CD-Review: Steel Panther - Lower The Bar

Besetzung

Michael Starr - Gesang
Satchel - Gitarre
Lexxi Foxx - Bass
Stix Zadinia - Schlagzeug

Gastmusiker:
Robin Zander - Gesang

Tracklist

01. Goin' In The Back Door
02. Anything Goes
03. Poontang Boomerang
04. That's When You Came In
05. Wrong Side Of The Tracks (Out In Beverly Hills)
06. Now The Fun Starts
07. Pussy Ain't Free
08. Wasted Too Much Time
09. I Got What You Want
10. Walk Of Shame
11. She's Tight (Cheap Trick Cover)


Die Grenze zwischen Klamauk, Sexismus und qualitativem Hard Rock war wohl nie fließender als im Fall von STEEL PANTHER aus Los Angeles. Das vierte Studioalbum „Lower The Bar“ spielt abermals mit diesen Klischees. Die Fans werden es weiterhin lieben und die Kritiker können mit dieser überzogenen Ader wohl weiterhin wenig anfangen. Dennoch kann das US-amerikanische Quartett auch dieses Mal musikalisch weitgehend überzeugen.

Das Gespür für mitreißende Melodien und großartige ohrwurmverdächtige Refrains zeigen STEEL PANTHER bereits mit dem Opener „Goin‘ In The Back Door“, der die prägnanten Merkmale der Band im gewohnten Licht präsentiert. Die bereits vorab veröffentlichten „Anything Goes“ und „Poontang Boomerang“ sind zwei entspannte Rocker, die mindestens den Kopf zum Nicken oder den Fuß zum Mitwippen bringen sollten. Wer große Neuerungen oder Weiterentwicklung sucht, dem ist bis hierhin klar, dass er enttäuscht wird. Frontmann Michael Starr und seine Kollegen tragen ihren mittlerweile allseits bekannten Sound unbeirrt weiter und verlassen sich auf diese Stärken, was auch weitgehend sehr gut funktioniert. Auf großen Anspruch haben sie sowieso noch nie Wert gelegt, das zeigten in der Vergangenheit Songs wie „17 Girls In A Row“ oder „Glory Hole“ in bester Manier.

In dieser Tradition stehen beispielsweise „That’s When You Came In“, das größtenteils als akustische Ballade wirkt oder „Pussy Ain’t Free“. Die Gitarren leisten im Rahmen der elf neuen Titel wieder ganze Arbeit, haben die Musiker die Melodiearbeit doch weiterhin in den Fokus gerückt, was den Gesang in gleicher Weise betrifft. Hinzu kommt, dass Stix Zadinia am Schlagzeug zwischen leisen, fast unbemerkten Rhythmen und wuchtigen Anteilen eine große Bandbreite anzubieten hat. Exemplarisch sei noch „Now The Fun Starts“ genannt, der zwar im Bezug auf das Tempo für STEEL-PANTHER-Verhältnisse sehr verhalten ausgefallen ist, aber für alles steht, was die Band ausmacht. Neben dem nötigen Drive bieten die Kompositionen der US-Amerikaner nämlich eine Menge Spaß, wenn man sich mit ihrer geschaffenen Nische anfreunden kann. Dieses Potential zeigen auch das bombastisch-hymnenartige „Wasted Too Much Time“ oder das sleazige „I Got What You Want“. Der Reigen wird mit einem Cover von Cheap Tricks „She’s Tight“ abgerundet, für das Originalsänger Robin Zander gewonnen werden konnte, der aber leider über eine Statistenrolle nicht hinauskommt.

STEEL PANTHER haben sich von ihren bekannten Merkmalen auch im Jahr 2017 nicht gelöst, treten weiterhin überzogen auf und kreieren trotz allem hochkarätige Rockmusik, die den Status der Band mit den elf neuen Songs problemlos ausbauen sollte. Wer aber bisher keinen Zugang zum Output der vier Musiker finden konnte, der kann „Lower The Bar“ ebenfalls ohne Bedenken übergehen. Wer aber mal wieder Hard Rock mit Anleihen aus Glam Metal und Heavy Metal hören möchte, der simpel Freude bereitet und das Image der 80er Jahre pflegt, dem sei dieses Release wärmstens empfohlen.

Bewertung: 8.5 / 10

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