Review Steel Panther – Heavy Metal Rules

  • Label: Steel Panther Inc.
  • Veröffentlicht: 2019
  • Spielart: Hard Rock

STEEL PANTHER muss man heute keinem Rock- oder Metal-Fan weit ausholend vorstellen. Zu sehr haben sie ihren Status gefestigt und ihren Stil des 80er-Jahre-Hair-Metal inklusive Spandex und toupierten Frisuren gefunden. Das fünfte Studioalbum „Heavy Metal Rules“ zeigt anhand des Covers mit leicht bekleideten Damen und der Songtitel bereits, dass die Musik weiterhin von Sex und großen Brüsten dominiert wird. Da man als Musikfan hiervon allein nicht leben kann, bleibt zu hoffen, dass die Qualität der neuen Songs das Level der Vorgänger halten kann.

Das Intro „Zebraman“, in dem über Madonna geflucht und Ozzy Osbourne sowie die Scorpions hochgelobt werden, ist dabei ein kleiner Dämpfer. Schlussendlich wirkt es sehr beliebig und entbehrlich. Dass STEEL PANTHER dem Heavy Metal der alten Schule huldigen, das ist wahrlich kein Geheimnis mehr. Glücklicherweise machen die Musiker aus Los Angeles das mit dem ersten Song „All I Wanna Do Is Fuck (Myself Tonight)“ gleich wieder wett. Knackige Riffs, tolle Melodien, ein sofort mitsingbarer Refrain und ein wenig ernstzunehmender Text stehen für alle Stärken, die die US-Amerikaner bisher ausmachte.

Ganz so eingängig und geradlinig präsentieren sich dieses Mal tatsächlich nicht alle Songs. „Let’s Get High Tonight“ wirkt für STEEL-PANTHER-Verhältnisse fast schon düster und ebenso vertrackter. „I’m Not Your Bitch“ wurde ähnlich umgesetzt und ist einer der härtesten Songs, den die Band je umgesetzt hat. Daher können die Titel nicht auf Anhieb so mitreißen, wie man es von Hits wie „Just Like Tiger Woods“ oder „Party Like Tomorrow Is The End Of The World“ gewohnt ist.

Interessanter gestalten sich beispielsweise die Single „Always Gonna Be A Ho“, die zwischen ruhig-akustischen und rifflastigen Parts wechselt oder der eingangs als Pianoballade vorgetragene Titelsong „Heavy Metal Rules“ samt choral-mehrstimmigem Gesang im Refrain. An der Produktion kann man derweil nicht viel bemängeln, klar und differenziert, aber eben auch mit dem nötigen Druck wurden die Songs von Jay Ruston in Szene gesetzt. Lediglich die Länge von nur 35 Minuten ist doch ernüchternd, hier hätten es gerne zwei bis drei Titel mehr sein können. Damit wären sie einerseits im Pensum der Vorgängeralben gewesen, hätten aber auch durchaus vorhandenen Hörspaß länger aufrechterhalten.

STEEL PANTHER haben ihren Sound nicht grundlegend verändert, präsentieren sich weiterhin melodisch und weitgehend mit mitreißenden Melodien sowie Refrains. Doch sind sie tatsächlich etwas härter und düsterer geworden, als man es bisher gewohnt war. Das bezieht sich allerdings nur auf den Klang, die Texte sind weiterhin von Sexualität und ihrer diversen Auslegungsformen geprägt. Damit wird der eine oder andere Hörer auch weiterhin an seine Grenzen stoßen. Spaß machen STEEL PANTHER auf „Heavy Metal Rules“ aber weiterhin und das ist primär auch das Hauptziel derartiger Musik. Dennoch ist es ihr schwächster Longplayer, wenn auch insgesamt eine überdurchschnittliche Bewertung herausspringt.

Wertung: 7.5 / 10

Publiziert am von Christian Denner

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