CD-Review: Sepultura - Arise

Besetzung

Max Cavalera – Gesang, Gitarre
Andreas Kisser – Gitarre
Paulo Xisto Ponto jr. – Bass
Igor Cavalera – Schlagzeug

Tracklist

01. Arise
02. Dead Embryonic Cells
03. Desperate Cry
04. Murder
05. Subtraction
06. Altered State
07. Under Siege (Regnum Irae)
08. Meaningless Movements
09. Infected Voice


„Arise“ von SEPULTURA gilt für viele Fans als das beste Album der Brasilianer. Es gehört nicht nur für jene Fans zu den großen Referenzwerken des Thrash-Metal-Genres. Und jetzt, 2011, jährte sich diese famose Platte zum 20. Mal. Als die „Arise“ am 25. März 1991 auf den Markt kam, war zur näheren zeitlichen Veranschaulichung zum Beispiel Deutschland vor einigen Monaten Fußballweltmeister geworden. Und ich, ich sollte ein paar Wochen später unter großer Nervosität, dafür aber in meinen unvergessenen Turtles-Schuhen eingeschult werden. So lange ist das her.

Zu diesem Zeitpunkt haben SEPULTURA vermutlich nicht in ihren kühnsten Fantasien ahnen können, welch großartiges Werk sie, übrigens erstmals außerhalb Brasiliens, aufgenommen haben. Sie nisteten sich im Proberaum von Morbid Angel ein und konnten sich aufgrund eines üppig zur Verfügung gestellten Budgets durch Roadrunner Records viel Zeit nehmen. Und all das hat sich bezahlt gemacht. Die „Arise“ verkaufte sich inzwischen über eine Million Mal, SEPULTURA gehört zu den ersten Bands, die – zumindest bis vor einigen Jahren – genannt wurden, wenn es um Thrash Metal ging. Und dennoch spielen sie im Vergleich zu Metallica oder Slayer, doch eher eine Nebenrolle, was die durch was auch immer gemessene Größe der Band betrifft. Komisch irgendwie, denn schlechter werden, das hatten ja Metallica und Slayer auch drauf.

Nichtsdestotrotz liegt hier ein Werk für die Ewigkeit vor. Die „Arise“ bietet Songs, die einen schon unverschämten Groove haben, den selbst Bands nicht erreichen, die sich darauf spezialisieren wollen. Man findet im Netz gar eine Stilbezeichung namens „Groove Metal“ für neuartige Bands, die in Sachen Riffing und Drumming besonders cool daher kommen wollen. Das jedoch konnten SEPULTURA vor 20 Jahren schon- und vor allem besser, als die meisten Bands, die sich heute darin versuchen.

Die „Arise“ ist ein Album voller Klassiker. Ein Album, für das man keine Vorwärts-Spulen-Taste benötigt. Kein Lied möchte man überspringen. Und wenn das Album dann nach wie im Flug vergangenen 42 Minuten zu Ende ist, dann will man es nochmal hören. Ich glaube, ein Schlüssel dieses so erfolgreichen Albums ist seine Geradlinigkeit. Während Max Cavalera bei SEPULTURA oder später auch Soulfly gern experimentiert hat und der Sound durch für ihn heimische, für uns ungewöhnliche Instrumente angereichert wurde, geht es auf der „Arise“ bedingungslos zur Sache. Man schuf ein Album, an dem sich junge Bands auch zwei Dekaden später noch orientieren können.

Ich höre die Scheibe immer wieder gern, längere Pausen kommen natürlich vor. Und wenn ich sie dann wieder hervor nehme, höre ich sie Tage lang. An dieser Stelle darf ich auf Einzelheiten zu den Songs verzichten und gebe anstelle dessen lieber Anspieltipps. Diese findet man oben in der Tracklist. Es sind die Titelnummern 1 bis 9.

Bewertung: 10 / 10

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