Das Cover von "When Stars Collide" von Xion

Review Xion – When Stars Collide

  • Label: Fireflash
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Thrash Metal

Schweden entdeckt den Thrash Metal wieder: Nachdem das skandinavische Land vor allem im Heavy und Glam Metal etliche Bands hervorgebracht hat, scheinen sich die jungen Wilden von heute wieder mehr am Sound der Bay Area zu orientieren. Etwa zeitgleich mit BLOODSTAIN und HOSTILIA veröffentlichen auch die Thrasher XION aus der Region Dalarna ein neues Album. Die erst 2018 gegründete Band konnte bereits mit ihrem ersten Album „Between Shadows And Gods“ überzeugen und brauchte gerade mal zwei Jahre, um mit „When Stars Collide“ einen Nachfolger einzuspielen und sich obendrein einen Vertrag mit dem niedersächsischen Label Fireflash Records zu sichern.

Das Hauptmerkmal der Musik von XION ist sicherlich die enorme Präzision, mit der die Burschen aus Falun ihre Riffs zocken. Ein Alleinstellungsmerkmal ist das freilich nicht, schließlich kennt man diese Form des ultrapräzisen Hochgeschwindigkeits-Thrash auch von Bands wie SUICIDAL ANGELS oder EVILE und vor allem letztere eignen sich für ein Album wie „When Starts Collide“ hervorragend als Bezugsgröße. Die Schweden spielen nämlich nicht nur mit geradezu maschineller Genauigkeit, sondern sind ganz ähnlich wie ihre britischen Kollegen auch mehr als nur ein bisschen von METALLICA inspiriert. Das wird bereits im Opener „Hands Will Be Cut“ deutlich und kommt auch in Nummern wie „Burned Onto You“, „Dead By The Night“ oder „Zero Light“ zum Ausdruck.

Allerdings handelt es sich bei XION um keine reine METALLICA-Kopie. Die Truppe erweitert ihr von Hetfield und Co. beseeltes Abrissbirnen-Riffing nämlich stets um unerwartet eingängige Refrains, welche die Skandinavier sodann in die nähe von MANTIC RITUAL rücken – so etwa in „Phantom Of Blood“ oder dem rasanten „Total Euphoria“. Die Freude der Schweden an mehr Eingängigkeit macht sich auch in ihren Leadgitarren bemerkbar. Die fallen auf „When Stars Collide“ zwar reichlich technisch aus, lassen dabei aber auch starke Melodien zu und sorgen so gleichermaßen für offene Münder wie für Gänsehautmomente – auch das haben XION mit MANTIC RITUAL gemeinsam.

Die größte Überraschung auf „When Stars Collide“ kommt in Form von „Granted Wings (Let Me Fly)“, denn in der mit „Fade To Black“ vergleichbaren Power-Ballade geben sich XION ungeahnt gefühlvoll. Gesanglich mag in einer solchen Nummer noch Luft nach oben bestehen, aber sie ist absolut authentisch arrangiert und obendrein gelingt solch ein Song nur den wenigsten Bands bereits am Anfang ihrer Karriere. Ansonsten ist das Album weithin aus einem Guss, allerdings variiert die Formation ihre in den meisten Songs etablierte Formel noch einmal mit dem NWOBHM-inspirierten „Mirror Shield“.

Nein, XION revolutionieren den Thrash Metal auf „When Stars Collide“ keineswegs und eifern ihren offensichtlichen Vorbildern sogar derart hingebungsvoll nach, dass man zu mancher Gelegenheit schon von Kopie sprechen muss. Ihre enorme technische Finesse und die Authentizität, mit der sie auftreten, hebt die Truppe aus Falun allerdings von einigen ihrer Mitstreiter ab und kann durchaus als definierendes Merkmal angesehen werden. Wer also Spaß an technisch einwandfreiem Thrash Metal mit einem Hang zu melodiösen Gitarren hat, wird an „When Stars Collide“ definitiv helle Freude haben. Man darf gespannt sein, wohin sich XION in Zukunft entwickeln werden.

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Wertung: 7.5 / 10

Thomas Meyns

Publiziert am von

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