gruesome
02. Open Coffin Orgy
03. Broken Bottle Rape
04. Break The Cross In Half
05. Lost Remains
06. Slit Wrists
07. Stab
08. The Night Bleeds
09. Compulsion To Brutalize
10. Eternal Darkness


Während Cannibal Corpse seit jeher für ihre Werke gefeiert werden, sieht es beim Projekt des Corpse-Abgängers Chris Barnes anders aus: Unumstritten waren SIX FEET UNDER in der Szene nie, doch zumindest auf die Frühwerke wie „Haunted“, „Warpath“ oder „Maximum Violence“ können sich Death Metaller in der Regel einigen. Und wenn man mal wieder in diese leicht angestaubten CDs reinhört, weiß man auch, warum.

Was dann folgte, wurde von der Szene schon kritischer beäugt – Alben wie „True Carnage“ oder die musikalisch eher mäßig wertvollen „Graveyard Classics“-Releases ließen SIX FEET UNDER nicht durchweg im besten Licht erscheinen. Seit dem (soundtechnisch noch etwas missratenen) „13“ (2005) ging es dann jedoch bergauf – sogar „Graveyard Classics III“ (2010) war nicht ganz misslungen. Es folgte bekanntermaßen der große Krach, die Umbesetzung … und mit „Undead“ ein überraschend starkes Album. Beim zweiten Streich („Unborn“) schwächelte die neu formierte Truppe zwar bereits etwas, doch auch diese CD war durchaus ein hörenswertes SIX-FEET-UNDER-Werk.

Das gilt zwar auch für dessen nun in die Regale kommendenen Nachfolger – viel mehr darf man sich von „Crypt Of The Devil“ allerdings nicht erwarten. Denn was die Herren aus Florida hier abliefern, ist mitnichten spannend, abwechslungsreich oder einmalig. Stattdessen legen Barnes & Co. mit „Crypt Of The Devil“ ein Album vor, das von der ersten Minute an im typischen SIX-FEET-UNDER-Stil vor sich hinbollert und auf echte Höhepunkte sicherheitshalber lieber ganz verzichtet. Los geht der Reigen mit dem unscheinbaren „Gruesome“, das einsteigt, als wäre es der fünfte von zehn Songs auf der Scheibe und eher als Lückenfüller gedacht. Zum Headbangen und Bierverschütten reicht das allemal – von einigen technisch durchaus versierten Soli abgesehen bieten die folgenden neun Songs allerdings wenig, was aufmerken lässt oder gar in Erinnerung bleibt. Da hilft es auch nicht, wenn der Sound ungleich fetter daherkommt als auf dem Vorgänger und das Cover einen auf Oldschool Death Metal macht.

Wenn ein Review zur Hälfte aus Einleitung besteht, kann das mehrere Gründe haben – entweder ist das Album in einen größeren Kontext zu stellen, oder aber es gibt nicht sonderlich viel darüber zu berichten. „Crypt Of The Devil“ fällt in zweitere Kategorie: SIX FEET UNDER machen mit ihrem dritten Album seit dem Ausstieg von Terry Butler und Greg Gall sicherlich nichts falsch – der sowieso schon überraschend schwach ausgefallene frische Wind, den der Besetzungswechsel 2011 in die Band gebracht hat, ist jedenfalls längst abgeflaut. Stattdessen: Business as usual in Tampa, Florida.

Bewertung: 6.5 / 10

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