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Deafening Opera – Let Silence Fall

Wow, was für ein edles Digipak! Das Artwork von „Let Silence Fall“, dem dritten Longplayer der Münchener Progger DEAFENING OPERA, ist wirklich sehr geschmackvoll – und ein Vorbote für den Inhalt. Denn auch musikalisch geht das Sextett auf dem Konzeptalbum äußerst ambitioniert zu Werke.

Schon der Einstieg ist nicht von der leichten Sorte: Auf ein schwermütiges Piano-Intro folgt eine Ouvertüre mit kompletter Besetzung, bei der die Motive und Soli für drei Minuten nur so am Hörer vorbeifliegen. Mit „Down The River“ nimmt die Band das Tempo aber direkt wieder raus und überlässt Sänger Adrian Daleore die Bühne. Das klingt düster und zerbrechlich, wird jedoch nach zweieinhalb Minuten in einem wiederum flotten Part aufgelöst. Etwas zerfahren, dieser Beginn.

Was DEAFENING OPERA hier in 70 Minuten und 11 Songs bieten, zeugt von einem ziemlich progressiven Selbstverständnis. Die Münchener wollen detailverliebt und vielschichtig sein; traditionell und zugleich modern; technisch anspruchsvoll, aber auch eingängig und emotional tiefgehend. Die Platte hat viele mitreißende und geschmackvolle Passagen zu bieten. Die Band ist instrumental ziemlich fit und hat enormes Potenzial. Wenn da nicht der eigene hohe Anspruch wäre: Er hängt wie eine dunkle Gewitterfront über dem Album und macht es schwerer zugänglich, als die Musik eigentlich ist.

Man spürt, dass DEAFENING OPERA etwas Großes schaffen wollten und sich verzettelt haben. „Let Silence Fall“ ist irgendwie alles, aber nichts davon wirklich konsequent. Das ist vor allem deshalb schade, weil den sechs Jungs etwas sehr Bemerkenswertes gelingt: In all ihrer Zerfahrenheit sind sie sehr originell. Mit Ausnahme von einigen kurzen Momenten, die in ihrer Dramaturgie an ruhigere Pain Of Salvation erinnern, klingen sie erfrischend eigenständig.

Das führt dann soweit, dass der Hörer zwischen dem noisigen Ende von „Amber Light“ und den Neoprog-Keyboards des darauffolgenden „The Tempest“ von einem seltsamen Einschub mit deutschsprachigem Operngesang überrascht wird. Soll das jetzt lustig, innovativ, überraschend oder gebildet sein?

Sänger Adrian Daleore weiß vor allem in den ruhigen Momenten zu gefallen. Der Beginn von „As Night And Day Collide“ oder „Amber Light“ zeigt, wie berührend und ausdrucksstark er singen kann. In dynamischeren Passagen fällt es ihm öfters schwer, sich gegen die Instrumente durchzusetzen und diesen Ausdruck zu bewahren. Im sehr gelungenen „Sweet Silence“ hingegen beweist er eine erstaunliche Spannbreite und Variabilität.

DEAFENING OPERA haben viele gute Ideen und das Können, diese auch zu verwirklichen. Wenn die Band sich von der Bürde des eigenen Anspruchs befreit und etwas weniger „will“, könnte das in ihrer Musik ungeahnte Energien freisetzen. Schon jetzt eine spannende Combo – aber da geht noch was. Wer sich für die deutsche Progszene interessiert, sollte reinhören!

Haken – L-1VE

Die ersten Töne erklingen, die Freude im Publikum schwillt langsam an, die Zurufe werden lauter. Backstage formiert sich das Sextett um Sänger Ross Jennings, die Blicke konzentriert. Die Instrumentalfraktion von HAKEN betritt nun die Bühne und der Schlagzeuger trommelt sich in den Beginn des Konzertes, welches Jennings, eingetaucht in grasgrünes Licht, mit glasklarer Stimme zu „affinity.exe/ Initiate“ eröffnet. Es ist das Jahr 2017, wir befinden uns in Amsterdam im legendären Melkweg am letzten Abend von HAKENs Jubiläumstour anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens und dank „L-1VE“ können wir live dabei sein.

Auf dem heutigen Programm steht eine knapp zweistündige Setlist, deren Fokus auf den zwei umjubelten letzten Alben „Affinity“ (2016) und „The Mountain“ (2013) liegt. Dazwischen streuen die spielfreudigen Engländer den Titeltrack ihres 2011er Albums „Visions“ sowie ein Medley ihres Debüts „Aquarius“ (2010). Besonders dieses „Aquamedley“ getaufte Stück ist eine kleine Sensation, schließlich haben HAKEN hier sechs der auf dem Debüt befindlichen sieben Tracks zu einem Song zusammengefügt. Ihnen gelingt es, sechs Kompositionen zu einem 23-minütigen Guss zu formen. Für jeden Fan, der die Briten bei dieser Tour nicht live erleben konnte, sollte allein dieses Medley den Kauf von „L-1VE“ Wert sein!

Liebe zum Detail wird erstmalig beim dritten Track „1985“ deutlich, der das Videomaterial ab dem Keyboard-Intermezzo von Diego Tejeida in die Qualität bringt, die für Videomaterial der 1980er Jahre nur allzu bezeichnend war: alles andere als hochauflösend und schummerig. Ein gelungener Gag!

