CD-Review: Al-Namrood - Enkar

Besetzung

Humbaba – Gesang
Mephisto – Gitarre, Bass, Percussion
Ostron – Keyboard, Percussion

Tracklist

01. Nabth
02. Halak
03. Xenophobia
04. Estibdad
05. Efsad
06. Estinzaf
07. Ensaf
08. Egwaa
09. Ezdraa
10. Entiqam


Ihr kultureller Hintergrund macht AL-NAMROOD ohne Frage zu einer der spannendsten Black-Metal-Bands dieses Planeten – musizieren die Mitglieder der Band doch sozusagen im Angesicht des Todes. Auf allerlei Tatbestände, die das Spielen in einer Black-Metal-Band erfüllt, steht in Saudi-Arabien, der Heimat der Truppe, schließlich der Tod durch Enthauptung. Dessen ungeachtet veröffentlichen AL-NAMROOD über das kanadische Label Shaytan Productions Album um Album. Nur zwei Jahre nach „Diaji Al Joor“ folgt nun mit „Enkar“ der sechste Streich.

Schon auf den ersten Blick hat sich vieles geändert: Das Bandlogo impliziert nun ein Anarchie-A und auf dem Cover sieht man statt romantischer Wüstenszenarien Köpfe rollen – unter den gegebenen Umständen fällt die Interpretation dessen nicht schwer. Doch auch musikalisch haben sich AL-NAMROOD gewandelt: Zentraler denn je sind die thrashig-punkigen Gitarrenriffs. Wie gehabt drängt sich dazu der sehr prägnante Gesang weit in den Mittelpunkt. Was dafür merklich an Gewicht verliert, sind die Melodieläufe durch die für westliche Ohren doch sehr ungewohnten arabischen Skalen.

Das Resultat mag zwar nicht mehr ganz so exotisch klingen, wie man es von den früheren Werken der Band her gewohnt ist. Bis auf ganz hartgesottene Fans ausgefallener Klänge dürften westliche Hörer AL-NAMROOD für diese Stilkorrektur jedoch vornehmlich dankbar sein – war doch zuletzt „Diaji Al Joor“ mitunter nur zähneknirschend zu ertragen. Skurril und unverwechselbar bleiben AL-NAMROOD dennoch. Das liegt zum einen am unverkennbaren Gesang zwischen Jammern und Grölen, zum anderen daran, dass selbst die vergleichsweise geradlinigen Thrash-Nummern immer noch unüberhörbar orientalisch geprägt sind.

Was bei den vergangenen Alben für das abendländische Ohr oft schlicht zu viel des Guten war, ist auf „Enkar“ fast schon wieder einen Tick zu weit in den Hintergrund gerückt. Wo AL-NAMROOD jedoch, wie in „Xenophobia“ oder „Entiquam“, das richtige Maß zwischen Thrash und orientalischem Sound finden, liefern sie die stärksten Nummern ihrer bisherigen Karriere ab. Gerade für Einsteiger, die sich erstmalig mit AL-NAMROOD auseinandersetzen, ist „Enkar“ darum vielleicht genau das Richtige.

Keine Wertung

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1 Kommentar zu “Al-Namrood – Enkar”

  1. Winterpercht

    Die Band ist wirklich total abgefahren und manchmal regelrecht anstrengend zu hören. Es gibt aber wirklich niemanden, der auch nur ansatzweise so klingt wie Al-Namrood und tatsächlich ist die neue Platte wohl das zugänglichste, was die Band je gemacht hat. Auf jeden Fall spannend, wobei die Geschichte dahinter viel zur Faszination beiträgt, die Musik allein überzeugt eben nicht auf ganzer Linie.

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