Review Prong – Zero Days

  • Label: Steamhammer
  • Veröffentlicht: 2017
  • Spielart: Groove Metal

Es gibt wirklich Härteres, als dieser Tage Fan der Crossover-Legende PRONG zu sein: Nach diversen Tiefschlägen bis hin zur Bandauflösung 1997 durchleben die Amerikaner aktuell die wohl erfolgreichste und produktivste Phase ihrer nunmehr über 30 Jahre andauernden Karriere. So erscheint nun, kaum anderthalb Jahre nach ihrer starken letzten CD „X – No Absolutes“ mit „Zero Days“ bereits das nächste PRONG-Album. Und einmal mehr können Fans beruhigt zugreifen.

Schon der Einstieg von „However It May End“ schürt die Vorfreude gewaltig: Aggressiv, thrashig und mit viel Groove gehen PRONG hier direkt von null auf 100. Auch der melodische Refrain gibt schon einen guten Ausblick auf den Verlauf von „Zero Days“. Mehr denn je steht hier nämlich der Gesang im Vordergrund: Mal herrlich roh, mal melodiös singend, ruft Tommy Victor diesmal stimmlich Bestleistungen ab.

Gerade die melodiösen und entsprechend eingängigen, bisweilen fast poppigen Alternative-Metal-Refrains geben den Stücken mitunter einen geradezu hymnenhaften Touch. In Kombination mit seiner schmissigen Gitarrenarbeit im Bereich Rhythmus- und Sologitarre sorgt das dafür, dass es auf „Zero Days“ nur so vor Hits wimmelt: „Off The Grid“, „Divide And Conquer“, „Interbeing“ oder der unübertroffene Ohrwurm „Blood Out Of Stone“ sind hier nur einige Beispiele.

Zwischen die leicht zugänglichen Stücke mogeln PRONG immer wieder harte, geradlinige Nummern wie „Forced Into Tolerance“, „Operation Of The Moral Law“ oder der Downtempo-Kracher „Self Righteous Indignation“. Diese Kombination sorgt dafür, dass „Zero Days“ insgesamt härter klingt, als man PRONG gemeinhin einschätzt, gleichzeitig jedoch besser im Ohr bleibt als alle PRONG-Werke zuvor.

Entscheidenden Anteil an diesem absolut stimmigen Gesamteindruck hat auch der Sound, für den, wie schon auf dem Vorgänger, mit Chris Collier ein eigentlich auf Heavy Metal fokussierter Produzent verantwortlich zeichnet: Knackige Drums, bissige Gitarren und ein herrlich ausgewogenes Klangbild, das Gesang und Soli trotz allem Druck in den Riffs genug Raum zum Atmen verschafft, lassen „Zero Days“ soundtechnisch glänzend dastehen.

Der Höhenflug von PRONG geht auch mit „Zero Days“ weiter: Nach „Ruining Lives“ und „X – No Absolutes“ legen Tommy Victor und Konsorten einmal mehr ein Album vor, das fragen lässt, warum PRONG nicht längst in größeren Hallen aufspielen. Große Alternative-Metal-Nummern treffen hier auf knackigen Thrash – im Ganzen jedoch klingt auch „Zero Days“ wieder unverwechselbar nach PRONG.

Wertung: 8.5 / 10

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