Bei „Red Giant“ macht sich die brilliante Tonabnahme der Songs bezahlt, denn die sich aufbauende Atmosphäre bis hin zum ausbrechenden Finale gelingt vor allem durch all die fein herausstechenden Zwischentöne. Gleiches gilt für Jennings‘ Gesang, der auf „L-1VE“ durchweg überzeugt: Jeder Ton sitzt, hebt sich von den Instrumenten ab und beweist einmal mehr, dass HAKEN sowohl instrumental als auch gesanglich mit Talenten aufwarten. Besonders das ruhige „As Death Embraces“ erzeugt Gänsehaut, obgleich es sich bei „L-1VE“ lediglich um ein Sofa-Konzert handelt.

Mit „Atlas Stone“ und „Cockroach King“ präsentieren die Engländer dann zwei Nummern, die sich als HAKEN-Hits etablieren konnten und auf dem Live-Album ebenso treibend und gefühlvoll aus den Boxen schallen, wie sie es auf „The Mountain“ erstmalig taten. Schade allerdings ist, dass die ersten Reihen des vollgefüllten Melkweg eher verhalten auf „Atlas Stone“ reagieren und sich nur vereinzelt bewegende Köpfe ausmachen lassen. Für den Genuss des Zuschauers vor dem Bildschirm ist das allerdings nicht weiter hinderlich, im Gegenteil: Nun heißt es die Anlage bis zum Anschlag aufzudrehen, sobald die ersten Töne des genialen „Cockroach King“ ertönen!

Im letzten Viertel des Konzertes trauen sich die Zuschauer nun auch endlich aus ihren Schneckenhäusern, sodass die Performance von „The Architect“ ebenso passend bejubelt wird wie das quirlige „The Endless Knot“. Im Anschluss folgen Backstage-Aufnahmen von den Augenblicken, in denen sich HAKEN auf den finalen Track des Abends, den Encore von „Visions“, vorbereiten. Das Publikum belohnt die Darbietung mit sichtlich mitgerissenen Gästen, denen dieser würdige Abschluss von „L-1VE“ sichtlich Gefallen bereitet.

Einzig die vereinzelten unscharfen Aufnahmen trüben wortwörtlich das Bild. Dass der Sucher zu lange zum Fokussieren benötigt, ist nicht ungewöhnlich, allerdings ist es fraglich, warum diese Momente nicht geschnitten und durch die Aufnahmen ersetzt wurden, an dem tatsächlich ein scharfes Bild im Kasten war. Da dieser Punkt allerdings das einzige Manko in einem ansonsten rundum gelungen Mitschnitt darstellt, der mit einer gut zusammengestellten Setlist überraschen kann, stellt „L-1VE“ genau das Geschenk dar, welches HAKEN ihren Fans zum Jubiläum machen wollten. Pflichtkauf für Fans und moderne Prog-Hörer!

Periphery gründen eigenes Label

Mitglieder von PERIPHERY haben ein eigenes Label mit dem Namen „3DOT Recordings“ gegründet. Auf diesem Label werden alle zuküntigen Veröffentlichungen der Progger, der einzelnen Nebenprojekte der Bandmitglieder aber auch Scheiben anderer Bands erscheinen. PERIPHERY-Gitarrist Misha Mansoor kommentiert enthusiastisch:

„Wir sind sehr aufgeregt, uns endlich einen Traum erfüllen zu können, den wir bereits seit einiger Zeit haben. Mit der starken Vision, die wir alle teilen, ist es nur sinnvoll, diese Perspektive auf die Sichtweise eines Labels auszuweiten. So haben wir eine Vertriebsstelle, die perfekt an unsere Veröffentlichungen angepasst ist. Außerdem gibt es uns die Möglichkeit, andere musikalische Projekte und Bands zu fördern, die wir wirklich lieben.“

Die erste Veröffentlichung auf dem neuen Album erscheint am 28.09.2018. Es ist die neue Scheibe „Vacancy“ des Nebenprojekts Four Seconds Ago der beiden PERIPHERY-Gitarristen Jake Bowen und Misha Mansoor.

Gazpacho – Soyuz

Das Weltall und seine Weiten sind schon lange im Fokus des menschlichen Interesses und Nährboden für allerlei Mythen oder Verschwörungstheorien. Gerade jetzt, wo Alexander Gerst seinen zweiten Raumflug zur internationalen Raumstation ISS unternimmt, ist das Interesse wieder massiv gestiegen. Mit der Sojus MS-09 startete er in Kasachstan in Richtung der in 400 km Höhe den Erdorbit umkreisenden Raumstation. Die norwegischen Art-Rocker GAZPACHO nehmen sich vordergründig diesem Thema auf ihrem zehnten Album an und haben es schlicht „Soyuz“ getauft. Das Cover wurde entsprechend dazu mit einem stimmungsvollen Artwork versehen, dass einem seine eigene Winzigkeit im Universum aufzeigt. Doch es geschieht noch mehr auf dem Longplayer als bloßes Space-Rock-Gefrickel.

