CD-Review: Fen - The Dead Light

Besetzung

The Watcher – Gesang, Gitarre
Grungyn – Bass
Havenless – Schlagzeug

Tracklist

01. Witness
02. The Dead Light (Part 1)
03. The Dead Light (Part 2)
04. Nebula
05. Labyrinthine Echoes
06. Breath Of Void
07. Exsanguination
08. Rendered In Onyx


Leicht zugänglich war die Musik von FEN noch nie. Seit ihrem 2009 erschienenen Debütalbum „The Malediction Fields“ kreieren die Briten herbstlich melancholische, naturverbundene Post-Black-Metal-Stücke, die keinem vorgegebenen Schema folgen und vielfach die Zehn-Minuten-Marke überschreiten. Auf dem fünften Album „Winter“ erreichte die Entwicklung des Trios hin zu immer ausschweifenderem Songwriting ihren vorläufigen Höhepunkt. Mit einer Gesamtlaufzeit von 75 Minuten und einem Opening-Track, der allein 17 Minuten davon ausmachte, handelte es in den Augen einiger Kritiker allerdings nicht bloß um die bis dato längste, sondern leider auch langweiligste Platte der Band. Dass die Gruppe damit ein bisschen zu weit gegangen ist, dürfte ihr vielleicht selbst bewusst geworden sein, denn mit „The Dead Light“ legen FEN ihre bislang kompakteste LP nach.

Hier findet sich erstmals in der Geschichte der Band kein einziger Song mit einer Laufzeit im zweistelligen Minutenbereich und auch der zeitliche Gesamtumfang von einer knappen Stunde kann schon fast als bekömmlich bezeichnet werden. An ihrem bekannten Stil haben sich FEN jedoch nicht allzu sehr zu schaffen gemacht. Beim Aufbau ihrer Songs lassen sich die Briten nach wie vor viel Zeit, sodass schon der post-rockige Opener „Witness“ mit seinen verträumten Clean-Gitarren und sanften Gesängen erst nach und nach an Kraft zulegt, ehe im ersten Part des zweiteiligen Titeltracks schließlich die Black-Metal-Elemente hinzukommen. Diese setzen FEN auf ihrer sechsten Full-Length-Platte ein bisschen griffiger und weniger vielschichtig als zuvor in Szene.

Anstatt mittels mehrerer Tonspuren oder Reverb-Effekten eine gewaltige Wall Of Sound zu errichten, setzt das Trio eher auf klar abgegrenzte, dynamische Riffs, die mitunter überraschend vertrackt („Labyrinthine Echoes“) und thrashig („Exsanguination“) daherkommen. Obwohl offensichtlich ist, dass FEN versucht haben, hierdurch ihr härtestes und geradlinigstes Werk zu schaffen, ist ihnen leider allenfalls letzteres gelungen.

So kräftig die kernigen Screams, die Gitarrenriffs und die treibenden Rhythmen, die sich stellenweise zu Blast-Beats steigern, auch klingen, ihre Intensität erreicht doch nie ein wirklich überwältigendes Ausmaß. Scharfe Kontraste sucht man auf „The Dead Light“ ebenso vergebens wie dramatische Höhepunkte, wodurch das Album zwar wie aus einem Guss, aber eben auch nicht sonderlich aufregend ist. Dass sich FEN zudem immer noch dazu durchringen konnten, ihre seit jeher kümmerlichen Clean-Vocals aufzugeben, und die Platte zwar angenehm natürlich, aber nicht gerade druckvoll produziert wurde, hebt die Spannung ebenso wenig.

An sich haben FEN durchaus gut daran getan, ihre Kompositionen ein wenig zu trimmen und aufzumotzen. Den Mangel an Prägnanz, der ihre letzten Veröffentlichungen beeinträchtigte, haben die Post-Black-Metaller allerdings auch auf „The Dead Light“ nicht ganz überwunden. Zusätzlich ist dem Dreigespann ein Stück des atmosphärischen Aspekts seiner Musik abhanden gekommen. Dementsprechend lässt sich der Nachfolger von „Winter“ zwar einfacher erfassen, geht aber auch nicht so sehr in die Tiefe und birgt daher weniger Potential, bei konzentriertem Zuhören doch noch interessante Facetten an sich zu offenbaren. Folglich haben FEN hiermit ein solides, aber in keinerlei Hinsicht herausragendes Album veröffentlicht.

Bewertung: 6 / 10

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