CD-Review: Vyre - The Initial Frontier Pt. 2

Besetzung

KG Cypher – Gesang
Hedrykk – Gitarre
Zyan – Gitarre
T. Maximilian – Bass
Android – Schlagzeug
Doc Faruk – Synth. Sounds

Gastmusiker
Atom Phantom – FX
Nostarion – Cello
Martin Wiese – Orchestrierung, Chor

Tracklist

01. Naughtylus
02. Diabolum Ex Machina
03. Order 66
04. For Carl
05. Neutronenstern


Kein Jahr ist es her, dass die bei Geïst- aka Eïs ausgestiegenen Musiker Doc Faruk, Zyan, Hedrykk und KG Cyphermit ihrem neuen Projekt VYRE debütierten. Unter dem Titel „The Initial Frontier Pt. 1“ veröffentlichten sie ein überaus hörenswertes, abwechslungsreiches Album, das durch eine Mischung aus Black Metal und futuristischen Sounds zu begeistern wusste. Dass das Album teil eines mehrere Werke umfassenden Konzeptes sein würde, ließ bereits der Titel erahnen – dass der zweite Teil kein Jahr auf sich warten lässt, ist dennoch faszinierend.

Nicht nur an ihrem Arbeitstempo lässt sich die Kreativität, die bei VYRE gebündelt ist, erahnen – auch das Songmaterial lässt daran erneut keinen Zweifel. Wie schon auf dem ersten Album lassen VYRE auch bei „The Initial Frontier Pt. 2“ erneut ihrer Begeisterung für überlange Songs freien Lauf: Schon mit den ersten drei Songs ist man quasi gleichauf mit „Reign In Blood“ – die Anzahl der verarbeiteten Ideen indessen dürfte um Potenzen höher liegen.

Viel Zeit, sich an den Stil der Bielefelder zu gewöhnen, lässt einem „The Initial Frontier Pt. 2“ dabei nicht. Bereits der Opener „Naughtylus“ ist ein ausgeklügeltes Monstrum eines Songs, das in seinen knapp zehn Minuten vielleicht sogar die ein oder andere Idee zu viel birgt. Das Potential, einen unbedarften Hörer in die Knie zu zwingen, hat der Song allemal. Lässt man sich davon, wie auch vom nicht minder komplexen und nicht immer nachvollziehbaren „Diabolum Ex Machina“ nicht entmutigen, hält „The Initial Frontier Pt. 2“ jedoch noch die eine oder andere Belohnung bereit – in Form von leichter zugänglichen Songs wie dem rockig angehauchten „Order 66“ oder der vergleichsweise konventionellen Black-Metal-Nummer „Neutronenstern“, aber auch in Form von Erkenntnis. Gibt man dem Album als Gesamtwerk nämlich die Extra-Durchläufe, die man sich zum Erschließen von „Reign In Blood“ sparen konnte, entwirren sich Stück für Stück auch die zunächst eher unnahbar wirkenden Stücke auf „The Initial Frontier Pt. 2“.

Mit dem zweiten Teil ihres „The Initial Frontier“-Opus machen VYRE, so abgedroschen die Floskel klingen mag, dort weiter, wo sie mit dem ersten Teil aufgehört hatten: Auch „Pt. 2“ vermengt auf sehr charakteristische Art und Weise griffigen Black Metal mit futuristischen Soundelementen. Die oft unerwarteten Einsprengsel und forschen Stilwechsel machen es dem Hörer dabei gerade in der ersten Albumhälfte und während der ersten Durchläufe nicht immer einfach. Wer sich davon und von dem einen oder anderen Schwindelanfall jedoch nicht verleiten lässt, auf halber Strecke aus dem Raumschiff zu springen, wird in der gebotenen Dreiviertelstunde überraschend viel erleben. VYRE-unerfahrenen Hörern sei dennoch geraten, sich als Vorbereitung auf die Reise zunächst mit dem Debüt auseinanderzusetzen.

Bewertung: 8 / 10

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