CD-Review: Obituary - Inked In Blood

Besetzung

John Tardy – Gesang
Trevor Peres – Gitarre
Kenny Andrews – Gitarre
Terry Butler – Bass
Donald Tardy – Schlagzeug

Tracklist

01. Centuries Of Lies
02. Violent By Nature
03. Pain Inside
04. Visions In My Head
05. Back On Top
06. Violence
07. Inked In Blood
08. Deny You
09. Within A Dying Breed
10. Minds Of The World
11. Out Of Blood
12. Paralyzed With Fear


Fünf lange Jahre sind seit „Darkest Days” vergangen, fünf Jahre, während derer die Fans nicht nur sehnlichst auf ein neues Album von OBITUARY gewartet haben, sondern auch aktiv daran beteiligt waren. Denn finanziert wurde die neue Platte via Crowdfunding und da kam statt den geforderten 10.000 Dollar das sechsfache zusammen. Ob sich das Zahlen für „Inked In Blood“ gelohnt hat?

Blöde Frage, werden viele rufen, OBITUARY lohnt sich immer! Recht haben sie, denn schon der Opener „Centuries Of Lies“ zerlegt in seinen knapp zwei Minuten einfach alles. OBITUARY pfeifen dabei einmal mehr auf sämtliche musikalische Entwicklungen seit den frühen 90ern und ziehen knallhart ihren Stiefel durch. Pfeilschnell beginnend birgt der Track in seiner Mitte einen bandtypischen Groove, der das eine oder andere ungeübte Genick beim ersten Hördurchgang glatt brechen lasse dürfte. Besser konnte dieses Album nicht starten!
Es folgt allerdings keine Verschnaufpause, sondern „Violent By Nature“, eine Nummer, die ihrem Namen alle Ehre macht. Groovelastiger und mit leicht reduziertem Tempo stampft der Song vor sich hin und zaubert allen Fans der Band ein debiles Grinsen ins Gesicht. Bis einem der tonnenschwere Groove im Mittelteil dermaßen gewalttätig den Magen durchmassiert, dass man sich erstmals fragt, wie man diesen Track live überleben soll.

Dies ist eine Frage, die im Laufe von „Inked In Blood“ öfter auftaucht. Denn OBITUARY haben auf ihrem neunten Album eine amtliche Menge potentieller Bandklassiker vereint. Da wäre beispielsweise das bereits vorab veröffentlichte „Visions In My Head“, welches allein schon eine Art Best Of darstellt, derart gekonnt vereint es sämtliche Trademarks der Band. Flotte Leads, unglaublich schwere Grooves, John Tardys heftige Growls und einen dicken, basslastigen Sound, der bei entsprechender Lautstärke problemlos den Putz von der Decke eines jeden Altbaus löst.
„Violence“ hingegen ist ein flotter Knüppel, der dem Opener nicht unähnlich ist und in ebenfalls knapp zwei Minuten keine Gefangenen macht. Mit „Minds Of The World“ brechen OBITUARY ihren bandinternen Geschwindigkeitsrekord und machen alle ihre Fans glücklich. Denn die Tempovariationen verleihen „Inked In Blood“ enorme Dynamik und Frische, ein Umstand, den man bei einer so dienstalten und sich selbst treugebliebenen Band nicht zwangsläufig voraussetzen kann. Zudem kommen bei „Back On Top“ sogar melodische Elemente zum Einsatz.
Mit „Pain Inside“ gibt es allerdings auch eine klassische Dampfwalze und die abschließenden „Out Of Blood“ und „Paralyzed With Fear“ machen dem Backkatalog von OBITUARY alle Ehre und dürften alle alteingesessenen Fans zufriedenstellen.

Mit „Inked In Blood“ ist OBITUARY der ganz große Wurf gelungen. Spielerisch schlägt die Scheibe alle Alben seit „Frozen In Time“ und auch dieses und kann sich problemlos in der Nähe der ersten drei Alben positionieren. Ob es ein ebensolcher Klassiker wie „Slowly We Rot“ oder „Cause Of Death“ ist, wird die Zeit zeigen, das Potential dazu hat „Inked In Blood“ definitiv. Ganz großer Death Metal von OBITUARY und definitiv ein Anwärter für das Album des Jahres.

Bewertung: 9.5 / 10

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1 Kommentar zu “Obituary – Inked In Blood”

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