CD-Review: Negura Bunget - Tau

Besetzung

Tibor Kati – Gesang, Gitarre, Keyboard, Programmierung
Adi "OQ" Neagoe – Gitarre, Gesang, Keyboard
Ovidiu Corodan – Bass
Negru – Schlagzeug, Percussion, Dulcimer, Xylophon, Horn
Vartan Garabedian – Percussion, Gesang
Petrică Ionuţescu - Flöten, Nai, Kaval, Tulnic

Tracklist

01. Nametenie
02. Izbucul Galbenei
03. La Hotaru Cu Cinci Culmi
04. Curgerea Muntelui
05. Tarim Vilhovnicesc
06. Impodobeala Timpului
07. Picur Viu Foc
08. Schimniceste

Bonus CD (Artbook-Edition)
01. La Hotaru Cu Cinci Culmi (Alternate Version)
02. Impodobeala Timpului (Alternate Version)

Bonus DVD (Artbook-Edition)
01. Nametenie (Video)
02. Curgerea Muntelui (Video)
03. Schimniceste (Video)


Fünf Jahre sind ins Land gegangen, seit Negru seiner Vorstellung von NEGURĂ BUNGET ohne seine ehemaligen Mitstreiter Hupogrammos Disciple’s und Sol Faur mit „Virstele Pamintului“ Ausdruck verlieh. Seitdem mussten sich die Fans mit einer mittelmäßigen EP und einer vielversprechenden Single begnügen. Mit „Tau“ ändert sich das nun: Als Vorreiter des dreiteiligen Epos Transilvanian Trilogy, einem akustischen wie visuellen Tribut an die Heimat der Band, erscheint nun nach einer weiteren Runde im Besetzungskarussell das Label-Debüt der Rumänen bei Prophecy Produktions.

Gleich der Opener, „Nametenie“, sollte jedem Zweifler die Angst vor dem Album nehmen: Nach ruhigem, folkig angehauchtem Einstieg mutiert die Nummer zu einem rauen Black-Metal-Stück, wie man es aus den frühen Tagen von NEGURĂ BUNGET kennt. Grundsätzlich bleiben sich NEGURĂ BUNGET damit zwar auch diesmal treu. Die eigene glorreiche Vergangenheit wird jedoch nicht stärker als nötig als Vorlage für das neue Material verwendet. Vielmehr ist „Tau“ bisweilen sogar überraschend experimentell. Dass das Album selbst in Folge dessen eine weniger schlüssige und einheitliche Gesamtatmosphäre aufweist als seine Vorgänger, nimmt Negru dabei billigend in Kauf.

So geht die Schere zwischen hart und weich im Verlauf des Albums immer weiter auf: Während das flotte „Izbucul Galbenei“ die schwarzmetallene Seite der Band betont, fährt „La Hotaru Cu Cinci Culmi“ gleich eine ganze Wagenladung ungewohnter Instrumente auf. Diesbezüglich gehen NEGURĂ BUNGET auf „Tau“ nicht zuletzt durch den erstmaligen Einsatz von Trompeten und anderen Blechbläsern noch einen Schritt weiter als bereits in der Vergangenheit. Doch auch angestammte Instrumente wie Hörner finden sich auf „Tau“ wieder – bestes Beispiel hierfür ist das atmosphärisch starke „Curgerea Muntelui“, das bereits 2013 auf der „Gînd A-Prins“-Single vorgestellt wurde.

Neu ist auch, dass NEGURĂ BUNGET Gäste mitwirken lassen: So durften mit Sakis Tolis (Rotting Christ; Gesang auf „Tarim Vilhovnicesc“) und Ex-Mayhem-Gitarrist Rune Eriksen (Gitarre auf „Impodobeala Timpului“) diesmal zwei prominente Gastmusiker ihr Können beitragen. Dass der zweitgenannte Song am Ende eher nach Finntroll denn nach Mayhem klingt, sollte am Rande bemerkt werden – aber auch diese Abwechslung tut dem Gesamteindruck, den „Tau“ hinterlässt, gewiss nicht schlecht.

Mit „Tau“ ist Negru ein vielseitiges, aber überzeugendes Album gelungen. Die Experimentierfreude kommt sich zwar gelegentlich mit der Atmosphäre in die Quere, so dass „Tau“ am Ende nicht ganz so kohärent und dicht wirkt, wie manches NEGURĂ-BUNGET-Album zuvor. Fans der Band können dennoch bedenkenlos zugreifen. Für alle eingefleischten Jünger gibt es zudem eine 72-seitige „Tau“-Artbook-Edition, die Photographien der transilvanische Natur, die dem Album thematisch zugrunde liegt, wie auch erläuternde Texte zu den behandelten Orten und ihren Geschichten enthält.

Bewertung: 7.5 / 10

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