Als Herzstück der Platte kann man dennoch die Geschichte des sowjetischen Kosmonauten Wladimir MIchailowitsch Komarow bezeichnen, der sein Leben 1967 beim Absturz der Rückkehrkapsel des Raumschiffs Sojus 1 ließ. Die Geschichte erstreckt sich über zwei Titel: „Soyuz One“ macht dabei Hoffnung, vertont den Aufstieg der Raumfähre und die damit verbundenen Hoffnungen von Menschen in gekonnter Weise und wechselt mehrmals zwischen soften Passagen inkl. Streichern und härteren Progressive-Rock-Anteilen. Das ausufernde 13-minütige „Soyuz Out“ ist dagegen eine Ansammlung aller wichtigen Elemente, die die Norweger auf „Soyuz“ augreifen und verbindet sie zu einer intensiven Suite, die als Abschluss des Longplayers perfekt gepasst hätte. Eindeutig das Highlight der Platte.

Die kürzeren Songs sind dagegen geradliniger und leichter greifbar, was in ihrer Natur liegt. Dennoch versprühen sie ganz eigenen Charme, der von GAZPACHO auch variiert wird. „Exit Suite“ beginnt als Ambient-Stück und entwickelt sich in Richtung Chamber Pop, „Sky Burial“ ist ein wabernder und berückender Song über eine buddhistische Bestattungsform. Zwischen Folk und Electro bewegt sich „Emperor Bespoke“, während „Rappaccini“ eine Kurzgeschichte von Nathaniel Hawthorne aus dem Jahr 1844 aufgreift.

GAZPACHO haben sich und ihren Stil scheinbar gefunden, der getragen vom Progressive Rock und Art-Rock in viererlei Richtungen ausströmt: Sei es Jazz, Klassik, Ambient oder ähnliches – die Stimmung und Zusammensetzung passt. Größtenteils agieren die Musiker im getragenen Tempo, daher ist „Soyuz“ eher für intensive Momente unter dem Kopfhörer zu empfehlen, davon gibt es nämlich zuhauf. Sehr melodisch und erinnernd an Coldplay, Porcupine Tree oder Pink Floyd setzten GAZPACHO zwar auf Experimente, gehen aber kein zu großes Risiko ein. Trotzdem ein rundum stimmiges Werk für verträumte Rocker. Der Band jedenfalls bleibt die harte Landung des Hauptprotagonisten Komarow erspart.

Subsignal – La Muerta

„La Muerta“ – das ist Spanisch und bedeutet „die Tote“. Gemessen an diesem Titel und dem Cover-Artwork müsste der fünfte SUBSIGNAL-Longplayer ähnlich düster und schwer daherkommen wie das 2015er „The Beacons Of Somewhere Sometime“. Nach dem ersten Hördurchgang ist klar: Die Band hat sich für einen Gegenentwurf zum melancholisch-progressiven Vorgänger entschieden – und führt damit den poppigen, AOR-lastigen Kurs von „Paraiso“ fort.

Nach einem kurzen Intro erwartet uns mit dem Titeltrack „La Muerta“ schon das erste Highlight – vom atmosphärischen Gitarrenlick über die knackige Strophe bis zum melodischen Refrain ist der Song ein einziger Ohrwurm. Wenn’s ums Schreiben starker Hooklines geht, sind SUBSIGNAL eine sichere Bank. Das zeigen sie auch mit dem grandiosen „The Passage“, in dessen warmem Chorus man sich wunderbar verlieren kann:

All we have is this moment
All we have is this knowledge
That this life is a passage
So narrow, so wide
All we have is this union
Like rivers and oceans
And it all can be taken in a blink of an eye

Auch wenn nicht jeder Song derart stark wie die beiden genannten ist – ohne Frage ist SUBSIGNAL wieder ein sehr gutes Album gelungen. Trotzdem ist es die erste Scheibe der Band, bei der ich nicht 9.5 oder 9 Punkte ziehe. Denn „La Muerta“ hat keinen eigenständigen Charakter. Das Debüt war atmosphärisch und ruhig, der Zweitling kernig und rockig, „Paraiso“ charmant und poppig, „The Beacons“ schwer und düster. „La Muerta“ ist ein zweites „Paraiso“, nur noch ein klein wenig leichtfüßiger.

Es ist ja nichts dabei, wenn sich eine Band wiederholt; „La Muerta“ verbindet dies aber mit Momenten, die sich ein wenig zu sehr der Progmetal-Klischeekiste bedienen: Das Keyboard-Intro von „Every Able Hand“ beispielsweise ist zu generisch und schon lange abgegriffen. Eine Combo wie SUBSIGNAL, die mit „The Beacons“ eine der dichtesten und mitreißenden Prog-Platten der letzten Zeit aufgenommen hat, muss sich meiner Ansicht nach nicht an Zutaten bedienen, die man schon tausend Mal gehört hat. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – genauso wie über das Cover, das ich so gar nicht mit der Musik der Band assoziiere und optisch nicht ansprechend finde.

Wie schon auf „Paraiso“ und „Touchstones“ gibt es auch wieder ein Duett mit einer Gastsängerin. Marjana Semkina von I Am The Morning veredelt die schwermütige Piano-Ballade „Some Kind Of Drowning“ mit ihrem elfengleichen Gesang und weckt Erinnerungen an Kate Bush. Ein schöner Song, der aber nicht so recht zum Rest des Materials passen will und einmal mehr nur knapp am Kitsch vorbeischrammt. Eine Idee fürs nächste Album: Nach drei Duetten mit Gastsängerinnen mal einen hochkarätigen Gastsänger einladen und damit eine neue Facette einbringen.

