Review Khold – Du Dømmes Til Død

  • Label: Soulseller
  • Veröffentlicht: 2024
  • Spielart: Black Metal

Acht Jahre hatten KHOLD ihre Fans im Ungewissen gelassen, ob es nochmal neue Songs geben würde – dann erschien 2022 mit „Svartsyn“ unverhofft ein neues Album: Das Cover war vielleicht etwas moderner als die bisherigen, ansonsten aber war im Hause KHOLD alles beim Alten. Nun scheinen die Norweger wieder in den Tritt gekommen zu sein: Nur zwei Jahre später legen sie mit „Du Dømmes Til Død“ ihr achtes Album vor.

Hatten KHOLD nie ein Soundproblem, überrascht es doch sofort, was der schwedische Produzent und King-Diamond-Gitarrist Andy LaRocque diesmal aus KHOLD herausgeholt hat. „Du Dømmes Til Død“ ist alles in allem deutlich leiser gemastert, klingt dafür aber – hat man die Anlage erst entsprechend aufgedreht – noch wuchtiger und vielschichtiger als alle bisherigen KHOLD-Alben. Das steht dem nach wie vor groovigen Black ’n‘ Roll der Truppe wirklich gut zu Gesicht, groovt das Material doch dadurch noch deutlich mehr als alles, was man von den Norwegern bisher zu hören bekommen hat.

Das könnte aber auch am Songwriting selbst liegen. Es sind nur Nuancen, aber KHOLD haben ihren Stil tatsächlich minimal weiterentwickelt und arbeiten auf „Du Dømmes Til Død“ detailverliebter denn je: Lässige Bass-Breaks oder sogar mal ein Mini-Solo von Andy LaRocque in „Heks (Du Dømmes Til Død)“, vor allem aber diverse Tempowechsel sorgen für mehr Abwechslungsreichtum, als man von KHOLD je zu hören bekommen hat. Beginnt das Album mit dem schleppenden „Myrdynk“ im besten Sinne zäh, nimmt es mit „Vanviddfaren“ und dessen schmissigem Main-Riff kräftig Fahrt auf – und im bereits erwähnten „Heks“ wechseln KHOLD sogar munter von Doom-Riffing bis Black-Metal-Gesäge. Später gibt es sogar (kurz) eine Clean-Gitarre zu hören („Misgrep“), während es im Hintergrund immer wieder spannende Basslinien und atmosphärische Sounds zu entdecken gibt.

Das Fundament eines jeden KHOLD-Albums bleibt aber erhalten: Auch 2024 klingen die Norweger düster und repetitiv, rockig und trotzdem auf ihre Art „true“. Auch Sänger Gard weiß mit seinem fiesen Geröchel wieder hellauf zu begeistern. Aber? Wo bleibt das „aber“? Kein „aber“! „Du Dømmes Til Død“ ist ein KHOLD-Album, wie man es hören möchte, unverkennbar und klassisch – mit ein paar kleinen Upgrades. So geht es dieses Mal nicht nur geschmeidig von Song zu Song durch die rund 30 Minuten Spielzeit, sondern wirklich von Hit zu Hit: Jeder der neun Songs hat seine Daseinsberechtigung – und überall gibt es Details zu entdecken.

Mit „Du Dømmes Til Død“ ist KHOLD ein wirklich großer Wurf gelungen. Wer die Band bislang mochte, wird dieses Album lieben. Aber auch wem KHOLD bislang zu eindimensional waren, sollte der durch die Aufnahme von Bassist Steinar im Jahr 2022 zum Quartett gewordenen Band nochmal eine Chance geben. Als hätten sie dieses Problem an ihren bisherigen Werken selbst erkannt, begeistert „Du Dømmes Til Død“ mit einem im KHOLD-Kosmos bislang ungehörten Detailreichtum. Wenn man ehrlich ist, war das das letzte Scherflein, das KHOLD immer zu einem herausragenden Album gefehlt hat.

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Wertung: 9 / 10

Moritz Grütz

Publiziert am von

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