CD-Review: Thou & Emma Ruth Rundle - May Our Chambers Be Full

Besetzung

Emma Ruth Rundle - Gesang, Gitarre
Bryan Funck - Gesang
Matthew Thudium - Gitarre
Andy Gibbs - Gitarre
KC Stafford - Gitarre
Mitch Wells - Bass
Tyler Coburn - Schlagzeug

Tracklist

01. Killing Floor
02. Monolith
03. Out Of Existence
04. Ancestral Recall
05. Magickal Cost
06. Into Beeing
07. The Valley


[Sludge / Post-Rock] Wer Zeuge des gemeinsamen Auftritts von THOU und EMMA RUTH RUNDLE auf dem Roadburn Festival 2019 war, konnte es schon erahnen: Die Kombination aus räudigem Südstaaten-Sludge und Post-Rock mit Folk-Einflüssen würde sich auch auf Albumlänge gut machen. Im Herbst 2019 wurde schließlich die Katze aus dem Sack gelassen: THOU und EMMA RUTH RUNDLE wollen ein Kollabo-Album aufnehmen, welches nun ein gutes Jahr später in Form von „May Our Chambers Be Full“ vorliegt.

Der Album-Opener „Killing Floor“ macht deutlich: THOU bleiben dem auf ihrem 2018er Überraschungshit „Magus“ vorgelegtem Stil treu. Tief wummernder, doomiger Sludge (wenn auch ein wenig grooviger, melodischer und vielleicht auch das eine oder andere BPM schneller unterwegs als auf ihrem vorherigen Longplayer) bilden das Fundament der sieben Songs, welches durch den post-rockigen Vibe, den EMMA RUTH RUNDLE sowohl stimmlich als auch an der Gitarre mitbringt, ziemlich cool ergänzt wird.

So bietet die groovig-stampfende „Hit-Single“ „Monolith“ bei aller fundamentalen Härte und Verzerrung ziemlich viele Merkmale einer durchaus catchy Nineties-Seattle-Alternative-Metal-Nummer à la Soundgarden mit Post-Rock-Einschlag. Für das nötige Maß an Abwechslung sorgt neben THOU-Schreihals Bryan Funck, der EMMA RUTH RUNDLEs durchgehend melodische Stimme mit seinen gewohnt knurrend-keifenden Vocals unterstützt – was auch ziemlich gut funktioniert – auch die eine oder andere instrumentale Varianz wie der schwarzmetallische Blastbeatausbruch im letzten Drittel von „Magickal Cost“, das psychedelisch-progressiv anmutende Gitarrensolo in „Out Of Existence“ oder der mit knapp neun Minuten ziemlich ausladende Album-Closer „The Valley“, der sogar Streicher auffährt.

Spannend hierbei ist, dass die bloße Kombination der jeweils bewährten Komponenten ein wirklich neues Ganzes ergibt: Atmosphärisch sicherlich verwandt mit Rundles letzten Release „On Dark Horses„, aber wesentlich metallischer als man es egentlich von ihr kennt. Anders herum klingen THOU rein instrumental betrachtet melodischer, als man es von der Truppe aus Baton Rouge gewohnt ist. „May Our Chambers Be Full“ ist auf jeden Fall mehr als die Summe seiner Einzelkomponenten. Mit 36 Minuten Gesamtlänge gehört der Longplayer in Sachen Quantität sicher nicht zu den ausschweifendsten Alben des Jahres, aber die beteiligten Musiker überzeugen in jedem Moment durch höchste Qualität und eine Menge Authenzität und Spielfreude.

Wenn auch stilistisch nur bedingt mit „Mariner“, dem legendären Cult-Of-LunaJulie-Christmas-Kollabo-Album vergleichbar, triggern THOU und EMMA RUTH RUNDLE einen ähnlichen Nerv beim Hörer. Vergleiche mit Kylesa oder Battle Of Mice sind allerdings zulässig, Freunde von atmosphärischer, harter Musik sollten sowieso reinhören. Ein großartiges und kurzweiliges Album, welches die Stärken beider Akteure hervorragend zu etwas spannendem Neuen kombiniert und „May Our Chambers Be Full“ zu einem Genre-Highlight des Jahres macht.

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Bewertung: 9.5 / 10

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