CD-Review: Enforcer - From Beyond

Besetzung

Olof Wikstrand - Gesang, Gitarre
Joseph Tholl - Gitarre
Tobias Lindqvist - Bass
Jonas Wikstrand - Schlagzeug

Tracklist

01. Destroyer
02. Undying Evil
03. From Beyond
04. One With Fire
05. Below The Slumber
06. Hungry They Will Come
07. The Banshee
08. Farewell
09. Hell Will Follow
10. Mask Of Red Death


Die Schweden ENFORCER zählen schon längst nicht mehr zu den Geheimtipps der Szene, konnten sie sich doch in den letzten Jahren durch bärenstarke Veröffentlichungen und intensive Liveshows bereits einen großen Namen erspielen. Seit dem letzten Album „Death By Fire“ (2013) ist mit Nuclear Blast nun auch noch ein großer Promoter mit im Boot. Die besten Voraussetzungen also, um nun so richtig durchzustarten. