Review Illdisposed – 1-800 Vindication

  • Label: Roadrunner
  • Veröffentlicht: 2004
  • Spielart: Death Metal

3 Jahre nach dem letzten Release „Kokaiinum“ steht neues Futter von Illdisposed an. Und es hat sich einiges getan, anno 2004 klingen Illdisposed wie die dänischen Hypocrisy mit einem Touch In Flames der „Reroute/Soundtrack“ Platten, mit dem brutalen Death Metal der Anfangstage ist es vorbei. Auch geknüppelt wird auf diesem Album nicht mehr, die komplette CD ist dem Mid-Tempo zu zuordnen.

Nach einem ehrlich gesagt relativ bescheuerten Intro, es wird durchs Metal-Radio gezappt, beginnt „I Believe In Me“ in bester In Flames Manier, das Riff könnte locker auf der „Reroute To Remain“ stehen. Und Bo Summer hat wirklich ein Wahnsinns Organ, nicht umsonst steht im Booklet hinter seinem Namen nicht „Vocals“, sondern „Subwoofer“. Ein Hypocrisy Refrain mit Peter Tätgren artigem Gesang rundet das Bild eines tollen Openers ab. Nachfolgendes „Dark“ stand ja schon im Vorfeld zum Download bereit, und wird auch auf dem Soundtrack zum neuen Horrorfilm „Saw“ mit Danny Glover enthalten sein. Beeindruckend finde ich das singende Growlen, das hört man selten. Und im Refrain wartet der erste cleane Gesang des Albums darauf, dem Hörer einen überraschten Gesichtsausdruck auf die Visage zu zaubern. „Now We’re History“ bringt ein paar elektronische Passagen mit, wird aber nicht übertrieben, der Kopf will nicht still stehen. Gesanglich werden die Parallelen zu Herrn Tätgren überdeutlich, abwechselnde tiefe Growl- und hohe Schrei-Parts. Und der Refrain ist der Hammer, tolle Melodie mit halb-clean Gesang von Bo. Die Gesangsvergleiche werden bei „When You Scream“ nicht wirklich ausgeräumt, eher noch verstärkt, den hohen Schreigesang finde ich persönlich total genial, der Song selbst ist ein stampfendes Stück Metal, bei dem auch mal der Double Bass ausgepackt wird. Am halb-clean Singen hat Bo wohl Geschmack gefunden, „Jeff“ beginnt mit einem Zitat bzw. Einspieler aus Wayne’s World, ehe zum ersten Mal richtig auf die Tube gedrückt wird. Aber Vorsicht, es wird nicht geknüppelt! Der Song ist einfach nur schnell, dafür kommt der Refrain nur mit cleanem Gesang aus. Wahnsinns Song!

„In Search Of Souls“ wartet mit fast schon „Machine Head“ artigem Riff auf, und man könnte meinen, Maurizio von Kataklysm hätte einen Gastauftritt, so ein Schreien kennt man sonst nur von den Kanadiern, wohin gegen sich der Refrain nach Burton C. Bell von „Fear Factory“ anhört. Growlen, Schreien und fantastischer Gesang in einem Song, ich bin jetzt nah am Durchdrehen! „Still Sane“ hat zwar einen sehr modernen Touch, dafür doch sehr düster. Und ich meine, wer von uns ist schon komplett sane? „You Against The World“ ist wieder ein verlorener Sohn der „Reroute To Remain“ gemischt mit Tätgren Schreien, einer der schnelleren Songs des Albums. Bei „No More Time“ merkt man, dass die Herren Songwriter wohl Anfang des Jahres ausgiebig „The Arrival“ haben laufen lassen, könnte locker auf selbiger Platte stehen, was aber nicht negativ zu bewerten ist, der Song ist fantastisch. Abschließendes „The Final Step“ drückt als Abschied noch mal kräftig auf die Tube, schließlich soll der Nacken die ganze Sache ja nicht unbeschadet überstehen.

Was ich übrigens ziemlich lässig finde, ist die Danksagung am Ende des Booklets, nur ein Satz: „We do this alone“. Ganz klarer Negativpunkt ist die Spielzeit des Albums: 36 Minuten. Das ist für eine komplette Platte zum Full-Length-Preis eindeutig zu wenig. Musikalisch werden sich die Geister scheiden, wer Illdisposed auf Grund von Platten wie dem Debüt „Four Depressive Seasons“ liebte, wird hiermit nicht viel anfangen können. Persönlich finde ich es eine hammerstarke Scheibe, es befindet sich kein Aussetzer dabei, Fans von Hypocrisy können bedenkenlos zugreifen!

(Oli)

Wertung: 8.5 / 10

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

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