CD-Review: Smoke Mountain - Queen Of Sin

Besetzung

Sarah Pitt - Gesang
Lee Pitt - Gitarre
Brian Pitt - Schlagzeug

Tracklist

01. Queen Of Sin
02. The Master Serpent
03. Touch Of The Sun
04. Midnight Woman
05. I Walk Alone
06. Deathproof
07. Devil Woman
08. End Of Days


Während viele Bands im Bereich Stoner/Doom die hohe Kunst der Monotonie perfekt beherrschen und mit repetitiven Riffs eine fast schon soghafte Wirkung entfalten, treiben es die US-Amerikaner SMOKE MOUNTAIN auf die Spitze der Langeweile. In nahezu allen Songs des Debüts scheint es fast so, als würde das Trio versuchen, noch langsamer und monotoner zu spielen als alle anderen Doom-Bands vor ihm, wobei ihm aber jegliche Raffinesse fehlt. Dafür würzen SMOKE MOUNTAIN ihren Sound mit einer ordentlichen Portion Fuzz und doppelt so viel Hall. Hinzu kommt eine Produktion, die frühe Darkthrone nach Hi-Fi und das Schlagzeug auf „St. Anger“ druckvoll und wuchtig klingen lässt. Leider können auch der Gesang von Sarah Pitt und die Texte auf „Queen Of Sin“ den Gesamteindruck nicht verbessern. Die Fronthexe leiert sich monoton durch die Songs, ändert so gut wie nie die Tonlage und versucht typische 08/15-„Hail-Satan“-Texte mit möglichst viel Ernsthaftigkeit darzubieten. Allein Songtitel wie „The Master Serpent“ oder „Devil Woman“ sagen alles über die Kreativität des Trios.

Der einzige Song auf „Queen Of Sin“, der tatsächlich aufhorchen lässt, ist „Deathproof“. Fast scheint es so, als hätten SMOKE MOUNTAIN beim Schreiben dieser Nummer andere Pilze eingeworfen als sonst, anders lässt sich dieser psychedelische Farbtupfer kaum erklären. Gerade dieser Psychedelic-Einfluss und die fast schon spacige Grundstimmung machen den Song aber zum einzigen wirklichen Highlight des Albums.

SMOKE MOUNTAIN erweitern mit ihrem Debüt „Queen Of Sin“ den Kreis unspektakulärer, pseudo-okkulter Stoner-/Doom-Bands, die leider immer noch wie Pilze aus dem Boden schießen. Ein ohnehin schon übersättigtes Genre braucht definitiv mehr als Fuzz-Gitarren, eine schlechte Produktion und leiernde Vocals, um wieder Auftrieb zu bekommen. Truppen wie SMOKE MOUNTAIN werden definitiv nicht an der Vormachtsstellung von Szenegrößen wie Blood Ceremony, Year Of The Goat, Sabbath Assembly oder den übermächtigen The Devil’s Blood rütteln. SMOKE-MOUNTAIN-Frontfrau Sarah Pitt blickt uns mit verkniffenem, fragendem Blick vom Cover des Debüts „Queen Of Sin“ entgegen und scheint etwas zu suchen. Vielleicht sucht sie abwechslungsreiches Songwriting, spannende Texte und eine gute Produktion? Mit all dem kann das Debüt der amerikanischen Okkult-Stoner nämlich nicht dienen. Stattdessen serviert uns das anscheinend irgendwie verwandte Trio abgestandene Standardriffs, fast schon peinlich okkulte Texte und Fuzz ohne Ende.

Bewertung: 4 / 10

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