Review Six Feet Under – Maximum Violence

  • Label: Metal Blade
  • Veröffentlicht: 1999
  • Spielart: Death Metal

Im Jahre 1999 beglückten uns Chris Barnes und seine Death Metal Kapelle Six Feet Under gemeinsam mit den Metalblade Records mit der Scheibe „Maximum Violence“. Das insgesamt vierte Album der irgendwie sympathischen Jungs aus den Staaten, dessen Sänger keinen Hehl daraus macht, gerne mal ab und an am Bong zu atmen.

Es galt den Vorgänger „Warpath“ zu toppen, der vielerseits sehr gut ankam. Nun, gleich das erste Lied mit dem komplizierten Namen „Feasting on the Blood of the Insane“ beginnt wie ein Intro, startet dann allerdings gnadenlos durch. Barnes‘ tiefer Gesang bei diesem Lied ist top, so klar hört man den Guten nicht bei jedem Lied. Auch die Melodie setzt sich schnell fest. „Maximum Violence“ startet also gleich mit einem genialen Track, der bei vielen Death Metal Freunden sicherlich zu den Lieblingsstücken der Band zählt. Interessante Breaks und Tempowechsel machen das Lied sehr abwechselungsreich. Vor allem haut „Feasting on the Blood of the Insane“ nach diesen Stopps sofort wieder voll drauf und glänzt durch gelungene Gesangsrhytmen. Aber genug der Schwärmerei, wir sind ja erst bei Lied eins.

Vom Anfangsriff klingt der zweite Song „Bonesaw“ gar nicht mal so unverschämt anders, als der vorige Track, allerdings geht es eben bei diesem Startriff schneller zur Sache. Der Gesang, der Rhytmus und die Melodie glänzt nicht mehr so, wie noch beim Eröffnungstrack, dafür ist aber der Refrain schnell angekommen. Dies mag aber auch an der nicht allzu großen Vielfältigkeit des Songs liegen. Gelungen ist allerdings ein Break gegen Mitte des Songs, der beim ersten Hören stark vermuten lässt, Lied Nummer drei wäre gerade angelaufen.

Weiter geht es mit einem meiner Lieblingsstücke von Six Feet Under, „Victim of the Paranoid“. Es fängt ziemlich zügig an, gar kein Vergleich zum Beginn der vorhergegangenen beiden Lieder. Den Gesang würde ich als Death Metal Laie erneut als recht klar einstufen, da man doch ohne größere Konzentration verstehen kann, was uns Mr. Barnes dort vermitteln will. Der Track haut richtig schön drauf. Schnelle, brachiale Instrumente und ein rhytmischer optimaler Gesang. Das darf gerne so weiter gehen, dachte ich beim ersten Hören.

Doch der „Short Cut to Hell“ ist wieder wesentlich langsamer. Ja, im Vergleich zum Victim geradezu eine Doom Metal Ballade, wenn ich mir diesen Scherz kurz herausnehmen durfte. Es steckt schon einiges an Kraft dahinter, aber wirklich einbrennen tut sich der Song nicht. Er geht eher spurlus an mir vorrüber und hat auch keine Besonderheiten, die man noch erwähnen könnte.

„No Warning Shot“ startet ähnlich furios wie „Victim…“ ist aber alles in allem etwas eintönig. Wenigstens sprang aus dem Refrain „Die Mutherfucker, Die!“ noch ein T-Shirt für Fans heraus. Der Refrain ist ja auch recht ordentlich, aber die Zwischensequenzen doch eher langweilig.

Doom Fucking Metal heißt die Devise von „War Machine“, wenn es eine Spur langsamer zuginge und der Gesang nicht ganz so tief wäre… Aber in Wirklichkeit ist „War Machine“ einer der Kultsongs von Six Feet Under. Die Riffs sind recht cool, wenn auch nicht so ausgefeilt, wie das ein Victor Smolski handhaben würde. Aber die technisch brilliantesten waren sie ja nie, was sie auch gerne zugeben. Der Refrain ist schon sehr eingängig. „You’d better watch out, ‚cuz I’m a War Machine“, so lautet die Aufforderung des Songs. Warum allerdings im Songbook zu diesem Lied keine lyrische Darbietung enthalten ist, kann ich leider nicht sagen.

Weiter geht es mit dem furchteinflößenden Titel „Mass Murder Rampage“. Hier dachten sich die Mannen um Chris Barnes wieder etwas schneller zu Werke zu gehen. Speed Metal darf man es wohl noch nicht bezeichnen, aber im Gegensatz zu manch anderen langsamen Start ist es recht fix. Leider ist hierbei wieder der Gesang nicht allzu prägend, so geht dieses Lied trotz eines leicht progressiven Touchs doch recht spurlus am Ohr vorbei.

„Brainwasched“ startet sofort mit dem herkömmlich tiefen Gesang des leidenschaftlichen Grasrauchers und haut erstmal gut drauf. Auch hierbei gibt es wieder Tempowechsel, wobei es einen Hauch zu lange langsam ist. Huch, ein Solo. Damit hätte man jetzt gar nicht gerechnet. Nach dem Solo ist der Song wieder schneller und endet dann bald darauf.

„Torture Killer“ beginnt mit einem netten Riff und der Refrain ist mal wieder recht eingängig. Aber andererseits besteht der Refrain eigentlich nur aus „Murderer – I Rape the Dead. Torture Killer“. Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, aber ich finde hierbei hört sich der gute Barnes etwas danach an, als würde er teilweise Silben und Wortendungen verschlucken wollen.

Aber nun zur vorletzten Darbietung der „Maximum Violence“. Das Startriff von „This Graveyard Earth“ macht den Hörer schonmal recht erfolgreich auf sich aufmerksam. Der Chorus dieses Songs gefällt mir gut. Er hat verschiedene Stimmlagen und verschiedene Rhytmen in sich. Es folgt wieder einer dieser Stopps, die vermuten lassen, ein neues Lied beginne, da es nach den Stopps ganz anders tönt, als davor. Aber „This Graveyard World“ ist ein guter Track, der gefällt mir. Am Ende folgt ein kleines Sololein, welches sich auch prima im True Metal Bereich machen würde. Das Lied endet sehr abrupt.

Wow, beim letzten Lied dieses Albums pumpen sie nochmal richtig Gas aus dem Allerwertesten. Der Gesang ist sehr schnell und es hört sich gut koordiniert an. Was ich noch gar nicht erwähnt habe: Das Schlagzeug ist ziemlich eintönig, da merkt man während des ganzen Albums kaum Unterschiede. Aber bei diesem Song, der im übrigen „Hacked To Pieces“ betitelt wurde, wird man ja durch den erfrischenden Gesang entschädigt. Gute Riffs machen sich auch noch kurz vor Minute drei bemerkbar, aber dann wird es leiser und der symbolische Vorhang wird geschlossen.

Hmm, schwer ein Fazit zu treffen. Einige Songs gehen an mir doch zu spurlus vorbei. Da habe ich irgendwie am Ende der CD nur drei, vier Songs, die wirklich hängen geblieben sind. Es ist etwas schade, dass die Geschwindigkeit von Gitarren und Gesang teilweise doch so stark differiert. Schlecht ist das Album aber keines Falls, da es top Songs der Band includiert.

Wertung: 8 / 10

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

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