Das Cover von "The Grand Finale" von Killer

Review Killer – The Grand Finale

  • Label: High Roller
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Heavy Metal

Zusammen mit OSTROGOTH sind KILLER vermutlich die erfolgreichste belgische Heavy-Metal-Band der 80er. Mit ihrem dritten Album „Shock Waves“ kam die Truppe beim einst legendären Label Mausoleum Records unter und gilt bei Headbangern der alten Schule bis heute als absoluter Geheimtipp. Obwohl mit Bandkopf Paul „Shorty“ Van Camp nur noch ein einziges Gründungsmitglied verblieben ist, veröffentlichte das Trio aus Antwerpen bis in die 2020er-Jahre neue Alben und ließ sich auf den einschlägigen Festivals der Szene blicken. Nun soll ihre Karriere allerdings ein Ende haben, denn mit dem passend „The Grand Finale“ betitelten neuen Album wollen sich KILLER in den verdienten Ruhestand verabschieden.

Dass KILLER ihr letztes Album als MOTÖRHEAD-Hommage verstehen, offenbart sich gleich im ersten Song, denn das rockig groovende „Loaded Gun“ erinnert tatsächlich stark an die stilbildenden Songs von Lemmy und Co.. Ganz ähnlich verhält es sich auch mit „Roll The Dice“  und dem abschließenden „What You See Is What You Get“, wobei vor allem letztere Nummer dank des Gastgesangs des Frontmanns der Tribute-Band MOTORHEADZ kaum vom Vorbild zu unterscheiden ist. Allerdings macht auch KILLER-Sänger „Shorty“ Van Camp in diesen Songs eine ziemlich gute Figur, zumal er vielleicht nicht ganz so ausdrucksstark aber doch ähnlich rau wie Ian Kilmister klingen kann.

Allerdings ist „The Grand Finale“ mehr als ein bloße Verneigung vor MOTÖRHEAD – nämlich eine Verneigung vor der gesamten NWOBHM. In Nummern wie „Welcome In The Real World“ oder „Don`t Get Me Wrong“ wandeln die Belgier unüberhörbar auf den Pfaden von Bands wie SAVAGE oder TYGERS OF PAN TANG und der zackige Titeltrack lässt sofort an RAVEN denken. Echte Überraschungen erlebt man auf „The Grand Finale“ ebenfalls und zwar in Form des unerwartet ruhigen „Gone Too Soon“ sowie dem düsteren, an VENOM erinnernden „Hard Day Coming“. Somit ist die stilistische Ausrichtung des Albums zwar klar, für die nötige Abwechslung ist aber durchaus gesorgt. Das ist nicht zuletzt auch der Verdienst des Frontmanns, der sich abhängig von den Anforderungen des jeweiligen Songs als überraschend wandelbar erweist.

Insgesamt haben KILLER ziemlich gut verstanden, wie der britische Rock- und Metal-Sound der frühen 80er funktioniert. Auf „The Grand Finale“ resultiert dieses Wissen in ziemlich gelungenen weil durchweg authentischen Riffs und Songs, die Fans der Epoche sofort begeistern dürften. Natürlich ist nichts davon neu, denn es lässt sich in wirklich jedem Song sofort erkennen, wer das belgische Trio inspiriert hat. Letztendlich haben KILLER „The Grand Finale“ aber auch genau so angekündigt und da man der Truppe die Spielfreude in jeder Note anhört, hat man es bei diesem Album mit einer ebenso ehrlichen wie kurzweiligen Liebeserklärung an die NWOBHM zu tun – schade nur, dass es die letzte gewesen ist.

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Wertung: 7.5 / 10

Thomas Meyns

Publiziert am von

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