Der Jahresrückblick 2025 von Philipp Sorger

Meine Top-5 der Metal-Alben 2025
  1. YEAR OF THE GOAT„Trivia Goddess“… ist das bisher ausgereifteste und zugänglichste Werk von YEAR OF THE GOAT. Während GHOST zwar immer größer, aber auch immer ABBA-esker werden, findet die Band um Tomas „Sabbathi“ Eriksson zwischen Kommerz und Genre-Authentitzität genau den richtigen Ton.
  2. HAERESIS„Si Vis Pacem Para Bellum“… ist ein Debüt wie man es im Genre des (Post) Black Metal selten geboten bekommt. Die sympathische Berliner Formation hat mit diesem Album nicht nur ein technisch wie kompositorisch einwandfreies Werk vorgestellt. HAERESIS schürfen auch tief mit den besprochenen Themen und machen klar, dass Haltung gegen Rechts im Black Metal so möglich wie nötig ist.
  3. CORONER„Dissonance Theory“… hat das Comeback der Schweizer mit einem Knall eingeläutet. Die Platte ist so energiegeladen wie verspielt. CORONER haben wieder richtig Bock und das hört man auf dem neuen Album der Band mit jeder Note. Ganz nebenbei ist es auch bestens als Einstieg in Thrash- als auch Progressive Metal geeignet.
  4. IN MOURNING„The Immortal“… zeigt die Finnen erneut von ihrer besten Seite. Zwar geht die Band auf ihrem aktuellen Album noch viel moderner zu Werke als zuvor und auch in Sachen ihrer essenziellen Melancholie geht es nicht mehr durchgehend so schwermütig zu wie beispielsweise auf „The Bleeding Veil“. Dennoch steckt „The Immortal“ nach wie vor voller packender Arrangements und tollen Hooks.
  5. BA’AL – „The Fine Line Between Heaven And Here“… ist ein Werk, das Post Metal mit all seinen Facetten in teils cineastische Songs gießt. Dabei schaffen es die Briten mit fast unverschämter Leichtigkeit auf dem schmalen Grat zwischen bohrender Hoffnungslosigkeit und dem kleinen Licht der Zuversicht zu balancieren. Überdies ist „The Fine Line Between Heaven And Here“ ein verhältnismäßig zugängliches Album, was das Betätigen des Replay-Buttons quasi unumgänglich macht.
Schlechtestes Metal-Album des Jahres 2025

Hier trifft es leider IMHA TARIKAT. „Confessing Darkness“ mag durch seinen schroffen Charakter gerade Traditionalisten begeistern können. Leider ist das aber auch schon alles das man dem Album als positiv attestieren kann. Ansonsten ist „Confessing Darkness“ nämlich weder ein Release mit Nachwirkung, noch etwas, dass es in der Masse an Black Metal Veröffentlichungen unbedingt gebraucht hätte.

Bestes Entmetallisiert-Album des Jahres 2025

ARCADEA, die Synth-Pop Band von MASTODON-Sänger Brann Dailor waren ein Flug ins Blaue. Einer der sich gelohnt hat. „The Exodus Of Gravity“ ist eine Hommage an die frühen Jahre der elektronischen Musik. ARCADEA haben da ein Album erschaffen, das mit viel Charme und Feingefühl einen Hauch von Moderne mit dem Frühwerk von Größen wie RUSH verbindet.

Bestes Festival des Jahres 2025

Dieses Jahr gab’s Festivals …?

Bestes Konzert des Jahres 2025

Ein Streicherquartett in wunderschöner barocker Kulisse. Es war großartig.

Schlechtes Konzert des Jahres 2025

Oben genanntes war mein einziges als Besucher in diesem Jahr.

Bestes Coverartwork des Jahres 2025

„Shir Hashirim“ von AMALEKIM war nicht nur ein sehr gutes Black-Metal-Album. Auch das Cover hätte den philosophischen Kontext nicht besser ergänzen können. Zu sehen ist eine bildliche Interpretation der „Zwei Mütter und Salomon“. Eine Parabel die aufzeigt, dass jede Entscheidung irreversible Konsequenzen haben kann.

Schlechtestes Coverartwork des Jahres 2025

Wo wir vorhin bei ARCADEA waren. Die Musik ist super und ein derartiges Cover konsequent. Für Menschen mit Augemigräne hätte man dennoch eine Triggerwarnung draufklatschen können.

Newcomer des Jahres 2025

YOUR INLAND EMPIRE. Zwar sind die Herren jetzt keine wirklichen Newcomer, da sie der Industrial-Post-Sludge-Band CROWN entstammen und sich selbst als logische Weiterentwicklung dessen verstehen was CROWN einst waren. Außerdem ist ein Debüt nun mal ein Debüt. Da ist es schön zu ergänzen, dass eben dieses sehr gelungen ist.

Persönliche Entdeckung des Jahres 2025

Das sind in diesem Jahr HAERESIS. Wie weiter oben schon erwähnt, ist ein Debüt wie sie es vorgestellt haben sehr selten. Außerdem hatte ich mit Christin und Daniel eines der sympathischsten Interviews in diesem Jahr.

 

Enttäuschung des Jahres 2025

Können KATATONIA eigentlich schlechte Alben machen? Das darf bezweifelt werden. Aber es ist eben auch so, dass die Schweden auf „Nightmares As Extension Of The Waking State“ vor allem eines sind: so sperrig wie der Albumtitel. Zugegeben, leichte Kost waren KATATONIA noch nie. Hier aber könnte man annehmen, Jonas Renkse habe das künstlerische Ego über die Trademarks seiner Band gestellt. Ob das mit dem Umstand zu begründen ist, dass bis auf Renkse keines der Originalmitglieder mehr in der Band ist, muss wohl offen bleiben.

Überraschung des Jahres 2025

MONOGRAF aus Norwegen. Deren neues Album „Occulation“ verbindet gekonnt die Wucht von Sludge und Post Metal und ergänzt dieses Rezept noch um Einflüsse aus Folk und Neoklassik. Ganz stark und ein Muss für jedes Ohr ohne Scheuklappen.

Wenn man nicht nach den Veröffentlichungen dieses Jahres geht, dann waren das definitiv CROWN. Mit ihrem Mix aus zähem Metal und brachialen Industrial-Sounds lassen sie einfach keinen Stein auf dem anderen.

Mein Song des Jahres 2025

Ist zwar kein Song aus 2025 im neuesten Sinne, aber hey….„Hocus Pocus“ von FOCUS. 1971 auf dem Album „Moving Waves“ erschienen, lief dieser irrwitzige Titel – man beachte die eindrucksvollen Lyrics – bei mir rauf und runter. Das Ding ist einfach unglaublich tight und hat einen Groove, der einem so schnell nicht mehr aus den Knochen fährt. Dennoch: etwas Wahnsinn braucht es, um den Song zu mögen.

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Mehr Informationen

Mein bestes gelesenes Buch 2025

Gelesen hab ich keines. Aber es ist eins in der Entstehung.

Mein bester gesehener Film 2025

Das wird dann wohl „Nosferatu“ von Robert Eggers gewesen sein. Einfach ein brillanter Filmemacher und eine extrem würdevolle Neuverfilmung des schmutzigen „Originals“ von Murnau. Leider hat mich der Film auch dazu bewogen, die Herzog-Interpretation nachzuholen. Warum? Warum gibt es diesen Film?

Wunsch / Hoffnung für 2026

2026? Hm. Hoffnung glaube ich, auch wenn’s schon in der Frage steht.