Review Kinetic – Liminal

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KINETIC aus der dänischen Hafenstadt Kolding haben laut Promo-Text das Bestreben, Musik zu schaffen, die über Konventionen hinausgeht – sowohl musikalisch als auch konzeptionell. Die im letzten Jahr erschienene Debüt-EP „Sentience“ enthielt bereits den Opener und den Closer von „Liminal“ und bot seichten, aber stellenweise durchaus hörenswerten Prog Metal. Kann das vorliegende Album eine Schippe draufpacken?

Sagen wir mal so: Es bleibt durchwachsen. KINETIC haben durchaus Talent. Technisch beherrschen alle Mitglieder ihr Metier und begehen diesbezüglich auch keinerlei Schnitzer – doch die Seichtheit, die bereits die EP qualitativ durchschnittlich hat dastehen lassen, hat insgesamt eher zugenommen. Dazu kommt zwar ein spannendes lyrisches Konzept rund um den Weltraum und die menschliche Existenz, die musikalische Umsetzung von ebendiesem bleibt aber leider oberflächlich.

„Liminal“ bietet mit einer Laufzeit von über 100 Minuten technisch sehr viel, was das Prog-Rock-/Metal-Herz begehrt, nur leider keine erinnerungswürdigen Melodien. Die Songs plätschern vor sich hin und bleiben größtenteils unspektakulär. Nur selten erzeugen die ruhig-verträumten Parts „Aha“-Momente zum Aufhorchen, und die härteren Passagen leiden in der Regel unter zu wenig „Punch“. Hingegen punkten die Vocals von René Hougaard mit einem angenehmen Timbre. Auch der stellenweise rauere Gesang („Beginnings“, „Fermi“, „Omega“) weiß zu überzeugen.

Hin und wieder gehen die Augenbrauen aber dann doch hoch: Entweder, wenn Marcus Levin seine Synthies prominenter erklingen lässt und sich die musikalische Atmosphäre dem lyrischen Konzept annähert (was leider viel zu selten der Fall ist), oder wenn KINETIC etwas aus dem einheitlichen Gesamtsound ausbrechen und ein wenig auf das Gaspedal treten („Fermi“, „Progress To One“). Leider bleibt das jedoch regelmäßig Stückwerk, da die wenigen spannenden Passagen viel zu schnell wieder vom nächsten gewöhnlichen Part abgelöst werden.

Bei KINETIC ist definitiv Potenzial für mehr da – ihr vollwertiges Erstlingswerk kommt jedoch ohne Höhepunkte daher, sodass insgesamt nur ein durchschnittlicher Eindruck bleibt. Eine Empfehlung kann vor allem für Fans von ausuferndem Prog ausgesprochen werden, die auch keine Probleme damit haben, minutenlang mit eher leicht verdaulichem Material unterhalten zu werden.

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Wertung: 5 / 10

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