CD-Review: Talco - And The Winner Isn't

Besetzung

Dema – Gesang, Gitarre
Jesus – Gitarre
Ketto – Bass
Nick – Schlagzeug
Cioro – Saxophon
Turborizia – Trompete

Tracklist

01. Al Parto Sfigurato Della Superiorità
02. Onda Immobile
03. Señor Hood
04. Bomaye
05. Reclame
06. Lunga La Macabra Stanza
07. And The Winner Isn't
08. La Verità
09. Intervallo
10. Domingo Road
11. Avatar
12. Matematica Idea
13. Silent Avenue (Nella Strada)


Mit ihrem schleichenden Abschied haben die Basken Ska-P im Ska-Punk ein riesiges Loch in der aktiven Ska-Punk-Szene hinterlassen. Eine Band, die diese Lücke füllen kann, war lange nicht in Sicht. Seit einigen Jahren schon arbeiten jedoch die Italiener TALCO hart an sich, um in die übergroßen Fußstapfen von Ska-P hineinzuwachsen. Mit Erfolg, wie das neue Album „And The Winner Isn’t“ und der damit gemachte nächste Schritt zur Ska-Größe beweist.

So ist „And The Winner Isn’t“ das von vorne bis hinten stimmigste Album, das TALCO bislang vorgelegt haben: Ob nun Fronter Dema, der sich gesanglich nochmal verbessert hat und mittlerweile voll zu überzeugen vermag, oder die Instrumentalfraktion, die ihre Offbeat-Hits mit viel Dynamik und Energie überzeugend rüberbringen – in diesen 13 Songs mit knapp 30 Minuten Gesamtspielzeit steckt ordentlich Pogo-Potential!

Dabei gehen TALCO erfreulich abwechslungsreich zu Werke: Mal wird das Banjo („Al Parto Sfigurato Della Superiorità“), mal das Schifferklavier („And The Winner Isn’t“) ausgepackt, mal geht es laut und schnell („Onda Immobile“), mal eher ruhig und gefühlvoll („Matematica Idea“) zu. Im Mittelpunkt der meisten Songs stehen – neben dem Gesang – auch auf „And The Winner Isn’t“ die im Ska obligatorischen Bläser: Deren Melodien sind zwar bisweilen etwas abgegriffen, so dass man viele Tonfolgen fast schon beim ersten Hören mitpfeiffen kann. Im Zusammenspiel aller Instrumente als Vorreiter in Sachen Eingängigkeit eingesetzt, erfüllen sie jedoch ihren Zweck.

Ähnlich wie Ska-P herrscht auch bei TALCO – der fröhlichen Musik zum Trotz – nicht eitel Sonnenschein: Vielmehr geben sich die Italiener auch auf „And The Winner Isn’t“, textlich als Konzeptalbum über politische Abgründe, moralische Fragwürdigkeiten und menschliche Erniedrigung ausgelegt, ausgesprochen politisch und sozialkritisch.

Auch wenn  „The Winner Isn’t“ vielleicht noch nicht ganz in einer Liga mit Über-Alben wie „Planeta Eskoria“ spielt: Mit ihrem siebten Album legen TALCO ohne Frage ein schmissiges, rundum gelungenes Ska-Punk-Album vor, das Fans des Genres definitiv auf CD wie in der Live-Umsetzung viel Freude bereiten wird.

Bewertung: 8.5 / 10

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