Der Jahresrückblick 2020 von Stephan Gossen

Meine Top-5 der Metal-Alben 2020

  1. Thou & Emma Ruth Rundle – May Our Chambers Be Full
  2. Crippled Black Phoenix – Ellengæst
  3. Bear – Propaganda
  4. Lesser Glow – Nullity
  5. The Ocean – Phanerozoic II: Mesozoic | Cenozoic

… plus weitere hervorragende Alben von z. B. Boris, Heads., Mr. Bungle, Jesu, Hymn… die Liste ist ziemlich lang. Musikalisch betrachtet war 2020 ziemlich ergiebig. Immerhin das …

Schlechtestes Metal-Album des Jahres

Ich hatte Glück: Totalausfälle blieben mir dieses Jahr erspart (sogar die „neue“ Static X finde ich cool). Ein wenig enttäuscht war ich allerdings sowohl von der neuen Marilyn Manson als auch von Corey Taylors Soloalbum.

Bestes Entmetallisiert-Album des Jahres

Den Titel müssen sich wohl drei Alben teilen:

Bohren & Der Club Of Gore – Patchouli Blue
Run The Jewels – RTJ4
Public Enemy – What You Gonna Do When The Grid Goes Down

Mein bestes Festival des Jahres

Virtuell war nicht so meins … insofern: keins.

Mein bestes Konzert des Jahres

Waren ja auch nur drei, insofern bleibt die Wahl überschaubar und ich entscheide mich für Long Distance Calling im Backstage München irgendwann im Herbst draußen… es war arschkalt und es gab Met.

Mein schlechtestes Konzert des Jahres

In diesem merkwürdigen Jahr war man dankbar für jede Chance auf Live-Musik. Insofern: keins.

Bestes Coverartwork des Jahres

Das kommt jetzt hier nicht so richtig rüber, aber das vollumfängliche The-Ocean–Phanerozoic-Vinyl-Holzbox-Set ist in Sachen Design, Verarbeitung, Detailverliebtheit und Stil definitiv eins der ambitioniertesten und krassesten Projekte in der langen und bewegten Geschichte des Albumartworks:

Aber wenn es einfach um ein cooles Cover ohne Schnickschnack geht, sind Bear ziemlich weit vorne:

Schlechtestes Coverartwork des Jahres

Das hier ist unter allem Umständen, in jedem Genre, in dem jedem Jahrzehnt immer und überall völlige Scheiße:

Das Cover von "For The Love Of Metal Live" von Dee Snider

Mein Newcomer des Jahres

Dann wohl auch Bear, die so eine locker-flockige Nu-Metal-Attitüde mit modernem, rifforientiertem Metal kombinieren. Spaßig!

Meine Entdeckung des Jahres

Ich hatte tatsächlich die Zeit, mich angemessen aufmerksam durch diverse Albumklassiker zu hören, die ich als runtergerockte Gebraucht-Schallplatten für kleines Geld ersteigern konnte:

Deep PurpleMade In Japan, die halbe Pink-Floyd-Diskografie sowie ein ganzer Haufen Prog von ELP bis King Crimson, die wichtigen Beatles-Platten in unterschiedlichen Versionen (mono/stereo), die ersten vier Sabbath-Alben, DAF, aber auch Urgesteine und Prototypen des Post Rock wie Slint oder Talk Talk … auch diese Liste ist lang.

Meine Enttäuschung des Jahres

Unterm Strich dann irgendwie doch dieses Virus …

Überraschung des Jahres

Wohl ebenfalls dieses Virus …

Mein Song des Jahres

Passend zum Jahr: Crippled Black Phoenix – Lost

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Mein bestes gelesenes Buch

„Storm Static Sleep: A Pathway Through Post-Rock“ von Jack Chuter, „Quanten Camper Calamari“ von Aljosha Jelinek und „QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis“ von Marc-Uwe Kling.

Mein bester gesehener Film

Auch hier herrschte dieses Jahr gefühlt irgendwie Flaute … Ich hatte auf „Tenet“ gehofft, bin aber nicht sicher, ob der Film meine Erwartungen erfüllt hat – wobei die Frage mit dem Gedanken ja schon beantwortet ist. Die PJ-Harvey-Doku „A Dog Called Money“ fand ich ziemlich großartig. Und es gab aber viele interessante Serien (und genug Zeit dafür): „The Handmaid’s Tale“, „The Boys“, „Raised By Wolves“, „Barry“, „Watchmen“ … wobei die eine oder andere Serie wohl sicher schon vor 2020 veröffentlicht wurde.

Mein Wunsch / Hoffnung für das kommende Jahr

Ein etwas „normaleres“ Jahr wäre ganz nett.