Review Divinity – The Singularity

  • Label: Candlelight
  • Veröffentlicht: 2010
  • Spielart: Death Metal

Gerade haben die kanadischen DIVINITY ihr 10-jähriges Jubiläum mit „The Singularity“ und einer Veröffentlichung in Eigenregie über die Bühne gebracht, schon machen sich Candlelight Records daran, das Zweitlingswerk der Band auch außerhalb Kanadas verfügbar zu machen. Nebenbei soll die neun Songs starke und knappe 45 Minuten lange Scheibe dem brachialen Quintett helfen, den eigenen Namen auch in Europa geläufig zu machen.

Was dann aus der Anlage tönt, lässt sich zwar im weitesten Sinne und am geschicktesten in Richtung Death Metal kategorisieren, beschränkt sich aber keinesfalls nur darauf. Stattdessen zeichnet der Opener „Abiogenesis“ ein äußerst progressives Bild und stimmt den Hörer schon mal darauf ein, dass er sich im weiteren Verlauf auf eine gleichermaßen technische Prügelorgie freuen darf. „Beg To Consume“ zeigt im Anschluss den gesanglichen Facettenreichtum von Frontmann Sean Jenkins, der seiner Stimme hierbei stellenweise sogar einen thrashigen Anstrich verpasst. Hinzu kommt eine außerordentlich virtuose Performance der Gitarristen James Duncan und Sacha Laskow, die sich auch mit „Lay In The Bed You’ve Made“ und „Transformation“ offenbart. Vor allem ersterer der beiden Songs weiß mit einem ohrwurmsicheren Refrain zu überzeugen, lässt aber gleichzeitig genügend Platz für Drummaschine Brett Duncan, um sich ebenfalls gekonnt in Szene zu setzen.
Das, die meiste Zeit über äußerst dicht konstruierte, Soundgewand wird nur selten ein wenig aufgelockert, wie beispielsweise mit einem melodischen und ruhigen Interlude a là „Emergent“ oder einem Piano-Intro, wie es „Embrace The Uncertain“ bietet. Dabei scheinen sich Fronter Jenkins – der mit seinen durch Mark und Bein gehenden Shouts, seinen kantigen Growls und einem nicht zu verachtenden Klargesang beinahe die komplette Metal-Gesangspalette abarbeitet – und die Instrumentalfraktion ein heiß umkämpftes Duell zu liefern, so dass sich dem Hörer die Scheibe als Ganzes erst nach mehrmaligem Spielen offenbaren dürfte. „Monsters Are Real“ fährt hingegen abermals die härtere Schiene, was vor allem dem blastenden Brett Duncan zugute kommt. Und obwohl mit dem Schlusslicht „Approaching The Singularity“ nochmal ein verdammt technisches und progressives Todesblei-Häppchen daher kommt, kann sich die anfängliche Begeisterung nicht über die komplette zweite Hälfte von „The Singularity“ halten.

Die eigentliche Beständigkeit des zweiten Albums der Kanadier ist nämlich die Unbeständigkeit. Gleichermaßen wird die Hörerschaft geteilter Meinung darüber sein, ob derart viel Abwechslung innerhalb der einzelnen Songs und Platte als Ganzes ohne einen roten Faden, der sich durchs Gesamtwerk zieht, funktioniert. Bis auf wenige Ausnahmen („Transformation“, „Lay In The Bed You’ve Made“ und „Beg To Consume“) setzen sich die meisten Songs kaum bis gar nicht im Gehörgang fest und werden nach kurzer Zeit wieder vergessen. Vergleiche mit Meshuggah, Fear Factory, The Faceless und Cynic liegen nahe, DIVINITY funktionieren aber auch ohne. „The Singularity“ ist ein grundsätzlich hörenswertes Progressive/Technical Death-Album – für die Zukunft darf man sich aber etwas mehr Mut zur Festlegung und mehr Konzentration auf das Gesamtwerk wünschen.

Wertung: 7 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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