Mutmaßlicher Missbrauchsskandal bei Rammstein: neue Details

Die Süddeutsche Zeitung hat gemeinsam mit dem NDR einen Investigativ-Artikel zum mutmaßlichen Missbrauchsskandal im Umfeld der Band RAMMSTEIN veröffentlicht. Für den Artikel, der nur über das Bezahlmodell „SZ+“ abgerufen werden kann, haben die Redakteure eigenen Aussagen zufolge mit „zahlreichen Frauen“ gesprochen.

Die Journalisten ziehen die Quintessenz, dass sich die Aussagen „zu einem Bild [ergänzen], das wie die industrielle Variante des einst romantisch verklärten Groupietums wirkt.“ Demnach sollen Frauen von zwei Personen aus dem Umfeld von Till Lindemann (Alena M., Joe L.) vor oder auch während Shows von RAMMSTEIN und dem Soloprojekt LINDEMANN nach ihrer Optik für die sogenannte „Row 0“, einen Platz neben der Bühne mit Einladung zur Aftershowparty, gecastet worden sein. Teilweise sei bereits bei diesem Casting explizit abgefragt worden, ob Sex mit Lindemann eine Option sei, zudem habe es eine Kleiderordnung und auf den Partys Handyverbot gegeben.

Als zentraler Baustein des Systems dürfte gewertet werden, dass es zwei parallele Veranstaltungen gibt: Die „offizielle“ Aftershow-Party der restlichen Band (ohne Till Lindemann), auf der nach einvernehmlichen Aussagen stets eine entspannte, fast familiäre Atmosphäre herrsche, sowie Parallelveranstaltungen, die nur für Till Lindemann organisiert werden und auf denen es zu den mutmaßlichen Übergriffen gekommen sein soll. Ob der Rest der Band über die Geschehnisse auf diesen Veranstaltungen im Bilde war, ist nicht bekannt.

Sex habe zum Teil unter starkem Alkoholeinfluss der Frauen bis hin zum Erinnerungsverlust und Blackout stattgefunden: Eine Zeugin berichtet darüber, dass sie erst während des Geschlechtsverkehrs mit Lindemann wieder zu Bewusstsein gekommen sei. Fraglich ist weiterhin, ob in den Situationen nicht generell ein Machtgefälle vorlag, das ein „Nein“ und damit eine freie Entscheidung für oder gegen Sex mit dem Superstar unmöglich gemacht haben könnte.

Die mutmaßlich in das System des „Frauencastings“ zum Zwecke der sexuellen Befriedigung von Till Lindemann involvierten Personen (Alena M., Joe L. und Lindemann selbst, sowie das RAMMSTEIN-Management) äußerten sich den Reportern gegenüber hingegen nicht beziehungsweise nur in einem Schreiben von Lindemanns Anwalt, aus dem nicht zitiert werden darf. Auch von RAMMSTEIN selbst gibt es zu den neuen Entwicklungen kein neues Statement.

Derweil ist die Band derzeit auf Europatour – in den kommenden Tagen werden RAMMSTEIN für vier Shows in München zu Gast sein.


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Ein Kommentar zu “Mutmaßlicher Missbrauchsskandal bei Rammstein: neue Details

  1. Bin zwar kein Ramstein-Fan, aber bisher habe ich die Band eigentlich immer als korrekte Band gesehen. Schade, wenn die Vorwürfe tatsächlich stimmen sollten.

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