Das HELLES & HELLFIRE findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Die erste Ausgabe 2025 fand noch an einem Abend mit GRAVE DIGGER als Headliner, jetzt gibt es direkt zwei Tage Metal mit namhaften Headlinern wie DIE APOKALYPTISCHEN REITER, UNLEASHED und FINNTROLL. In neuer Location im oberpfälzischen Püchersreuth soll zudem der lokale Underground gefördert werden. Mit Veranstalter Kevin Wienerl sprechen wir über die Freuden, Schwierigkeiten und und Unwägbarkeiten der Festivalorganisation und die Entstehung des HELLES & HELLFIRE.

Nimm uns mal mit zurück zum allerersten Moment: Wann ist dir zum ersten Mal der Gedanke gekommen, ein eigenes Festival auf die Beine stellen zu wollen?
Eigentlich hatte ich schon ziemlich lange den Wunsch, bei uns in der Region etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Die Idee kam schon damals, als ich 2007 meine Band THORONDIR gegründet habe. Da hat sich das Ganze so langsam im Kopf entwickelt.
Erinnerst du dich an den Moment, als dir bzw. euch klar wurde: „Das „HELLES & HELLFIRE“ funktioniert wirklich“?
Das war ganz klar der Tag, an dem das erste HELLES & HELLFIRE stattgefunden hat. Die Stimmung war einfach überragend und wir haben nur positives Feedback bekommen. Von den Besuchern, den Bands und auch von unserer Crew. Da wussten wir: Das Ding hat Potenzial!
Ein Festival zu veranstalten bedeutet immer viel Arbeit, viel Stress und finanzielles Risiko. Was waren für euch die größten Hürden bei der Planung und Umsetzung?
Das definitiv. So ein Festival frisst unglaublich viel Zeit und Energie. Die größte Herausforderung ist ganz klar der Vorverkauf. Gerade am Anfang ist es schwer einzuschätzen, wie viele Leute wirklich kommen. Und genau das macht die Planung nicht gerade einfacher. Das kennen aber viele Veranstalter nur zu gut.
Was war bisher der nervenaufreibendste Moment in der Geschichte des Festivals? Also ein Punkt, an dem ihr dachtet: „Wenn das jetzt schiefgeht, haben wir ein echtes Problem“?
Ganz ehrlich? Alles, was man nicht wirklich planen kann. Vor allem der Vorverkauf und die tatsächliche Besucherzahl. Das sind die Momente, die einen schon mal ordentlich ins Schwitzen bringen können.
Wenn du an die erste Ausgabe im letzten Jahr zurückdenkst: Welcher Moment ist dir am stärksten oder prägendsten im Gedächtnis geblieben?
An dem Tag selbst war ich so eingespannt, dass ich eigentlich nur funktioniert habe. Einen einzelnen Moment rauszupicken ist deshalb echt schwierig. Aber was mir extrem im Kopf geblieben ist: dieser unglaubliche Support von unseren Freunden und Helfern. Zu sehen, wie viele Leute mit Herzblut hinter der Sache stehen. Das macht einfach stolz und gibt mega Motivation für alles, was noch kommt.
Hattet ihr von Anfang an eine klare Vision über die musikalische und regionale Ausrichtung des Festivals?
Wir hatten von Anfang an jede Menge Ideen. Und ehrlich gesagt sind wir noch lange nicht am Ende damit. Aber in der Grundidee waren wir uns sofort einig: ein Festival mit einer bunten Mischung aus verschiedenen Metal-Genres, ähnlich wie beim SUMMER BREEZE oder WACKEN. Nur eben bei uns in der Region um einiges kleiner und familiärer. Uns war auch extrem wichtig, kleineren Bands eine Bühne zu geben, auf der sie gemeinsam mit internationalen Acts spielen können.
Nach einem Abend in Waldershof 2025 ist das HELLES & HELLFIRE bei der zweiten Ausgabe als zweitägiges Festival eine ganze Nummer größer. Wie kam es zu der Entscheidung?
