CD-Review: Traitor - Knee-Deep In The Dead

Besetzung

Andreas Mozer – Gesang, Schlagzeug
Gerd Hery – Gitarre
Matthias Koch – Gitarre
Lorenz Kandolf – Bass

Tracklist

01. Mad Dictator
02. Predator (Skinned Alive)
03. Nuke ‘EM All
04. Ebola
05. Pieces Of Pale
06. Demonic Possession
07. At the Gates Of Hell
08. Knee-Deep In The Dead
09. Xenomorph 10. Crucifixion 11. Blitzkrieg Bop (Bonustrack, RAMONES-Cover)


Mit ihrem Debüt „Thrash Command“ konnten sie 2012 in der Szene auf sich aufmerksam machen und mit dem Nachfolger „Venomizer“ ihr Standing weiter verbessern. Nun sind TRAITOR erneut mit einer Platte am Start, die diesmal auf den Titel „Knee-Deep In The Dead“ hört.

Dabei verrät einem das Cover eigentlich schon alles, was man über die dritte Scheibe der Schwaben wissen muss. Der Titel ist natürlich an das Videospiel und erste Buch der Doom-Reihe angelehnt, was den geneigten Fan den Silberling zeitlich direkt korrekt einordnen lässt. Das Cover selbst zeigt eine Schlachtszene bzw. den Ort eines Gemetzels. Jede Menge Leichen liegen, zum Teil schon halb verwest, auf dem Boden, im Hintergrund sind drei Gestalten an große Kreuze genagelt, auch wenn die Kreuze nur übergroße „T“s sind. Ein grünlicher Geist schwebt im Zentrum und vor diesem steht ein Mutant, in der einen Hand eine Machete, in der anderen einen abgetrennten Kopf, auf dessen Nase noch die Fliegerbrille sitzt. Schöpfer des Ganzen ist niemand geringeres als der legendäre Ed Repka, der in der Metalwelt eigentlich niemandem unbekannt sein dürfte.

Auch textlich bewegen sich TRAITOR auf „Knee-Deep In The Dead“ in old-school-Gefilden, indem sie sich textlich Film- und Spieleklassikern wie „Predator (Skinned Alive)“ oder „Duke Nukem“ widmen. Das mag etwas nerdig anmuten, macht aber unheimlich viel Spaß. Dazu passt, dass Zeilen wie “If it bleeds we can kill it!“ sich sofort im Gehörgang festsetzen und live sicher von nicht wenigen der Anwesenden mitgebrüllt werden dürften.

Denn auch musikalisch sind die Schwaben ganz der alten Schule verschrieben. Klingt der Gesang bisweilen ein wenig nach Chuck Schuldiner, ist der Rest des Sounds knietief im Thrash der frühen und Mitt-80er verhaftet. Hier ein wenig Exodus, dort ein wenig Kreator, dazu eine Prise Sodom und ein paar Anthrax-Gedächtnis-Gangshouts: TRAITOR wissen wie guter Thrash zu klingen hat und stricken ihre Tracks dementsprechend.

Damit ist die Sache für die Mannen aus Balingen klar: Wer den Thrash der alten Schule liebt, der wird mit „Knee-Deep In The Dead“ seine helle Freude haben. Wer (große) musikalische Innovation schätzt, ist bei TRAITOR natürlich an der falschen Stelle, aber wen lässige Grooves, wie während „Ebola“, kalt lassen, der hat den Thrash nie geliebt.

Bewertung: 7.5 / 10

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