CD-Review: Vyre - Weltformel

Besetzung

KG Cypher – Gesang
Zyan – Gitarre
Priebot – Gitarre
Hedrykk F. Gausenatt – Gitarre, Bass
Android – Schlagzeug
Doc Faruk – Keyboad, Samples
Nostarion – Cello
Akku Volta – Geige

Tracklist

01. Alles Auf Ende
02. Shadow Biosphere
03. Life Decoded
04. Tardigrade Empire
05. The Hitch (We Are Not Small)
06. We Are The Endless Black
07. Away Team Alpha


Mit „The Initial Frontier Pt. 1“ und „The Initial Frontier Pt. 2“ legten die ganz auf Science (und) Fiction fokussierten Black Metaller VYRE 2013 und 2014 einen echten Raketenstart hin. Drei Jahre später veröffentlichen die Bielefelder nichts weniger als die „Weltformel“. Grund genug, den CD-Player freizumachen und sich gespannt zurückzulehnen.

Wenn man aus den beiden „Initial Frontier“-Teilen nämlich etwas gelernt hat, dann, dass VYRE-Releases immer für die eine oder andere Überraschung gut sind. Dahingehend wird man auch von „Weltformel“ nicht enttäuscht: Los geht es mit einem sphärischen Synthesizer-Intro, das zwar durchaus atmosphärisch klingt, mit seinen fünf Minuten jedoch arg lang geraten ist und, da auch der folgende Opener „Shadow Biosphere“ mit sanften Streicherklängen nochmal sein eigenes „Intro“ mitbringt, im Albumkontext eigentlich obsolet ist.

Viel Zeit, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, lassen VYRE dem Hörer jedoch nicht: Schon dieser erste Song fordert mit seinen ausladenden Streicher- und Gitarrenmelodien, dem harschen Gesang und seinem vielseitigen Sound alle Aufmerksamkeit. Das gilt auch für die folgenden Songs: Ob weitere Streicher und Klargesang (!) in „Life Decoded“, der extreme Stilmix in „Tardigrade Empire“, der von Black Metal bis hin zu wabernden Synthesizern reicht, oder der Elektro-Metal im instrumental gehaltenen „The Hitch (We Are Not Small)“ – bereits die ersten Minuten bersten nur so vor Ideenreichtum.

Deutlich zurückgefahren wurde dafür der Black-Metal-Anteil: Sieht man von einigen eruptiven Ausreißern in Doublebass-Gefilde ab, ist „Weltformel“ nichts für die harte Fraktion – klar im Mittelpunkt stehen diesmal nämlich die melodiösen Elemente wie Synthesizer, Leadgitarren oder Klargesang. Nicht zuletzt der thematischen Nähe wegen erinnert das vielschichtige Werk der Bielefelder deswegen an die ebenfalls aus dem Black Metal kommenden, progressiven Norweger Khonsu, die mit ihrem aktuellen Meisterwerk „The Xun Protectorate“ (2016) eine ähnliche Entwicklung hingelegt haben.

Dass Ideenreichtum nicht immer automatisch mit hoher Albumqualität gleichzusetzen ist, ist gemeinhin bekannt – bei VYRE braucht man dahingehend jedoch keine Bedenken zu haben: Auch wenn die Arrangements mitunter etwas sprunghaft wirken, klingen die Songs auf „Weltformel“ nie planlos. Easy Listening klingt allerdings zugegebenermaßen anders: Wer hier nur kurz mal nicht hinhört, hat schnell etwas verpasst – im schlimmsten Fall den Anschluss. Langweilig wird einem mit VYREs „Weltformel“ jedenfalls so schnell nicht.

Du willst noch tiefer in „Weltformel“ eintauchen?
Lies hier unser Track-by-Track mit Liner-Notes von KG Cypher

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

2 Kommentare zu “Vyre – Weltformel”

  1. W.W.

    Ich hätte einen Vorschlag für die Leserfreundlichkeit zu unterbreiten :)

    Wie wäre es, wenn ihr unter „Veröffentlichung“statt lediglich des Jahres auch noch das genaue Datum (sofern bekannt) hinschreibt? Ich jedenfalls würde es hilfreich finden.

    Viele Grüße

    1. Moritz Grütz Post Author

      Hallo und danke für die Anregung. Leider ist es mit den exakten VÖ-Daten nicht ganz so einfach, manches wird nur online, manches international an verschiedensten Terminen (auch zwischen D / AT / CH) veröffentlicht und oft stimmen die Angaben, die wir bekommen auch nicht (ggf. weil sich die Auslieferung verzögert…). Ist die CD dann mal draußen, ist das tatsächliche VÖ-Datum (vom Jahr abgesehen) eine überflüssige Information, die niemanden mehr interessiert. Deswegen haben wir uns vor Jahren schon entschieden, es bei dem Releasejahr zu belassen. Da die Reviews bei uns immer frühstens eine Woche vor VÖ online gehen, eher wenige Tage, macht es für den Leser auch keinen all zu großen Unterschied, denke ich. Ob man ein Album vorbestellt oder bestellt ist ja fast schon egal, nachdem nur noch die wenigsten tatsächlich in einen Laden gehen und dann frustriert feststellen, dass die CD doch noch nicht im Regal steht. ;)
      Ich hoffe, dir damit unsere Gedanken vermittelt zu haben. Bleib uns als Leser treu!

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