Fazit: „La Muerta“ ist „Paraiso II“. SUBSIGNAL-Fans greifen zu, SUBSIGNAL-Neulinge holen sich lieber erst „Touchstones“ oder „The Beacons Of Somewhere Sometime“, mit denen die Jungs ihre eigenen Benchmarks gesetzt haben.

PS: Schöne Rush-Reminiszenz in „As Birds On Pinions Free“ ;)

Redemption mit Details zum neuen Album „Long Night’s Journey into Day“

Am 27. Juli erscheint REDEMPTIONs siebtes Album „Long Night’s Journey Into Day“, ihr erstes, das von Jacob Hansen (Volbeat, Primal Fear, Amaranthe, Doro etc.) produziert wurde. Einen Vorgeschmack auf die neue Scheibe bietet euch nun die Single ‚Little Men‘, die ihr euch hier anhören könnt.

Galactic Empire – Episode II

Star Wars-Fans, die John Williams‘ Soundtrack gerne einmal härter interpretiert wissen wollen oder Prog-Metal-Hörer, die auf der Suche nach einem Album mit etwas eigenem Charme sind: Beide Lager sollten bei dem Namen GALACTIC EMPIRE aufhorchen. Der Band-Name verrät es nur allzu deutlich: Diese Formation orientiert sich an dem berühmten Franchise, was dank (oder leider) Disneys nun regelmäßig mit einer neuen Episode über deutsche Kino-Leinwände flattert.

Unnötig also zu erwähnen, dass GALACTIC EMPIRE sehr geheimnisvoll antworten, wenn man die Band nach ihren Einflüssen fragt (the dark side of the force) oder wenn man ihr Herkunftsland bestimmen möchte (a galaxy far, far away). Ein cleverer Schachzug, schließlich ist man als Hörer somit gezwungen, die Musik für sich sprechen zu lassen. Und diese Musik ist rein instrumental, verworren und schwer im Kopf zu behalten.

Im Grunde genommen sind alle drei Punkte nicht untypisch für Progressive Metal, auch nicht in Kombination, sodass erfahrene Prog-Hörer mit GALACTIC EMPIREs zweiten Album „Episode II“ nicht in ihren Grundfesten erschüttert werden dürften. Dennoch ist „Episode II“ schwierig zu fassen, was hauptsächlich daran liegt, dass es sich um begleitende Filmmusik handelt. Also um ein Konzept, was lediglich Szenen zu vertonen hat, nicht aber den Fokus der Arbeit, in diesem Fall der Musik, bildet. Demnach kann es den elf Tracks nicht gelingen, eine Stimmung zu erschaffen, einen roten Faden zu spinnen, der sich durch das Album zieht. Stattdessen ist der Verkaufspunkt von „Episode II“ schlichtweg der Fakt, dass der entsprechende Soundtrack von Williams verprogmetalt wurde.

Und das gelingt GALACTIC EMPIRE anfänglich auch auf unterhaltsame Weise, verliert aber bereits mit dem zweiten Durchlauf an Schwung. Sobald nach 40 Minuten der letzte Ton erklingt, ist nichts haften geblieben, was einen der Songs zum Ohrwurm werden lässt. Die Riffs sind vordergründig durch drei sich überlagernde Gitarrenspuren gekennzeichnet und der Drummer wechselt sein Spiel nahezu alle fünf Sekunden, um den ständigen Motiv-Wechsel der Gitarristen Herr zu werden, sprich: Er hastet sich durch Songs, um adäquat begleiten zu können.

Für den Hörer mag das eine anfängliche Abwechslung sein, die nach der ersten Euphorie über diese coole Idee allerdings so schnell verfliegen dürfte wie die Dauer eines Motivs auf „Episode II“ währt. Kreative Umsetzung, allerdings ohne langfristige Wertigkeit. Schade!

Poem

  • Englische Version

    Going on tour without a well-known headliner act is often a risk – especially when you are playing a not very popular genre like progressive metal. Nevertheless, POEM from Greece wanted to venture this step. Together with Damnations Day and White Walls they went on a tour through Europe to present their new, excellent album „Unique“. We had a little talk with the four musicians at their concert in Munich.

    How has the tour been so far?
    Stavros: It’s very nice. The good thing is that the other bands are amazing guys. Damnations Day and White Walls are very nice. We feel like a family inside the tour bus and everything has been going very well till now. We had a few things that had to be sorted out very quickly, but everything goes very well. The vibe is very good.
    George: It is our first European tour as headliners with Damnations Day, but until now I think everything is going well.
    Takis: And people seem to like it very much…
    Stavros: …if they come. (all laugh)

    You just mentioned it’s your first headliner tour…
    George: We had two European tours before. The first one was with Amorphis, Textures and Omnium Gatherum and the second one was last year with Persefone. Two amazing tours for us. They gave us the chance to gain experience and we want to have our name bigger in Europe, because in Greece it is little bit difficult to get a band out of the borders. Amorphis and Persefone gave us this opportunity. We had a great time.

