CD-Review: Equilibrium - Erdentempel

Besetzung

Robert „Robse“ Dahn - Gesang
René Berthiaume - Gitarre, Keyboard
Dominik „Dom“ Crey - Gitarre
Jen Majura - Bass
Tuval „Hati“ Refaeli - Schlagzeug

Tracklist

01. Ankunft
02. Was lange währt
03. Waldschrein
04. Karawane
05. Uns'rer Flöten Klang
06. Freiflug
07. Heavy Chill
08. Wirtshaus Gaudi
09. Stein meiner Ahnen
10. Wellengang
11. Apokalypse
12. The Unknown Episode


Kinners, packt die Methörner und Bierkrüge aus – die bayerischen Epic-Metaller von EQUILIBRIUM melden sich vier Jahre nach „Rekreatur“ mit ihrer neuen Langrille „Erdentempel“ zurück und schicken sich ein weiteres Mal an, ihre treue Hörerschaft mit der verführerischen Mischung aus epischem, stets melodischem Pagan- und Power Metal zu füttern. Nachdem es bereits letztes Jahr mit der EP „Waldschrein“ einen ersten Vorgeschmack gab, bekommen wir nun also in voller Gänze zu hören, was sich in den letzten vier Jahren bei der Band so getan hat.

Und der geneigte Fan kann zunächst beruhigt aufatmen. Am bisherigen Soundgewand wurde nicht besonders viel umjustiert. Noch immer liefern EQUILIBRIUM ihre typischen Keyboard- und Synthesizer-Teppiche, welche des Öfteren die Grenze zum Kitsch überschreiten, sowie ihr melodisches Gitarrenspiel, welches sich jedoch größtenteils den besagten epischen Elementen unterordnet. Sänger „Robse“, der auf dem Vorgänger seinen Einstand gefeiert hatte, röhrt immer noch wie ein Elch und der Großteil der Songs lässt sich nach wenigen Durchläufen mitsummen. Auch der bandeigene Humor kommt auf Album nummero vier nicht zu kurz – mit „Uns’rer Flöten Klang“ sowie dem bereits vorab veröffentlichten „Wirthaus Gaudi“ (zu dem ja auch ein „amüsantes“ Video gedreht wurde) zelebrieren die bayerischen Frohgemüter ein weiteres Mal ihre Trinkeslust, überspannen jedoch für meine Begriffe den Bogen damit ein wenig. Speziell „Wirtshaus Gaudi“ klingt eher wie die Metal-Version der Höhner, wird aber live sicherlich seinen Zweck erfüllen. Neu hingegen sind auf „Erdentempel“ die vereinzelten cleanen Gesänge, die man auch schon auf der EP zu hören bekam und die vielen Songs eine neue und interessante Note verleihen, sowie der erste EQUILIBRIUM-Song, der auf englisch gesungen wird („The Unknown Episode“), musikalisch aber nicht überzeugen kann.

Leider war es das auch schon an bemerkenswerten Änderungen. EQUILIBRIUM bewegen sich hier nur wenige Zentimeter von ihrer Erfolgsformel weg und manövrieren sich zum Teil in eine Sackgasse. Dem Album mangelt es ein wenig an Ecken und Kanten – aggressivere Ausbrüche wie noch auf „Sagas“ oder verspielte Instrumentalparts, wie sie der Vorgänger teilweise zu bieten hatte, fehlen hier gänzlich. Es wird vorzugsweise auf melodische Midtempo-Songs gesetzt, die aber besonders zum Ende der Tracklist eher ins Belanglose abdriften („Wellengang“, „Apokalypse“). Entschädigt wird man dafür mit solchen Highlights wie dem bereits bekannten „Waldschrein“, „Heavy Chill“ (was mit seinem karibischen Flair an Songs wie „Unbesiegt“ erinnert) sowie dem Album-Höhepunkt „Stein meiner Ahnen“.

EQUILIBRIUM haben demnach mit „Erdentempel“ ein typisches Album abgeliefert, was man in dieser Form wohl erwarten konnte. Besondere Überraschungen oder Innovationen sucht man demzufolge vergeblich, dennoch dürften die meisten Tracks bei den Fans auf offene Ohren stoßen und besonders live für eine mächtige Partystimmung sorgen. In diesem Sinne: Prost!

Bewertung: 7 / 10

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