CD-Review: Taake - Stridens Hus

Besetzung

Hoest - Gesang, alle Instrumente

Tracklist

01. Gamle norig
02. Orm
03. Det fins en prins
04. Stank
05. En sang til sand om ildebrann
06. Kongsgaard bestaar
07. Vinger


Alle drei Jahre wieder kommt ein neues TAAKE-Album. Bereits im Oktober veröffentlichte Hoest die EP „Kulde“, in der neben einem Cover und einer Neu-Aufnahme zwei neue Tracks enthalten waren, die sich durchaus als Appetit-Anreger eigneten. Im Dezember folgte nun der Longplayer „Striden Hus“ („Schlachthaus“).

„Striden Hus“ besteht aus puristischem Roots-Black-Metal, sämtliche genre-fremde Elemente wurden ersatzlos gestrichen. Also leider keine Banjo, keine Mandoline und natürlich auch kein Klargesang mehr. Übrig bleibt zwar nur das etwas trockene Gerippe, trotzdem bekommt Hoest einen intensiven Sound zustande: Der Gesang verschmilzt mit den monotonen Gitarrenwänden eindrücklich zu einem dunklen Ganzen. Inhaltlich ist das Ergebnis jedoch weitestgehend belanglos. Man findet durchaus einige gute Riffs, doch die lassen sich an einer Hand abzählen, den Großteil kann man nicht einmal als Selbstkopie bezeichnen. Dabei kann er es doch noch: „En Sang Til Sand Om Ildebrann“ ist ein wirklich grundsolider, emotionaler Black-Metal-Song, aber damit leider der einzige auf der Platte.

Ich will mir nicht anmaßen, Hoest Lustlosigkeit zu unterstellen, aber irgendwie klang alles, vom Gesang bis zu den Blast-Beats, schon mal besser  – auch auf „Taake“ und „Noregs Vaapen“. Sowohl im Songwriting als auch in der Atmosphäre bleibt er ein Schatten seines alten Selbst.

Handwerklich ist „Striden Hus“ immer noch ein annehmbares Stück Arbeit mit einigen rar gesäten Höhepunkten. Im Endeffekt verliert es aber gegen alles, was Hoest bis dato geschaffen hat: Die fehlende Innovation (wenn man mal das bisschen Country-Zeugs außenvorlässt) oder auch nur das fehlende Alleinstellungsmerkmal waren Probleme, mit denen alle seine Werke nach 2005 zu kämpfen hatten, aber „Striden Hus“ ist auch qualitativ höchstens durchschnittlich. Es wäre ihm also anzuraten, die nächsten drei Jahre zu nutzen, um sich entweder auf seine alten Stärken zurückzubesinnen oder einen musikalischen Neuanfang zu wagen. Dass das auch im traditionellen Black Metal möglich ist, haben ihm dieses Jahr ja Mayhem mit „Esoteric Warfare“ schon eindrücklich vorgemacht. Denn wenn er so weitermacht, ruiniert Hoest den Namen TAAKE mit jedem weiteren Release.

Bewertung: 5 / 10

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