    How does it feel compared to your tours as support of a big main act, where you mainly are confronted with concert goers who came for the headliner?
    George: It’s totally different.
    Laurence: Right now the people are coming for us, the three bands. Of course it’s not the same number of people that showed up on the Amorphis-Tour. But it’s very nice because you know that those people are here for you. You’re not a Warm-Up anymore. It’s like an experiment, we wanted to do this. We think it’s important to tour every year at least once. So this time we tried to do this on our own and head out there with Damnations Day and White Walls and see what’s gonna happen.

    You have a new album out called “Unique”. Does the new album follow the lyrical and musical concept of your previous two releases?
    George: We have one guy, Stavros here, who writes the lyrics.
    Stavros: For every album, except the first one, we tried to have a general concept, not a specific one. We did this with “Skein Syndrome” and we tried to do this with “Unique”. It describes reality metaphorically through a madman. All the songs talk about this madman and his feelings, what he sees. We tried to go inside his mind and see things from his point of view. So metaphorically it’s something everyone passes in their lifetime. That’s why we called it “Unique”. Because everybody tries to be unique. But nobody’s unique. We all wear the same clothes, we all have similar jobs, we all like the same type of entertainment. But nobody’s unique. Unique is something that’s inside, not outside. And that’s what we tried to talk about on this album.
    George: I think this album combines many styles of uniqueness. Imagine the racism. We see a black guy and we say that’s a black guy. No! He’s unique. Except for all of us, we’re white guys and he’s a black guy, but he’s unique. Or we can see bullying in schools. Maybe this bullied kid is unique. The unique is not only the madman. It’s a metaphor for everything.
    Stavros: Our madman can be everyone. Someone who’s crazy, someone who’s alone, someone who’s sad, someone who is black, like George said.
    George: Yeah. He’s unique. They’re great and we are great. We can all be unique in a point.

    Between your debut and you second album seven years have passed. Between “Skein Syndrome” and “Unique” only two years passed. What was the reason for those very different time spans?
    George: Yeah, the difficult part (laughs). In 2009 we made the first album “The Great Secret Show”, but we had many changes with the members. They had their own reasons. They left for economical reasons or they had their families. But we wanted to continue the band. So we made “Skein Syndrom” after seven years. There were not really other bad situations, the only bad situation was the changing of the members. That was the worst part and that’s why we took so long to make the second album. So now I think this is the…
    Takis: …the best line-up.
    Stavros: It’s the first thing he says in this interview. (imitates Takis‘ voice) „The best line-up“. (all laugh)
    George: He recently joined the band. So now this is the best line-up, yes.

    The album cover shows a person sitting in a desperate position on a chair in a room with one wall open and the ocean coming in. Why did you choose this motive and what does this picture mean to you personally?
    Laurence: It’s about the album. This guy is the metaphor we were speaking of. He represents this idea of “Unique”. He feels unique. He’s inside a room, but it’s open in front of him and you can see that the sea is the chaos. It’s everything that gets upon you. The waves are crushing upon you. You can’t react. You don’t know what to do you just have to sit there. And then you have those walls. There’s a lot going on in this album cover.
    George: We tried to translate the schizophrenia. There are three symptoms. One is the voices you hear all the time. The second is what you see and the third is your thoughts. There are lyrics on the walls, they are the thoughts of him and the hallucination he has are in front of him. Because he’s in his room, but he can see an ocean coming to him.

    Are the words on the walls actually the lyrics of the songs?
    Stavros: No, just some parts of them.
    George: It’s his thoughts. Confused words. Maybe it says something like “kill him” or “unique”.

    The production has a lot more punch, but is overall more dry and less warm than “Skein Syndrome”, especially the drums. Why did you decide to turn down the reverb and go for a more direct sound?
    Stavros: I think it led us there. In my opinion the songs are more powerful. “Skein Syndrome” was a bit darker. But this one needed more punch.
    Takis: There are more groovy riffs.

    Is there anything on that album you are not 100 % satisfied with or on what you now think “damn, I would have done it differently in retrospect!”?
    Takis: Actually we didn’t have much time to get the 100% that we wanted. So in the time that we had I think we did the best we could do. But of course, if we had more time we would have changed some things. But not much. Just some little details.
    Laurence: Not so much change, but add things. I think that happens everytime. It was the same with “Skein Syndrome”.
    Stavros: After every album an artist creates, he listens to it and he says “Aaah, I could have done this better.”. But it’s experience and it’s something that happens all the time.

    It is your second release via ViciSolum Productions. Are you still satisfied with the label’s work and would you consider releasing your next album there, too?
    George: Of course, ViciSolum did a great job for us. The thing is that as a band you are always looking for the best. Right now ViciSolum is the best for us. But we never know. In the next two or three years, maybe…
    Stavros: …maybe we evolve. It has to do with our progression.
    George: Yeah. We cannot answer that this is the best we can ever have. But until now it works for us.
    Stavros: They work very hard for us. Very nice guys.
    George: They did a very good job for us. This is the reason why we are here now. ViciSolum were the first label that took us out of Greece. We totally appreciate what they’ve done for us.

    What are your future plans? Do you already have a concept or ideas for the next album?
    Laurence: When we get back from the tour we will start working on new things already, so we don’t fall into the same trap as we did with “Unique” where everything had to be done really fast. So we’re going to do that. But right now we have all agreed to promote and play this album as much as we can, because it’s new. It’s our new child. We have to do that for at least two years. It’s what we’re focussing on right now. And we have a lot of stuff in mind to do when prepare the live shows. We’re still experimenting. The shows on this tour are the first where we’re playing this album. It’s gonna be nice, visually and musically.

