CD-Review: Necrophobic - Womb Of Lilithu

Besetzung

Tobias Sidegård - Gesang
Fredrik Folkare - Gitarre
Alexander Friberg - Bass
Joakim Sterner - Schlagzeug

Tracklist

01. Womb Of Lilithu
02. Splendour Nigri Solis
03. Astaroth
04. Furfur
05. Black Night Raven
06. The Necromancer
07. Marquis Phenex
08. Asmodee
09. Marchosias
10. Matanbuchus
11. Paimon
12. Opium Black
13. Infinite Infernalis
14. Amdusias


In beinahe 15 Jahren haben es die schwedischen Black/Deather NECROPHOBIC auf fünf hochwertige Studioalben gebracht. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass die Herren trotz zahlreicher Line Up-Wechsel durchgehend auf hohem Niveau agieren. Album Nummer Sechs hört auf den Namen „Womb Of Lilithu“ und erscheint nun über Season Of Mist.

Sänger Tobias Sidegård ist allerdings schon jetzt nicht mehr Teil der Band: Grund dafür ist die Verurteilung von Sidegård wegen häuslicher Gewalt. Es dürfte den meisten Anhängern klar gewesen sein, dass NECROPHOBIC unter solchen Bedingungen nicht weiter mit ihm musizieren werden. Wenn auch auf abscheuliche Art und Weise: für etwas zusätzliche Promotion dürfte der Fall schon gesorgt haben. Nun aber genug der schlechten Nachrichten und zu dem, was den geneigten Hörer am meisten interessieren wird: Können sie dem Anspruch der Fans mit „Womb Of Lilithu“ abermals gerecht werden?

Mit dem Vorwissen im Nacken wird das neuste Werk sicher keinen leichten Stand bei Fans und Kritikern haben. Nichtsdestotrotz liefern NECROPHOBIC hier mal wieder echte schwedische Qualitätsarbeit ab. In rekordverdächtigen 68 Minuten bekommt man schwärzesten Death Metal um die Ohren gehauen. Die Band um das letzte Gründungsmitglied Joakim Sterner hat ihren ureigenen Sound schon vor einigen Jahren gefunden und so beschwören sie auf dem vorliegenden Werk erneut eine Dunkelheit herauf, die ihresgleichen sucht. Erfreulich, wie abwechslungsreich und detailverliebt das neue Werk aus den Boxen tönt. 4 Jahre nach „Death To All“, welches ich bis dato für das beste Album in ihrer Diskografie halte, schaffen es die Schweden tatsächlich erneut, mich fast gänzlich zu überzeugen.

Nach einem kurzen Intro geht es mit dem als Vorab-Single bereits veröffentlichten Totschläger „Splendour Nigri Solis“ gleich ordentlich ab. Das Dargebotene geht wieder deutlicher in Richtung (melodischer) Black Metal und lässt keinen Zweifel daran, dass NECROPHOBIC nach wie vor wissen, wie der Hase läuft bzw. wie man auf absolut hohem Niveau musiziert. Mehrstimmige Gesangspassagen und thrashiges Riffing sorgen ebenso für Abwechslung wie Tobias’ gelungener Klargesang (am besten eingesetzt in „Opium Black“). So dämonisch wie die Songtitel sind auch die zahlreichen Höhepunkte ausgefallen: Besonders „Astaroth“ und „Asmodee“ stechen durch ihre Tempowechsel und wilden Arrangements positiv hervor. Einziger Kritikpunkt ist aus meiner Sicht eine gewisse Langatmigkeit, welche sich irgendwo in der Mitte des Albums bemerkbar macht. Des Weiteren hätte das Album wegen mir mit dem fantastischen „Opium Black“ ruhig enden können. Naja, tut es aber nicht und so kann man immerhin sicher sein, dass man auch ordentlich was für sein Geld bekommt.

„Womb Of Lilithu“ braucht sich gewiss nicht hinter den Vorgängern „Death To All“ und „Hrimthursum“ verstecken, nur macht man sich bezüglich der Sängerfrage schon so seine Gedanken. Das sollte aber nicht den Genuss dieses Über-Werks überschatten. Was die Situation für die Zukunft der Band bedeutet, wird sich zeigen. Den Fans bleibt es im Moment nur, sich an einem (mal wieder) durchweg gelungenen Werk zu erfreuen. Wer NECROPHOBIC mag, wird „Womb Of Lilithu“ lieben!

Bewertung: 9 / 10

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