CD-Review: Wolfheart - Skull Soldiers (EP)

Besetzung

Tuomas Saukonnen - Gesang, Gitarre
Vagelis Karzis - Gitarre
Lauri Silvonen - Bass, Gesang
Joonas Kauppinen - Schlagzeug

Tracklist

01. Skull Soldiers
02. Hereditary
03. Aeon Of Cold (acoustic)
04. Reaper (live)


Werden WOLFHEART zu den finnischen Sabaton? 2020 beschäftigte sich die Gruppe um Multitalent Tuomas Saukkonen bereits mit der Thematik des Finnisch-Sowjetischen Winterkriegs und dessen Folgen auf ihrem Album „Wolves Of Karelia“. Genau hier knüpft die aktuelle EP „Skull Soldiers“ an.

Die EP wartet mit zwei brandneuen Songs auf und bietet zusätzlich noch zwei alternative Versionen von bereits bestehenden Songs. Eines vorweg: Die beiden neuen Tracks sind unverkennbar von WOLFHEART – bereits die ersten Sekunden dürften jeden Fan der Band einfangen.

„Skull Soldiers“ ist der ruhigere der beiden neuen Songs, sofern es in diesem Vergleich überhaupt so etwas wie Ruhe gibt. Als Gast tritt hier Petro Solovey auf, der in der ungarischen Band Wolfanger singt. Solovey vertont für „Skull Soldiers“ Textpassagen in seiner Muttersprache. Der Song – und damit auch die EP – fängt berohlich schwer an und schwillt mit dem markant tiefen Gesang Saukkonens und gleichzeitig einsetzenden, WOLFHEART-typischen Gitarren und schnellen, blastbeatlastigen Drums zur klanglichen Wand an, für die die Band mittlerweile bekannt ist. Spätestens ab dem Refrain und dem unmittelbar gebellten „Cut them down!“ erreicht vor allem die Gitarre eine Finesse, die in Verbindung mit den Lyrics schweren Eindruck hinterlässt. Saukonnen zeigt erneut und wiederholt, wozu er mit seiner Gitarre imstande ist. Da darf ein monumentales Solo nicht fehlen, dessen Schlusston einzig und allein sehr wirksam in der Stille verhallt, bevor der Song erneut in den beeindruckenden Refrain kippt.

Trotz dieses imposanten Anfangs legt „Hereditary“ beachtlich nach. Der zweite Track ist schneller und hervorstechender als „Skull Soldiers“, hinterlässt im direkten Vergleich noch einmal mehr Eindruck und fasst WOLFHEART in etwas mehr als vier Minuten in Gänze zusammen: Unglaublich schnell und präzise gespielte Gitarren, ein hämmerndes Schlagzeug, dessen Doublebass den Song treibt und kräftiger Gutturalgesang verschmelzen mit sanften Streichern im Hintergrund zu einem großen Ganzen.

Die Akustikversion von „Aeon Of Cold“ im direkten Anschluss stellt einen krassen Kontrast dar – sowohl zu den beiden vorangegangenen Songs als auch zur originalen Version von „Shadow World“. Begann das Original seinerzeit ruhig und wischte diese anfängliche Ruhe mit einem Streich hinfort, verweilt die Akustikversion in dieser Ruhe. Der Einstieg mit der langsam eingespielten Akustikgitarre verleiht dem Song einen komplett anderen Charakter: „Aeon Of Cold“ wirkt jetzt warm, bedächtig und melancholisch. Der einsetzende Klargesang von Bassist Lauri Silvonen führt zum finalen Bruch mit dem Original. Silvonens Gesang steht im klaren Kontrast zu Saukonnens, ist lupenrein eingesungen, stellenweise fast verletzlich gehaucht und wirkt gedankenverloren. Die ursprünglich bedrohliche Atmosphäre, die „Aeon Of Cold“ erzeugte, fehlt nun und der Song schlägt damit eine komplett andere Richtung ein – keine zwangsläufig schlechte, aber eine überraschend ungewohnte.

Die Live-Version von „Reaper“ schlägt zwar die Brücke zu „Wolves Of Karelia“, wirkt aber willkürlich ausgesucht. Die Aufnahme stammt vom Streamingkonzert im Januar und kann hier nur schwer als Live-Version bezeichnet werden. Dafür ist die Aufnahme zu sauber und zu steril. Der Song ist dabei keinesfalls schlecht, aber leider nicht mehr als ein Lückenfüller.

Die Thematik von „Skull Soldiers“ um finnische Soldaten, die tapfer ihre Pflicht erfüllen, um die Heimat und deren Unabhängigkeit zu verteidigen, hinterlässt einen Beigeschmack, der den Wunsch aufkommen lässt, dass WOLFHEART ihre ursprünglichen Thematiken hoffentlich nicht vergessen und ihren thematischen Fokus wieder erweitern. Andernfalls droht am Ende wirklich noch das Prädikat „finnisches Sabaton“, das dieser starken Band keinesfalls gerecht werden würde.

Lohnt sich der Kauf? Ja, aus zwei Gründen: Zum einen sind die beiden neuen Tracks sehr gut und dürften bei den Fans der Band und Genreanhängern Anklang finden, zum anderen ist der Band selbst mit Hinblick auf die aktuelle Krise für Musiker geholfen, um ausfallende Konzerte zu kompensieren.

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