CD-Review: The Gathering - Afterwords

Besetzung

Silje Wergeland - Gesang
René Rutten - Gitarre, Digeridoo
Marjolein Kooijman - Bass
Hans Rutten - Schlagzeug
Frank Boeijen - Keyboard, Piano
Gastmusiker:
Bart Smits - Gesang
Noel Hofman - Trompete

Tracklist

01. S.I.B.A.L.D. (Sometimes Its Better A Little Dusty)
02. Echoes Keep Growing (remake of I Can See Four Miles)
03. Areas
04. Afterwords (featuring Bart Smits)
05. Tuning in, Fading out (remake of Missing Seasons)
06. Gemini III
07. Afterlights
08. Sleep Paralysis (remake of Paralyzed)
09. Bärenfels (remake of Heroes For Ghosts)


Die Freude über eine neue Platte der niederländischen Atmospheric Rocker THE GATHERING ist groß trotz des Umstandes, dass es sich nicht wirklich um ein reguläres Album handelt. Zwar mit neun Songs und entsprechenden 41 Minuten gut bestückt, sind aber nicht ausschließlich neue Stücke auf „Afterwords“ enthalten.

Tatsächlich ist die Geschichte ein wenig kompliziert, denn drei der Lieder stammen von der EP „Afterlights“, zwei von ihnen waren da allerdings schon Remakes vom Vorgängeralbum „Disclosure“. Von den sechs bislang unveröffentlichten Stücken sind allerdings auch wiederum zwei Neuauflagen, naja, etwas kompliziert, wie gesagt. Glücklicherweise muss man sich aber nicht unbedingt damit aufhalten, steht THE GATHERING doch seit Jahrzehnten für atmosphärische Musik, die sich einfach schön anhören lässt. Und so geht es gleich von den ersten Takten an sehr stimmig zur Sache, viele interessante Keyboardarrangements, die bereits den Vorgänger ausgezeichnet hatten, dominieren über weite Strecken die Szenerie. Und auch wenn THE GATHERING ihre überexperimentelle Phase mit Alben wie „How To Measure A Planet“ oder „if_then_else“ längst hinter sich gelassen haben, wagt man sich durchaus an progressivere Strukturen und Melodien und scheut (weiterhin) nicht den Einsatz von leicht genrefremden Instrumenten wie der in mehreren Stücken ziemlich präsenten Trompete.
Da man einige Passagen doch schon von vorherigen Veröffentlichungen kennt, ist es etwas schwierig, vorurteilsfrei die Highlights auszumachen. „I Can See Four Miles“ war auf „Disclosure“ schon ein echter Hit, nicht anders verhält es sich mit dem entsprechenden Remake „Echoes Keep Growing“. Eine kleine Überraschung stellt der Gastauftritt von Ur-Sänger Bart Smits dar, der ganz im Gegensatz zum früheren Doom-Growling einen absolut akzeptablen Cleangesang hinlegt. Da hat man sich bei THE GATHERING so an Frauengesang gewöhnt…
Ebenso sei noch der dritte Teil der „Gemini“-Reihe angesprochen, zwar mit nur gut vier Minuten nicht so sehr eine epische Nummer, aber mit einer ebenso zuckrigen wie eingängigen Gesangslinie und einer interessanten Intensitätssteigerung, ohne dabei etwa in brachiales Riffing zu verfallen, alles bleibt im Prinzip im Kleinen, nur die Gefühle sind ganz groß.

Hoffentlich behalten THE GATHERING diesen Stil bei, dann kann man sich definitiv auf ein neues Studioalbum freuen. Das Qualitätscomeback „Disclosure“ war im letzten Jahr noch eine Überraschung, spätestens mit „Afterwords“ zeigen die Niederländer, dass künftig mit ihnen zu rechnen sein wird. Auch wenn die Scheibe nicht ausschließlich brandneuen Stoff liefert, kann man eine Anschaffung auf jeden Fall zumindest überdenken.

Keine Wertung

Geschrieben am

2 Kommentare zu “The Gathering – Afterwords”

  1. Fido

    Übel, übel, was aus The Gathering geworden ist – der Rezensent kann unmöglich die gleiche Platte wie ich gehört haben!
    Der Opener, Afterlights, Sleep Paralysis (wohl eine Neuversion von „Paralyzed “ des Vorgängers) und Bärenfels haben nur marginal etwas mit „richtiger“ Musik zu tun, und bestehen hauptsächlich aus Soundcollagen, schrecklich!!
    Das Gefiepe von Silje war mir schon auf dem Vorgänger ein Dorn im Auge, diesmal noch um einiges schlimmer! Der einzig halbwegs gute Song ist der Titeltrack, bei dem ja der Bart Smits singt (ja, er kann’s sogar ganz gut, obwohl mir seine Grunts auf dem Erstling auch ganz gut gefielen), aaaaaber …, es hört sich eher wie ein Plagiat von „Deine Lakaien“ (Fleeting oder auch Slowly Comes My Night) an. Die „neue“ Version von „I Can See …“ – jetzt „Echoes …“ ist noch schlechter als die ursprüngliche Version – was daran ein Hit sein soll (… nanaaaanaanaaa .. the echoes keep …., das wars mal vom Text, mehr kommt da nicht, und dieses üble Drone-Finale), ist mir unklar!

    Also Vorsicht, wie ich finde eine ganz schreckliche Platte, die REIN GAR NIX mehr mit irgendeinem der Vorgänger was zu tun hat, geschweige denn mit Rockmusik!!!!!

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