    I’d like to end the interview with our metal1.info brainstorming. I’ll say some keywords and you just tell me the first thing that comes to your mind.
    Athens: Stavros: Home. For me it’s always going to be home.
    George: Yes, definitely.
    Takis: Chaos. (laughs)
    Laurence: Lively. Full of life. Multicultural as well.
    George: Okay: Sex! Pussies! Nightlife! Smells like teen spirit! No money! Please borrow us money! (all laugh)
    Euthanasia: Stavros: Salvation.
    George: For me it’s salvation, too.
    Takis: Fifth song. (all laugh)
    George: If you say euthanasia, my mind goes to animals and it’s very sad. But it’s salvation for them, too. If they are sick.
    Refugee crisis: George: Very sensitive topic.
    Stavros: It’s difficult for both sides. For us and for the refugees. It’s a government problem. Government assholes.
    Laurence: In one word: money. That’s what it’s all about. And weapons.
    Stavros: Political games that want to make us fight each other.
    George: They try to make life useless. They don’t care. Fuck them! But not the refugees! I mean the government! (all laugh)
    Favorite album: Takis: In every period of my life, like every five years that changes. I would say “Far Beyond Driven” by Pantera was the most influential thing I’ve heard when I was young. And Death – Symbolic. These two albums.
    Stavros: Pink Floyd – The Dark Side Of The Moon, Metallica…And Justice For All and Led Zeppelin – III
    George: „Ænima“ by Tool and maybe Pearl Jam – Ten when I was young. And Jeff Buckley – Grace.
    Laurence: I would also say „The Dark Side Of The Moon“, but I’ll say „Animals“, so we have two different albums by Pink Floyd.
    Psychology: Stavros: “Unique”, the album.
    Takis: Up and down.
    George: Broken stuff.
    Laurence: Anxiousness. Modern day sickness.

  • Deutsche Version

    Sich ohne bekannten Headliner auf eine internationale Tour zu begeben, ist oft ein riskantes Unterfangen – vor allem, wenn man in einem nicht gerade populären Genre wie Progressive Metal unterwegs ist. Dennoch wollten POEM aus Griechenland diesen Schritt wagen. Zusammen mit Damnations Day und White Walls haben sie sich auf eine Europatour gemacht, um ihr neues, hervorragendes Album „Unique“ live vorzustellen. Wir haben die vier Musiker zum Gespräch bei ihrem Konzert in München getroffen.

    Wie war eure Tour bisher?
    Stavros: Sehr schön. Das Gute ist, dass die anderen Bands tolle Leute sind. Damnations Day und White Walls sind sehr nett. Wir fühlen uns wie eine Familie im Tourbus und bisher ist alles gut gelaufen. Es gab ein paar Sachen, die schnell geklärt werden mussten, aber alles läuft sehr gut. Die Stimmung ist sehr gut.
    George: Es ist unsere erste Europatour als Headliner zusammen mit Damnations Day, aber bisher hat alles gut geklappt.
    Takis: Und den Leuten scheint es sehr zu gefallen…
    Stavros: …sofern sie kommen. (alle lachen)

    Ihr habt es gerade erwähnt: Es ist eure erste Headliner-Tour…
    George: Wir waren davor schon auf zwei Europatouren. Die erste war mit Amorphis, Textures und Omnium Gatherum und die zweite letztes Jahr mit Persefone. Zwei fantastische Touren für uns. Sie haben uns die Chance gegeben Erfahrung zu sammeln und wir wollen unseren Namen in Europa größer machen, weil es in Griechenland ein wenig schwierig ist eine Band außerhalb der Landesgrenzen zu bringen. Amorphis und Persefone haben uns diese Möglichkeit gegeben. Wir hatten eine tolle Zeit.

    Wie fühlt es sich im Vergleich zu euren Touren als Supportband eines Hauptacts an, wo ihr hauptsächlich vor Konzertgängern spielt, die eigentlich für den Headliner gekommen sind?
    George: Es ist komplett anders.
    Laurence: Jetzt gerade kommen die Leute für uns, die drei Bands. Natürlich ist es nicht die gleiche Anzahl an Besuchern wie auf der Amorphis-Tour. Aber es ist sehr schön, weil man weiß, dass diese Leute wegen dir da sind. Du bist kein Aufwärmprogramm mehr. Es ist eine Art Experiment, wir wollten das machen. Wir glauben es ist wichtig mindestens einmal pro Jahr auf Tour zu gehen. Also haben wir es dieses Mal selber versucht und uns mit Damnations Day und White Walls auf den Weg gemacht um zu schauen, was passieren wird.

