CD-Review: Del Moe - Die High Butterfly

Besetzung

Alex Mennie - Gitarre, Gesang
Marian Linhard - Bass, Gesang
Dominic Fuchs - Schlagzeug, Gesang

Tracklist

01. Yeah
02. Knew Your Name
03. Soju
04. Carousel
05. Without Guns
06. Hancock
07. Tramp
08. 1234
09. Three
10. Teacher's Pet
11. Blow
12. High
13. Embracing
14. Beggin' For The Moe


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Uff! Als Mixtur aus Blues, Grunge und Boogie-Woogie wird die Musik von DEL MOE im Promobeiblatt bezeichnet. Das kann schon abschrecken, besonders wenn man sonst auf härtere Klänge steht. Es weckt aber auch Interesse, wie sich so etwas wohl anhören mag. Nun denn, knöpfen wir uns “Die High Butterfly”, das erste Full-Length-Werk der Band aus dem hessischen Oberursel, mal vor.

Beim Opener “Yeah” wechseln sich in typischer Alternative-Rock-Manier ruhige, fast chillige Phasen mit energischeren, leicht Grunge-artigen Passagen ab. “Knew Your Name” überrascht erst mit Motörhead-liken Vocals und einer teilweise deftigen Power. Die Marschroute wird aber nicht beibehalten, sondern geht in einen psychdelischen Part mit latent emotionaler Ausrichtung über. Man kann das als Abwechslung pur bezeichnen, oder aber auch als das völlige Fehlen einer klaren Linie.
Solche Eindrücke werden dem Hörer auf dem Album dann immer wieder begegnen. Kein Song klingt eigentlich wie ein anderer, doch das Gesamtprodukt wirkt irgendwie undefiniert und chaotisch. In manchen Stücken kann man schon eine erkennbare Hookline und einen kompositorischen roten Faden finden. Der Indie-Rocker “Soju” ist trotz sich gelegentlich verändernder Intensität solch ein Track und zählt in meiner Ansicht zu den besseren Songs. Ebenso das bluesige “Without Guns” oder “Blow” mit seinem Stoner-Rock-Flair.
Es ist natürlich Ansichtsache, ob einem ein Album gefällt, bei dem gefühlte 25 Genres angeschnitten werden. Die einen werden es als ultimative Vielseitigkeit ansehen, die anderen als konturloses Durcheinander ohne individuelle Note. Ich muss mich mit zunehmender Dauer zu der zweiten Gruppe zählen, da den meisten Stücken auch jeglicher Hitcharakter abgeht. Es setzen sich kaum Eigenheiten der Songs im Gedächtnis fest. Man erinnert sich später hauptsächlich daran, dass DEL MOE viele Spielarten wild zusammen werfen und versuchen, daraus vielschichtige Songs zu erschaffen. Klar, vielschichtig sind sie und besonders das ganze Album, doch das ist nicht zwangsweise mit gut gleichzusetzen.

Von Boogie-Woogie konnte ich nichts entdecken, dafür spielen im Sound von DEL MOE Alternative, Rock, Metal, Stoner, Blues, Punk und diverse Unterarten dieser Stile eine Rolle. Um es auf einen Nenner zu bringen, kann man “Die High Butterfly” unter Alternative kategorisieren, obowhl es den variantenreichen Sound nur unzureichend beschreibt.
Ungeachtet der Abwechslung, die manchen vielleicht erfreuen wird, ist “Die High Butterfly” ein Werk, dass in meiner Ansicht am unteren Rande der kompositorischen Mittelmäßigkeit rangiert. Aber wie erwähnt: Hier werden sich massiv die Geister scheiden, und wer derart undefinierbare Genre-Mixe abfeiert, sollte das Album ruhig antesten.

Bewertung: 4.5 / 10

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