CD-Review: Shape Of Despair - Alone In The Mist (Demo)

Besetzung

Otso Mäensivu – Gesang, Schlagzeug
Jamo Salomaa – Gitarre, Synthesizer
Tomi Ullgren – Bass

Tracklist

01. Down Into The Stream
02. To Adorn...
03. Shadowed Dreams
04. Woundheir
05. ...Into The Mist
06. Outro


Erst 2015 haben die finnischen Funeral-Doomer SHAPE OF DESPAIR mit „Monotony Fields“ ein umjubeltes Comeback hingelegt, da veröffentlicht die Band schon ein Jahr später wieder neue Musik. Nun ja, so neu ist sie eigentlich gar nicht, denn bei „Alone In The Mist“ handelt es sich um eine Demo, die das damalige Trio (noch unter dem Namen Raven) bereits 1998 aufgenommen, allerdings nie offiziell veröffentlicht hatte. Wer befürchtet hat, nun wieder elf Jahre auf ein längeres Output als eine EP oder eine Split warten zu müssen, kann beruhigt sein, denn „Alone In The Mist“ wartet immerhin mit sechs Songs zu insgesamt 52 Minuten Spielzeit auf.

Wer das Wirken der Finnen schon länger verfolgt, wird wissen, dass SHAPE OF DESPAIR sich ganz dem Credo ihres Genres verschrieben haben: „weniger ist mehr“. Weniger Vocals, weniger Melodien, weniger Tempo, es gäbe (ironischerweise) noch viel mehr Merkmale, mit denen man diese Aufzählung fortsetzen könnte. Gerade diese bewusste Reduziertheit ist jedoch auch der Grund dafür, dass SHAPE OF DESPAIR eine so dichte Atmosphäre kreieren, die sich wie kalter Nebel auf das Gemüt des Hörers zu legen vermag. Dass sich die Funeral-Doomer ganz vortrefflich darauf verstehen, mit wenig Variation eine große Wirkung zu erzeugen, sollte seit „Monotony Fields“ jedem Fan des Genres geläufig sein, „Alone In The Mist“ legt nun Zeugnis darüber ab, dass SHAPE OF DESPAIR dieses Talent bereits in ihren Anfangstagen hatten.
Die geisterhaften Growls (damals noch ganz ohne klargesangliche Unterstützung) waren dafür ebenso verantwortlich wie die schleppenden, rauschenden Gitarren, das stur monotone Drumming und die omnipräsenten, tristen Keyboardflächen, denen SHAPE OF DESPAIR im beinahe fünfminütigen „Outro“ ihre volle Aufmerksamkeit schenken. Die Songs unterscheiden sich nur in Nuancen voneinander, das können zum Beispiel eher verträumte Keyboards („Shadowed Dreams“) oder aber einlullende, düstere Lead-Melodien („…In The Mist“) sein.
Natürlich gilt es, zu beachten, dass es sich hierbei trotz allem nur um eine alte Demo handelt, die sich kompositorisch und soundtechnisch selbstverständlich noch nicht auf demselben Niveau befindet wie die aktuellen Werke von SHAPE OF DESPAIR. So klingt „Alone In The Mist“ noch etwas zu ungeschliffen und die eintönigen Arrangements sind noch nicht ganz so packend wie jene auf späteren Alben. Die Notwendigkeit dieses Releases wird außerdem ein wenig durch den Umstand kompromittiert, dass vier der Tracks (nur nicht „To Adorn…“ und „Outro“) bereits in überarbeiteter Form auf „Shades Of…“, dem Debüt der Band, zu finden waren.

„Alone In The Mist“ richtet sich dementsprechend wohl vor allem an die bereits bestehende Fangemeinde der Finnen. Wenngleich die Demo SHAPE OF DESPAIR natürlich noch nicht auf dem Gipfel ihres Schaffens zeigt, so gewährt sie doch zumindest interessante Einblicke in die Entstehungszeit der Band. Einen gewissen Zauber hatte ihre Musik jedenfalls offenbar schon damals. Neueinsteigern seien natürlich eher die darauffolgenden Full-Lengths und insbesondere „Monotony Fields“ angeraten.

Bewertung: 6 / 10

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