Review Carach Angren – This Is No Fairytale

CARACH ANGREN sind der Inbegriff einer Naturgewalt – langsam im Aufbau, plötzlich aufbrausend und tobend beim Ausbruch, nach allen Seiten ausschlagend, unnachgiebig und ohne Rücksicht auf Verluste. Eine Beschreibung, wie sie passender nicht sein könnte für das vierte Werk der Niederländer, welches mit dem Namen „This Is No Fairytale“ die Tradition bewahrt, bereits anhand des Albumstitels erkennen zu lassen, was CARACH ANGREN nach eigenen Angaben spielen: Horror Metal. Und diesen erneut auf einem hohen Niveau, aber tatsächlich noch verspielter als auf dem Vorgänger „Where The Corpses Sink Forever“ (2012) und erst recht progressiver als auf dem Debüt „Lammendam“ (2008), sodass selbst der geneigte Zuhörer von dem Können erstaunt sein dürfte, welches bei dem Trio von Album zu Album an Umfang zuzunehmen scheint.

Somit gestaltet sich „This Is No Fairytale“ als hochgradig technisch versiert, worunter die Melodik sowie die Steigerung innerhalb eines Songs, welche CARACH ANGREN auf ihren vorherigen Alben auszeichnete, stellenweise verloren geht. Hingegen bei einem Song wie „A Strange Presence Near the Woods“ („Lammendam“) die symphonischen Leads wiederkehren und dem Track eine klare Linie zuerkannt werden kann, verschachteln die Niederländer ihre Songs neuerdings viel stärker. Besonders „There’s No Place Like Home“ überfordert im Moment des ersten Hörens. Auf Grund des hohen Grades an Detailverliebtheit im schnellen Spiel besitzt das aktuelle Album leider auch keinen Song, der sich langsam erhebt wie beispielsweise ein „The Funerary Dirge Of A Violinist“ („Where The Corpses Sink Forever“). Lediglich „The Witch Perished In Flames“ besteht aus überwiegenden Mid-Tempo-Parts, die gen Ende in ein furioses Finale hätten übergehen können, aber stattdessen flacht der Song nach dem Klimax ab und schleppt sich noch drei Minuten vorwärts.

Nichtsdestotrotz: Ihre Trademarks bringen CARACH ANGREN auch auf „This Is No Fairytale“ erfolgreich unter, denn erneut werden die spoken words von Seregor, die tragenden symphonischen Anteile sowie der Gruselfaktor wie im Outro von „Two Flies Flew Into A Black Sugar Cobweb“ so erstklassig platziert, dass das Trio wiederholt durch eine professionelle Kontinuität glänzt. Denn obwohl das vierte Album anfangs unzugänglicher ist als die vorherigen Releases, ist diese Erkenntnis nicht als ein Mangel, sondern eher als die Richtung zu verstehen, die sich bei CARACH ANGREN von Album zu Album deutlich konturierter zeigt. Die Hinwendung in eine Technical-Richtung, wie sie zum Beispiel Fleshgod Apocalypse praktizieren, ist nirgendwo so stark herauszuhören wie bei „This Is No Fairytale“.

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Wertung: 8 / 10

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