CD-Review: The Vision Bleak - The Deathship Has A New Captain

Besetzung

Allen B. Konstanz - Hauptgesang, Schlagzeug, Percussion, Keyboard
Ulf Theodor Schwadorf - E- und Akustik-Gitarren, Sitar, Bass, Schreie, Keyboard

Tracklist

01. A shadow arose
02.The night of the living dead
03. Wolfmoon
04. Metropolis
05. Elizabeth Dane
06. Horror of Antarctica
07. The lone night rider
08. The Grand Devilry
09. Deathship Symphony


„The Dark, the wicked and sinister dwells in all of our minds, and now the stars are right to welcome the grand representatives of horror in this time and age…“ Wie recht hatte Otto Mellies, Synchronsprecher von Christopher Lee, als er im spektakulären „A Shadow arose“ das erste Album der schon seit 2001 existierenden „The Vision Bleak“ eröffnete. Während Ulf Theodor Schwadorf, der bis 2002 bei Empyrium wirkte, und Allen B. Konstanz, auf der Demo noch Material im Stile von HIM präsentierten, verschrieben sie sich voll und ganz dem Horrorkonzept. Und als nichts anderes als Horror-Metal will dieses Werk bezeichnet werden. Ganz schön hohe Forderungen, doch berechtigt…

Das Intro verbreitet sofort die richtige Stimmung, sofort stellt sich das Gefühl ein, man säße während eines richtig fiesen Unwetters in einem alten, halb verfallenen Herrenhaus im Wohnzimmer, spärlich beleuchtet von flackerndem Kerzenschein und Kaminfeuer. Weit entfernt, irgendwo im Haus, spielt ein verstaubtes Klavier wie von Geisterhand eine düstere Melodie, unterstützt von einer Flöte. Eine Frauenstimme setzt zu einer schauderhaften Melodie an, bis plötzlich der Boden mit einer Soundexplosion aufzubrechen scheint und man den Belzebub höchstpersönlich erblickt. Begleitet von fanatischem Lachen stürzt man direkt in diese Welt des Fantastischen und des Wahnsinns, die einen für die nächsten acht Lieder gefangen nehmen wird. Durch schwach beleuchtete Gänge tastet man sich zum leisen Intro von „The Night of The Living Dead“, das sich wahrlich ins Gehirn meißelt , bevor das alte Gemäuer zum Leben erwacht… Gerade noch rettet man sich in den Garten, wo jedoch schon das mit unheimlichem Streicherpart beginnende, grandiose „Wolfmoon“ auf einen wartet. Die „Metropolis“ am blitzenden Horizont kann irgendwie keinen richtigen Eindruck hinterlassen, also zurück ins Haus. Kurz vor dem zwölf Uhr Schlag ist man zurück im Wohnzimmer, wo nun ein hagerer, alter Mann vor dem Kamin sitzt. „Eleven fifty-five – almost midnight. Enough time for one more story“ – Gebannt lauscht man der Geschichte des Geisterschiffes „Elizabeth Dane“. die immer wiederkehrenden Keyboards hämmern sich, unterstützt von sehr gekonnt eingesetzter Rhythmus Gitarre, in die Gehörgänge – langsam schält sich das Geisterschiff aus dem dichten Nebel.
Auch die „Berge des Wahnsinns“ von H.P Lovecraft hinterlassen als „Horror of Antarctica“ einen tiefen Eindruck – Wie undefinierbare Lichter am Horizont der Eiswelt wirken die Glocken, bevor die Shoggothen ihr „Tekeli – li“ ausrufen.
Wer auch nur ansatzweise etwas mit richtigem Horror anzufangen weiß wird hell auf begeistert sein von diesem Machwerk. „Deathship Symphony“, „The Night of the Living Dead“, „Elizabeth Dane“, „Wolfmoon“, „Horror of Antarctica“, „The Lone Night Rider“ – alles Vollbrenner, auch das stilistisch etwas abfallende „The Grand Devilry“ ist ein grandioser Rocker. Wie schon erwähnt, sucht ein dermaßen geniales, atmosphärisches Intro wie „A Shadow Arose“ vergeblich nach Konkurrenz.

„The Deathship Has A New Captain“ ist ganz großes Kino. Hier ist wirklich alles durchdacht – die zwar nie anspruchsvollen, jedoch rhythmisch höchst prägnanten und präzise eingespielten Gitarren schaffen einen bombastischen Sound, die stets stimmungsvoll eingesetzten Keyboards öffnen dem Horrorkonzept Tür und Tor, um richtig einzuschlagen. Allen B. Konstanz erweist sich als Meister seines Fachs, er macht sich bereits auf dem ersten Album unersetzbar, sein stets klarer, tiefer Gesang verleiht vor allem den tollen Refrains noch einmal mehr Klasse.
Unbedingt das Digipak kaufen, hier gibt es nämlich die „Deathship Serenades“ dazu, rein akustische Neuinterpretationen einiger Songs durch die Shadow Philharmonics. Auch Otto Mellies hat einige zusätzliche Auftritte, die er auch voll und ganz verdient hat, wie er schon im Intro bewiesen hat. Das Booklet hat sich übrigens wohl auch einen Orden für seine Schönheit und Aufwändigkeit verdient.

Ladies and Gentlemen, the portals of darkness are open and the dead hunt over the earth… Here comes… THE VISION BLEAK

Redakteur: Michael Mutz

Bewertung: 9 / 10

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1 Kommentar zu “The Vision Bleak – The Deathship Has A New Captain”

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