CD-Review: Al-Namrood - Kitab Al Awthan

Besetzung

Mudamer – Gesang
Mephisto – Gitarre, Bass
Ostron – Keyboards

Tracklist

01. Mirath Al Shar
02. Min Trab Al Jahel
03. Hayat Al Khlood
04. Ashab Al Aika
05. Al Qaum, Hakem Al Huroob
06. Kiram Al Mataia
07. Ez Al Mulook
08. Bani La'em
09. Wa Ma Kan Lil Sufha' Entisar


Nur zwei Jahre nach dem allemal spannenden Estorat Taghoot veröffentlichen AL-NAMROOD mit „Kitab Al Awthan“ ihr nunmehr drittes Album. Waren die Alben zuvor mal verschrobener, mal zumindest gewöhnungsbedürftiger Black Metal arabischer Prägung, mutet zumindest das Artwork diesmal fast lieblich an: Wüste, orientalische Architektur, ein zarter Mond …

Tatsächlich eröffnet „Mirath Al Shar“ das Album fast etwas pathetisch – schon im folgenden „Min Trab Al Jahel“ ist dann aber Schluss mit zarter Romantik: Die kehligen Growls des neuen Sängers Mudamer, orientalische Harmonien, exotische Instrumente und Black-Metal-Gitarren vereinen sich zu einer in sich absolut stimmigen, aber doch auch ungewohnten Mixtur.

Doch waren die bisherigen Werke von AL-NAMROOD noch vornehmlich kautziger Kram für Liebhaber verschrobener Klänge, dürften sich mit dem Material auf „Kitab Al Awthan“ deutlich mehr Menschen mit westlich geprägtem Gehör anfreunden können. Freilich klingt auch diesmal so manche Harmonie ungewohnt bis schief. In ihrer gesamten Komposition ist die Musik von AL-NAMROOD diesmal aber viel leichter verdaulich.

So gehen die neun Songs vielleicht auch nicht unbedingt direkt ins Ohr, auch ist „Kitab Al Awthan“ kein Album, dessen Melodien man später unter der Dusche singen könnte. Und doch findet sich auf der CD deutlich mehr „nachvollziehbares“ Material als auf beiden Vorgängern zusammen. Das liegt zum einen am diesmal überraschend lässig groovenden Stil der Riffs, in die AL-NAMROOD immer wieder geschickt Passagen auf traditionellen Instrumenten einflechten (z. B. „Ashab Al-Aika“), zum anderen aber auch am verglichen mit den Vorgängern merklich runderen Klangbild des Albums. Einzig der Drum(-computer)-Sound klingt auf Dauer etwas enervierend. In Anbetracht der Herkunft und Umstände, unter denen AL-NAMROOD musizieren, ist das jedoch vernachlässigbar.

Auf ihrem dritten Album reichen AL-NAMROOD dem westlichen Hörere mit einer für ihre Verhältnisse fast gemäßigten Version ihres arabisch geprägten Black Metals die Hand. Wer sich für Black Metal aus anderen Kulturkreisen interessiert, sollte sich spätestens jetzt auch mit AL-NAMROOD auseinandersetzen. Bands wie Orphaned Land oder Melechesh zu mögen reicht zwar nach wie vor nicht aus, um AL-NAMROOD automatisch auch etwas abgewinnen zu können, ist aber fraglos hilfreich.


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Bewertung: 8.5 / 10

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