: Subway To Sally - Bastard

Besetzung

Eric Hecht - Gesang, Dudelsack, Flöte
Michael Boden - Gesang, Akustikgitarre, Drehleier
Michael Simon - Gesang, Akustikgitarre, Trumscheit
Ingo Hampf - E-Gitarre, achtsaitige Renaissance-Laute
Silke Volland - Violine
Silvio Runge - Bass
Simon Michael Schmitt - Schlagzeug, Percussion

Tracklist

01. Meine Seele brennt
02. Puppenspieler
03. Auf Kiel
04. Umbra
05. Voodoo
06. Wehe Stunde
07. Die Trommel
08. Unentdecktes Land
09. Hohelied
10. Canticum Satanae
11. Tanz auf dem Vulkan
12. Fatum
13. In der Stille


Den Titel ihres achten Studioalbums haben SUBWAY TO SALLY in mehrfacher Hinsicht passend gewählt, denn ein „Bastard“ ist das Album ganz bestimmt. So sind zwar Ingo Hampf und Bodenski immer noch die Hauptschreiberlinge der Musik, ließen sich aber hier erstmals sowohl von innerhalb der Band als auch von außerhalb (beim „Tanz auf dem Vulkan“) unterstützen und anregen. Logischerweise kommen so viele verschiedene Einflüsse zusammen und haben die Platte zum Bastard aus all dem gemacht, was der Backkatalog des Siebeners hergibt. Die irisch angehauchten Töne der frühesten Werke sind genauso vertreten wie Choralgesänge, viel Geige und natürlich die metallischen Riffs des Ingo Hampf.

Diese Riffs sind dann auch gleich das Erste, was man hört, nachdem man erwartungsvoll auf Play gedrückt hat. Erster Gedanke: Ist das Rammstein? Da hat Ingo wohl beim Richard ein wenig was abgeschaut, habe ich den Eindruck, obwohl der Song doch eigentlich vom Nicht-mehr-ganz-so-neu-Drumkit-Prügler Simon Michael stammt, der hier sein Albumdebüt gibt. Die Keyboard-Klänge hinter den Gitarren verstärken den Eindruck noch und erst als Erics markanter Gesang einsetzt, hört man, mit wem man es hier zu tun hat. Der Gesang von Herrn Fish scheint sich dabei sogar noch einmal verbessert zu haben und bietet wirklich keinen Ansatz für Kritik. Allerdings macht das den Song nicht besser, der nicht wirklich hängen bleibt und nach dem dritten Hören spätestens sogar langweilt. Eher der schlechteste Song des Albums.

Auch der „Puppenspieler“, obschon traditioneller und mit schöner Geigenmelodie, bleibt nicht wirklich hängen. Dass die Subway to Sallys live wesentlich besser funktionieren als auf Platte durfte ich selber schon mehrmals feststellen und das merkt man auch diesem Scheibchen an. Songs wie „Auf Kiel“, das auch auf dem letzten Output seinen Platz gefunden hätte, „Die Trommel“ oder „Voodoo“, das mit wirklich tollen Akustikgitarren-Einspielungen aufwartet, laden mit zupackenden Melodien, Mitsing-Texten und stampfenden Drums zum Bangen und Wippen ein, schaffen es aber nicht ganz, diese Atmosphäre auch zuhause zu erzeugen.

Auch der „Tanz auf dem Vulkan“ dürfte beim Konzert die Massen hüpfen lassen. Und das völlig zurecht, denn hier findet sich einer der stärksten Songs, der trotz der fetten Gitarren an Zeiten vor „Engelskrieger“ anschließt. Leider ist das genau der Song, der von außerhalb der Band eingebracht wurde. „Unentdecktes Land“ wartet zwar mit schönem Hintergrundgesang im Refrain auf, langweilt aber wieder eher als mitzureißen, wogegen das folgende „Hohelied“, zu dem auch der nostalgische Choralgesang „Canticum Satanae“ gehört, wieder zeigt, wie gerne und gekonnt sich die Band selbst zitiert. Entsprechend wird das Lied, wie Bodenski verlauten ließ, der Opener der Tour zum Album sein. „Umbra“ stellt einen weiteren Höhepunkt dar und punktet mit Chorgesang einem entspannten Tempo und toller Melodie wogegen die beiden ruhigen Lieder auf dem Album, das kitschige „Wehe Stunde“ und, die Platte abschließend, „In Der Stille“, welches sich zum Ende hin steigert, nicht wirklich zünden wollen.

Nach dem eher durchschnittlichen und langweilen „Nord Nord Ost“ bringt der Bastard zwar eine deutliche Verbesserung, bietet aber auch Anlass zur Kritik. Besonders die übertrieben bombastische Produktion und die vielen durchschnittlichen Songs ziehen die Wertung nach unten. Es mag an den vielen Einflüssen liegen, doch klingt das Album im gesamten weniger nach Subway To Sally als es „Nord Nord Ost“ und sogar „Engelskrieger“ noch taten. Viele liebgewonnene Elemente finden sich wieder, lassen aber dennoch den typischen Subway-Charakter vermissen. Für sich gesehen ist „Bastard“ durchaus kein schlechtes Album, im Angesicht besonders der unvergesslichen und unerreichbaren „Herzblut“ und „Hochzeit“ jedoch nicht auf dem zu erwartenden Niveau und trotzdem besser als so vieles, gerade weil man auf dem achten Album eine gewisse Professionalität erreicht hat.

Bewertung: 7 / 10

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