CD-Review: Shaidar Logoth - The Ritualist

Besetzung

A. C. - Gesang
S. H. - Gitarre, Bass, Schlagzeug

Tracklist

01. Drinking Thine Wretched Wine
02. The Scourge
03. The Blight
04. A Realm Befitting His Majesty


SHAIDAR LOGOTH stammen aus den USA, sind seit 2010 aktiv und mindestens genauso obskur wie Leviathan. Das Duo, bestehend aus A. C. am Mikro und S. H. an allen Instrumenten, agiert im tiefsten Underground und spielt eine teils recht krude Mischung aus Black Metal, Doom und Ambient. Bereits 2015 erschien „Chapter II: The Ritualist“ auf Tape und als Download, aber nun legt Sentient Ruin die Scheibe nochmal auf Vinyl auf.

Bereits der erste Song/Intro „Drinking Thine Wretched Wine“ zeigt, dass SHAIDAR LOGOTH keinen Bock auf nachvollziehbaren Sound haben. Knapp 10 Minuten lang lauscht man leisen Drums, Ambient Parts und kaum hörbarem Gesang. Auch nach mehrmaligem hören gibt diese Nummer immer noch Rätsel auf. Was aber positiv hervorgehoben werden muss, ist der zum Titel der Scheibe passende ritualistische Ansatz des Stücks. Im direkt folgenden „The Scourge“ schwingen SHAIDAR LOGOTH schon deutlich mehr die Black-Metal-Keule und verfallen in wüste Raserei, die schon fast an Wahnsinn grenzt. Aber auch diese Nummer kommt nicht ohne Ambient aus und so mündet der Song gegen Ende in ein schleppendes minimalistisches Outro. Highlight des Albums ist aber definitv „The Blight“. In diesen knapp zwölf Minuten ziehen die Amis alle Register und verweben Post-Rock mit Sludge und Black Metal und krönen das Ganze mit Vocals direkt aus einer Irrenanstalt. Dabei wird der Song aber weniger in einzelne Teile aufgespalten, sondern SHAIDAR LOGOTH schaffen es, die verschiedenen Genres zu einem homogenen Stück Musik zu verbinden.

Es könnte alles so schön sein, wären da nicht diese Kleinigkeiten, die „Chapter II: The Ritualist“ etwas anstrengend machen. Zum einen ist da die mehr als mittelmäßige Produktion. Sicherlich handelt es sich bei SHAIDAR LOGOTH um eine Band aus dem Underground, dennoch nervt der matschige und dumpfe Sound. Auch die teils sehr langatmigen und zähen Ambient-Parts schmälern den Spaß am zweiten Album des Duos.

Für Freunde des obskuren amerikanischen Undergrounds und solchen die es werden wollen, ist „Chapter II: The Ritualist“ dennoch ein lohnendes Album. An Leviathan kommt in diesem Genre aber so schnell keiner ran.

Bewertung: 7 / 10

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