DVD-Review: Satyricon - Live At The Opera

Besetzung

Satyr – Gesang, Gitarre
Steinar Gundersen – Gitarre
Gildas Le Pape – Gitarre
Anders Odden – Bass
Frost – Schlagzeug
Anders Hunstad – Keyboard
Sessionmusiker: The Royal Norwegian National Opera Chorus, dirigiert von David Maiwald

Tracklist

01. Voice Of Shadows
02. Now, Diabolical
03. Repined Bastard Nation
04. Our World, It Rumbles Tonight
05. Nocturnal Flare
06. Die By My Hand
07. Tro og Kraft
08. Phoenix
09. Den Siste
10. The Infinity Of Time And Space
11. To The Mountains
12. The Pentagram Burns
13. Mother North
14. K.I.N.G

CD 1: Track 01-08 / CD 2: Track 09 - 14


Metallica waren die Vorreiter, Dimmu Borgir versuchten sich 2011 daran (eine DVD mit dem Titel „Forces OF The Northern Night“ ist in Arbeit) und auch SATYRICON scheint es die Idee, gemeinsame Sache mit einem Orchester oder Chor zu machen, angetan zu haben. Das nun erschienene „S&M“-Äquivalent der Black-Metal-Legende trägt den schlichten Titel „Live At The Opera With The Norwegian National Opera Chorus“.

Bezeichnender könnte der Name kaum sein. Denn was der geneigte Fan auf der DVD (sowie den zwei CDs) geboten bekommt, ist genau das, was man sich unter diesem Titel vorstellt: SATYRICON und ein Chor geben gemeinsam SATYRICON-Hits zum Besten.
Im Hinblick auf die durchdachten, klar strukturierten Songs des Black-Metal-Duos klingt das nach einer reizvollen Idee – leider geht das Konzept nur in einzelnen Passagen beziehungsweise bei einigen wenigen Stücken komplett auf: Zweifelsohne hörenswert sind das durch Gastsänger Sivert Høyem schon in der Studioversion auf „Satyricon“ (2013) sehr pathetische „Phönix“, sowie das Black-Metal-Epos „Mother North“, bei dem die Chorarrangements definitiv nochmal eine Schippe Epik auf das sowieso schon monumentale Songkonstrukt packen. Auch „Die By My Hands“ funktioniert in der Neuinterpretation zweifelsohne gut – auch das kein Wunder, beinhaltet der Song doch bereits in der Studioversion Chorgesang. Bei vielen der anderen Nummern, vor allem denen der härteren Gangart, ergänzen sich SATYRICON und der Chor der Norwegischen Nationaloper mitnichten so gut: Mal geht der Chor unter, öfter jedoch wirkt er eher krampfhaft um die bestehenden Strukturen herumarrangiert („Now, Diabolical“, „Repined Bastard Nation“). Eine wirkliche Bereicherung sind die stimmlich natürlich über jeden Zweifel erhabenen Gesangseinwürfe des 55-köpfigen Chors somit leider nicht immer – vielmehr wirken sie bisweilen wie ein Fremdkörper im Arrangement, der eher stört als bereichert.

Auch was den Unterhaltungswert des Konzertfilmes angeht, ist „Live At The Opera“ ein zweischneidiges Schwert. Zwar stellt das Den Norske Opera & Ballett in Oslo eine imposante Kulisse dar, davon abgesehen bietet die Show allerdings wenig spektakuläre Bilder: Die Lichtshow ist auf ein Minimum reduziert, die Band gibt sich pathetisch-ruhig und bis auf den „Special Effekt“, dass Frost (inklusive Schlagzeug) und Satyr von einer Hebebühne hinauf ins Rampenlicht befördert werden, gibt es wenig, das eine Bildaufzeichnung zwingend notwendig gemacht hätte.

Es gibt Träume, die man als Musiker ab einem gewissen Punkt seiner Karriere zu hegen scheint – einmal mit einem Orchester oder einer Band aufzutreten, gehört wohl dazu. SATYRICON haben sich diesen Traum nun erfüllt und, das muss man ihnen zugestehen, definitiv das bestmögliche Resultat erzielt: Die Setlist repräsentiert gelungen alte Hits und den Status Quo der Band, der Sound ist vorzüglich eingepegelt und die Location verleiht dem Konzert einen absolut stimmigen Rahmen. Wirklich überzeugen kann „Live At The Opera“ trotzdem nicht. Denn spätestens über seine beachtliche Spielzeit von anderhalb Stunden hinweg verliert das Konzept bei aller Euphorie, die man der Idee entgegenbringt, schlichtweg seinen Reiz. Sad But True, wie Metallica vielleicht sagen würden.

Bewertung: 7 / 10

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