    Ihr habt ein neues Album namens „Unique“ veröffentlicht. Ist das Album textlich und musikalisch eine Weiterführung eurer Vorgängeralben?
    George: Wir haben eine Person, Stavros hier, der die Texte verfasst.
    Stavros: Bei jedem Album, abgesehen vom ersten, haben wir versucht ein allgemeines Konzept zu finden, kein spezifisches. Wir haben das bei „Skein Syndrome“ so gemacht und wir haben das bei „Unique“ versucht. Es beschreibt die Realität metaphorisch durch eine geisteskranke Person. Alle Songs erzählen über diesen Geisteskranken und seine Gefühle, was er sieht. Wir haben versucht in seinen Geist einzudringen und die Dinge aus seiner Perspektive zu sehen. Metaphorisch gesehen ist es also etwas, dem jeder Mensch in seinem Leben mal begegnet. Deswegen haben wir es „Unique“ genannt. Weil jeder versucht einzigartig zu sein. Aber niemand ist einzigartig. Wir tragen alle die selben Klamotten, haben ähnliche Jobs, wir mögen alle die gleiche Art der Unterhaltung. Aber niemand ist einzigartig. Einzigartig ist das, was in den Menschen drin ist, nicht außerhalb von ihnen. Darüber haben wir versucht auf dem Album zu sprechen
    George: Ich denke das Album vereint viele Arten von Einzigartigkeit. Nim zum Beispiel Rassismus. Wir sehen einen Schwarzen und sagen er ist ein Schwarzer. Nein! Er ist einzigartig. Abgesehen von uns allen, wir sind weiß und er schwarz, aber er ist einzigartig. Oder wir betrachten Mobbing in den Schulen. Vielleicht ist dieses gemobbte Kind einzigartig. Das Einzigartige ist nicht nur der Geisteskranke. Es ist eine Metapher für alles.
    Stavros: Unser Geisteskranke kann jeder sein. Jemand der verrückt ist, jemand der allein ist, jemand der traurig ist, jemand der schwarz ist, wie George gesagt hat.
    George: Ja. Er ist einzigartig. Sie sind toll und wir sind toll. Wir können alle in einem Punkt einzigartig sein.

    Zwischen eurem Debüt und eurem zweiten Album sind sieben Jahre vergangen. Zwischen “Skein Syndrome” und “Unique” sind nur zwei Jahre vergangen. Was war der Grund für diese sehr unterschiedlichen Zeitspannen?
    George: Ja, der schwierige Teil (lacht). 2009 haben wir unser erstes Album „The Great Secret Show“ aufgenommen, aber wir hatten viele Besetzungswechsel. Die Mitglieder hatten ihre eigenen Gründe. Sie sind aus Kostengründen gegangen oder hatten ihre Familien. Aber wir wollten mit der Band weitermachen. Also haben wir nach sieben Jahren „Skein Syndrome“ aufgenommen. Es gab nicht wirklich andere blöde Situationen, die mit den Besetzungswechseln war die einzige. Das war der schlimmste Teil und der Grund, warum wir so lange für das zweite Album gebraucht haben. Deshalb glaube ich, das jetzt ist die…
    Takis: …die beste Besetzung.
    Stavros: Es ist das erste, was er in diesem Interview sagt. (immitiert Takis‘ Stimme) „Die beste Besetzung“. (alle lachen)
    George: Er ist kürzlich der Band beigetreten. Deshalb ist es jetzt die beste Besetzung, ja.

    Das Album-Cover zeigt eine Person, die in einer verzweifelten Haltung auf einem Stuhl in einem Raum sitzt, der eine offenene Wand hat und in den das Meer hineinströmt. Warum habt ihr dieses Motiv ausgewählt und was bedeutet das Bild für euch persönlich?
    Laurence: Es geht um das Album. Diese Person ist die Metapher, von der wir gesprochen haben. Er verkörpert diese Idee von „Unique“. Er fühlt sich einzigartig. Er ist in einem Raum, aber vor ihm ist dieser offen und man kann sehen, dass das Meer das Chaos ist. Es ist alles, was auf dich zukommt. Die Wellen stürzen auf dich ein. Du kannst nicht reagieren. Du weißt nicht, was du tun sollst und musst einfach dasitzen. Und dann sind da noch diese Wände. Es passiert sehr viel auf diesem Album-Cover.
    George: Wir haben versucht die Schizophrenie zu übersetzen. Es gibt drei Symptome. Eines sind die Stimmen, die man die ganze Zeit hört. Das zweite ist, was du siehst und das dritte sind deine Gedanken. Da sind Texte an der Wand, das sind seine Gedanken und seine Halluzinationen sind vor ihm. Weil er in seinem Zimmer ist, aber er kann das Meer auf sich zukommen sehen.

    Sind die Wörter an den Wänden tatsächlich die Songtexte?
    Stavros: Nein, nur Teile von ihnen.
    George: Es sind seine Gedanken. Wirre Wörter. Vielleicht sagen sie so etwas wie „töte ihn“ oder „einzigartig“.

    Die Produktion hat wesentlich mehr Druck, aber ist insgesamt trockener und weniger warm als bei „Skein Syndrome“, besonders das Schlagzeug. Warum habt ihr euch dafür entschieden den Hall rauszunehmen und einen direkteren Sound anzustreben?
    Stavros: Ich denke es hat uns einfach dort hingeführt. Meiner Meinung nach sind die Songs kraftvoller. „Skein Syndrome“ war ein bisschen düsterer. Aber dieses hier hat mehr Kraft gebraucht.
    Takis: Es gibt mehr groovige Riffs.

