Wenn DARK FUNERAL zur Live-Messe rufen, dann kann man nicht nur davon ausgehen, dass die Location rappelvoll, sondern auch, dass die Show ein Ereignis erster Güte und nach allen Konventionen „true“ wird. Freilich kann man nicht bei jeder Satanssause persönlich zugegen sein, und vor allem auch weil „De Profundis Clamavi Ad Te Domine“, das letzte reguläre Live-Album der Band, schon über 22 Jahre auf der Uhr hat, wurde es Zeit, im Sektor der Live-Vertonung nachzulegen. „A Beast To Praise“ bringt nun genau das in die heimische Plattensammlung.
Aufgenommen in der opulenten Halle des Fållan-Saals in Stockholm, beginnen DARK FUNERAL ihre Show standesgemäß mit einem finsteren Intro. Pauken und düstere Ambients, gefolgt von einem grollenden „God is not here today“, führen in den Aufgang der Band, den das Publikum direkt begeistert quittiert. „Unchain My Soul“ eröffnet anschließend sauber walzend das Set. Das dazugehörige Album „Where Shadows Forever Reign“ ist an diesem Abend mit insgesamt drei Songs vertreten. DARK FUNERAL lassen dabei von Beginn an keinen Zweifel an ihrer immensen Live-Tauglichkeit, und Sänger Heljarmadr hat das Publikum direkt mit einer ersten Animation an der Leine.
Natürlich lässt der erste Schatten der Nostalgie nicht lange auf sich warten, denn unmittelbar darauf folgt mit „The Arrival Of Satans Empire“ ein Klassiker. Was im direkten Vergleich jedoch auch sofort auffällt: DARK FUNERAL haben den Biss früherer Tage nur bedingt in die Gegenwart übertragen. An diesem Stück wird auch die saubere Produktion der neuen Live-Platte sehr deutlich herausgestellt. Alle Instrumente sind wunderbar differenziert abgemischt. Keines überläuft das andere. So kommen die rasenden Blastbeat-Salven von Drummer Jalomaah genauso klar zur Geltung wie die melodischen Gitarrenläufe von Ahriman und Chaq Mol. Exzellent dargeboten zum Beispiel auf „Hail Murder“, was leider der einzige Titel von „Angelus Exuro Pro Eternus“ in dieser Performance bleiben soll.
Nach gleich zwei Stücken aus dem aktuellen Album „We Are The Apocalypse“, genauer dem Titeltrack und „Leviathan“, unternehmen die Schweden mit „Open The Gates“ einen weiteren Exkurs in die Vergangenheit. Die Fans erkennen den Song direkt am Einspieler, bevor DARK FUNERAL mit diesem furiosen Stück in sauberster Live-Manier zeigen, warum sie heute stehen, wo sie stehen. Die Band agiert technisch einwandfrei und auch Heljarmadr keift sich ohne Schwächen durch das Set. Zumindest wenn man den Verlust von Emperor Magus Caligula derweil verschmerzen konnte.
Ein wenig schade ist dennoch, dass die Band ihre komplette Diskografie bedient, dabei jedoch ausgerechnet „Attera Totus Sanctus“ komplett außen vor lässt. Dabei hätten beispielsweise „Atrum Regina“ und „666 Voices“ diesen Abend hervorragend ergänzt. Nichtsdestotrotz bleiben viele Wünsche während dieser Messe nicht offen. So reißen die großartigen Melodien eines „When I’m Gone“ das Publikum genauso mit wie die zügellose Düsternis von Evergreens wie „Vobiscum Satanas“ oder „The Secrets Of The Black Arts“. Wenn DARK FUNERAL ihr Set mit „Where Shadows Forever Reign“ beschließen, ergibt das gesprochene „Pray to Satan“ gegenüber dem Beginn der Show ein geschlossenes Ganzes.
Ob nun das, was DARK FUNERAL auf „A Beast To Praise“ festgehalten haben, als ungemeine Kraft auch nach mehreren Jahrzehnten oder aber als Beleg vollkommener Routine gesehen werden kann, bleibt hier offen. Fakt ist aber: Das zweite Live-Album der Band tut, was es soll, und präsentiert DARK FUNERAL mit einem gelungenen Querschnitt durch ihre Diskografie, umrahmt von einer tollen Produktion und einem leidenschaftlichen Publikum. Das zusammengenommen ergibt in jedem Fall einen gelungenen Aufschluss an die Zeit vor 22 Jahren. Selbst dann, wenn die Band eben den Biss aus genau dieser Zeit nicht noch einmal so auf die Bühne bringt.
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Wertung: 8 / 10