Die erste Ausgabe war für uns so eine Art Testlauf. Einfach um zu sehen, wie das Ganze bei uns ankommt. Danach war klar: Wir wollen mehr! Ein richtiges Festival-Feeling mit Camping, mehreren Tagen und allem, was dazugehört.
Mit den APOKALYPTISCHEN REITERN, FINNTROLL oder UNLEASHED habt ihr einige namhafte Bands am Start. Nach welchen Kriterien wählt ihr die Bands und vertretenen Genres für das Festival aus?
Klar, unsere eigenen Wünsche spielen da eine große Rolle. Aber wir holen uns auch viele Meinungen aus unserem Umfeld ein und schauen, was auf anderen Festivals abgeht. Wichtig ist uns vor allem die Mischung. Ein gutes Beispiel ist WARMEN. Ein finnisches Projekt rund um Petri Lindroos von ENSIFERUM. Wer auf Bands wie CHILDREN OF BODOM steht, wird hier definitiv feiern!
Wie schwierig ist es für ein noch junges, kleines Festival, größere Namen zu bekommen?
Ehrlich gesagt: gar nicht so schwierig, wie man vielleicht denkt. Wir konnten uns inzwischen ein gutes Netzwerk aufbauen und haben Kontakte zu vielen Bands und Managements. Das hilft natürlich enorm.
Versucht ihr bewusst, neben internationalen Bands auch regionale Bands (wie diesmal z.B. WINTERSTORM, deine eigene Band THORONDIR und ASKON) einzubinden?
Absolut! Das ist ein ganz wichtiger Teil unserer Idee. Wir wollen regionale Bands pushen und ihnen die Chance geben, auf einer großen Bühne zu stehen. Genau das macht das Ganze auch so besonders.
Die Wurzer O’Schnitt-Halle in Püchersreuth ist dieses Jahr die Heimat des „HELLES & HELLFIRE“. Warum hat sich die Halle als richtiger Veranstaltungsort erwiesen?
Wir kennen die Location schon vom STORM CRUSHER FESTIVAL, das dort jedes Jahr stattfindet. Vor allem organisatorisch ist das ein riesiger Vorteil, weil schon viel Infrastruktur vorhanden ist. Das macht uns das Leben deutlich leichter.
Gerade bei kleineren Festivals ist die Preisgestaltung ein schwieriger Balanceakt: Einerseits müssen Kosten gedeckt werden, andererseits sollen Tickets bezahlbar bleiben. Wie findet ihr diesen Mittelweg?
Unser Ziel ist ganz klar: faire Preise für die Fans. Wir rechnen viel durch und versuchen, das Beste rauszuholen. Am Ende hängt aber vieles davon ab, wie viele Leute tatsächlich kommen. Zu teuer darf es nicht sein, aber zu günstig ist auf Dauer auch schwierig. Es ist und bleibt ein Balanceakt.
Wie sieht die Zukunft des HELLES & HELLFIRE aus? Habt ihr schon konkrete Pläne oder hängt nun erstmal viel am Erfolg 2026?
Pläne und Ideen haben wir mehr als genug. Da steckt noch richtig viel drin! Natürlich hängt einiges davon ab, wie die nächste Ausgabe läuft. Aber unser Ziel ist klar: Wir wollen das Festival langfristig etablieren und bei uns in der Region zu einer festen Größe machen.
Was möchtest du den Lesern zum Abschluss noch mit den auf den Weg geben? Worauf können sie sich beim HELLES & HELLFIRE besonders freuen und warum sollten sie sich das nicht entgehen lassen?
Wir hoffen auf möglichst viel Support, damit sich auch hier in der Region ein richtig starkes Metal-Festival etablieren kann. Freut euch auf einen riesigen Campingplatz, auf dem wirklich jeder Platz findet. Inklusive Campen direkt am Auto.
Und natürlich auf ein Line-up, das es so bei uns noch nie gegeben hat: große Namen, starke Bands und trotzdem eine familiäre Atmosphäre. Genau das macht das HELLES & HELLFIRE aus!
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.