    Gibt es irgendetwas auf dem Album, mit dem ihr nicht 100 % zufrieden seid oder bei dem ihr denkt „verdammt, jetzt im Nachhinein hätte ich das anders gemacht!“?
    Takis: Tatsächlich hatten wir nicht genug Zeit, um die 100% zu erreichen, die wir wollten. Aber in der Zeit, die wir hatten, haben wir, denke ich, das beste herausgeholt, was wir konnten. Aber klar, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir ein paar Sachen geändert. Aber nicht viel. Nur ein paar kleine Details.
    Laurence: Weniger Dinge geändert, sondern eher welche hinzugefügt. Ich glaube das passiert jedes Mal. Bei „Skein Syndrome“ war es das gleiche.
    Stavros: Nach jedem Album, das ein Künstler erschafft, hört er es sich an und sagt „Aaah, ich hätte das besser machen können.“. Aber es ist Erfahrung und es ist etwas das die ganze Zeit passiert.

    Es ist eure zweite Veröffentlichung über ViciSolum Productions. Seid ihr immer noch zufrieden mit der Arbeit des Labels und würdet ihr es in Erwägung ziehen, auch euer nächstes Album dort zu veröffentlichen?
    George: Natürlich, ViciSolum haben großartige Arbeit für uns geleistet. Die Sache ist die, dass du als Band immer nach dem Besten suchst. Jetzt gerade sind ViciSolum das Beste für uns. Aber wir wissen nie. In den nächsten zwei oder drei Jahren…
    Stavros: …entwickeln wir uns vielleicht weiter. Es hat mit unserem Fortschritt zu tun.
    George: Ja. Wir können nicht sagen, dass das das beste ist, das wir jemals haben werden. Aber bis jetzt funktioniert es für uns.
    Stavros: Sie arbeiten sehr hart für uns. Sehr nette Leute.
    George: Sie haben sehr gute Arbeit für uns geleistet. Das ist auch der Grund, warum wir jetzt hier sind. ViciSolum waren das erste Label, das uns aus Griechenland rausgebracht hat. Wir wissen es sehr zu schätzen, was sie für uns geleistet haben.

    Was sind eure Zukunftspläne? Habt ihr schon ein Konzept oder Ideen fürs nächste Album?
    Laurence: Wenn wir von der Tour zurückkommen, werden wir bereits an neuen Sachen arbeiten, damit wir nicht in die gleiche Falle tappen wie bei „Unique“, wo alles sehr schnell gehen musste. Das werden wir also tun. Aber jetzt im Moment haben wir uns alle darauf geeinigt, dass wir das Album so viel bewerben und live spielen, wie wir können, weil es neu ist. Es ist unser neues Kind. Wir müssen das für mindestens zwei Jahre machen. Das ist, worauf wir uns momentan fokussieren. Und wir haben sehr viele Ideen für die Vorbereitung der Live-Shows. Wir experimentieren noch. Die Shows auf dieser Tour sind die ersten, bei denen wir dieses Album live spielen. Es wird schön werden, optisch und musikalisch.

    Ich würde das Interview gerne mit unserem klassischen Metal1.info-Brainstorming beenden. Ich werde ein paar Begriffe nennen und ihr sagt mir einfach das erste, was euch dazu einfällt.
    Athen: Stavros: Zuhause. Für mich wird es immer mein Zuhause sein.
    George: Ja, definitiv.
    Takis: Chaos. (lacht)
    Laurence: Belebt. Voller Leben. Auch multikulturell.
    George: Okay: Sex! Muschis! Nachtleben! Smells like teen spirit! Kein Geld! Bitte leiht uns Geld! (alle lachen)
    Euthanasia: Stavros: Erlösung.
    George: Für mich ist es auch Erlösung.
    Takis: Fünfter Song [Anm. d. Red.: „Euthanasia“ ist der Titel des fünften Songs auf „Unique“]. (alle lachen)
    George: Wenn du Euthanasie sagst, denke ich an Tiere und das ist sehr traurig. Aber für sie ist es auch Erlösung. Wenn sie krank sind.
    Flüchtlingskrise: George: Sehr schwieriges Thema.
    Stavros: Es ist schwierig für beide Seiten. Für uns und für die Flüchtlinge. Es ist ein Regierungsproblem. Regierungsarschlöcher.
    Laurence: In einem Wort: Geld. Darum geht es bei all dem. Und um Waffen.
    Stavros: Politische Spiele die uns gegeneinander aufbringen sollen.
    George: Sie versuchen das Leben wertlos zu machen. Es interessiert sie nicht. Scheiß auf die! Aber nicht auf die Flüchtlinge! Ich meine auf die Regierung! (alle lachen)
    Lieblingsalbum: Takis: In jedem Lebensabschnitt, etwa alle fünf Jahre, ändert sich das bei mir. Ich würde sagen „Far Beyond Driven“ von Pantera war das einflussreichste, das ich gehört habe, als ich noch jung war. Und Death – Symbolic. Diese zwei Alben.
    Stavros: Pink Floyd – The Dark Side Of The Moon, Metallica…And Justice For All und Led Zeppelin – III
    George: „Ænima“ von Tool und vielleicht Pearl Jam – Ten als ich jung war. Und Jeff Buckley – Grace.
    Laurence: Ich würde auch „The Dark Side Of The Moon“ sagen, aber ich sage „Animals“, damit wir zwei unterschiedliche Alben von Pink Floyd haben.
    Psychologie: Stavros: “Unique”, das Album.
    Takis: Auf und ab.
    George: Kaputte Dinge.
    Laurence: Ängstlichkeit. Die Krankheit von heute.