CD-Review: Whispering Sons - Image

Besetzung

Fenne Kuppens - Gesang
Kobe Lijnen - Gitarre
Tuur Vandeborne - Bass
Sander Pelsmaekers - Schlagzeug
Sander Hermans - Synthesizer

Tracklist

01. Stalemate
02. Got A Light
03. Alone
04. Skin
05. No Time
06. Fragments
07. Hollow
08. Waste
09. Dense
10. No Image


Wenn man sich Bands wie Killing Joke, Shame, FTR oder Demon Head anschaut, ist die Bandbreite dessen, was gemeinhin als „Post-Punk“ bezeichnet wird, ziemlich groß. Und auch wenn es auf den ersten Blick wenig Gemeinsamkeiten zwischen den genannten Bands gibt: Die Ursuppe, aus der sie stammen, in jedem Fall der britische Punk, aber auch der Dark Wave der späten siebziger und frühen achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Gerade letzterer steht auf dem neuesten Output „Image“ der belgischen Formation WHISPERING SONS äußerst dominant im Vordergrund. Eine Rückbesinnung auf alte Qualitäten oder aber ein lauwarmer Aufguss von bereits tausendmal Gehörtem?

Der erste Eindruck: Einer der Haupteinflüsse sind ohne Frage The Sisters Of Mercy. Zum einen erinnert das Gitarrenspiel sehr an die Briten, zum anderen auch die produktionsbedingte Klangästhetik. Gefühlt ein wenig dünn und unterkühlt, atmosphärisch aber durchaus vergleichbar mit den frühen Sisters-EPs bzw. der entsprechenden Compilation „Some Girls Wander By Mistake“. Dem widersprechen allerdings die groovigen, oftmals vorwärts preschenden Drums: Hier macht sich für die WHISPERING SONS bezahlt, dass im Gegensatz zur genannten Dark-Wave-Ikone ein Mensch aus Fleisch und Blut das Schlagzeug malträtiert. Gelegentlich haben Drums und Plektron-Bass in Verbindung mit dem einen oder anderen Synthesizersound sogar etwas von Nine Inch Nails zu „Fragile“-Zeiten – das macht wirklich Spaß und ist abwechslungsreich.

Die Vocalarbeit dagegen klingt nicht wirklich nach Andrew Eldritch, passt aber wie die Faust aufs Auge. Einziger Kritikpunkt wäre hier die fehlende Varianz in der Performance von Frontfrau Fenne Kuppens. Das ist schade, denn ihre Stimme hat auch dann ihren Reiz, wenn sie lauter und drängender wird – wie zum Beispiel in der zweiten Hälfte von „Hollow“ oder dem Ende von „Got A Light“. Beide Songs gehören auch zu den Highlights auf „Image“ – erstgenannter hat sogar ein wenig Industrial-Rock-Feeling, während die WHISPERING SONS in „Got A Light“ gegen Ende schön noisige Synthesizer auffahren. Auch der Opener „Stalemate“ hat auf jeden Fall Ohrwurmcharakter.

In den ruhigeren Momenten wie im beinahe balladesken „Skin“ oder dem Albumcloser „No Image“ mit seinem schönen Piano beweisen die WHISPERING SONS, dass sie ihr Handwerk in Sachen Atmosphäre durchaus verstehen. Dass ein Großteil der Arrangements auf Repetition und Steigerungen basieren, verstärkt den hypnotischen Charakter von „Image“ weiter. Auch die umfangreiche Synthesizerarbeit fügt sich homogen ins Gesamtbild ein.

Auch wenn die WHISPERING SONS das Rad nicht neu erfinden und sich auf bewährte Zutaten verlassen, kann man „Image“ bedenkenlos allen empfehlen, die etwas für The Sisters Of Mercy, Joy Division oder Interpol übrighaben. Kann man machen.

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

2 Kommentare zu “Whispering Sons – Image”

    1. Stephan Gossen Post Author

      Ok, das ist mir auch noch nicht passiert und ein wenig peinlich… Der Fehler wurde umgehend korrigiert, danke für den Hinweis :-)

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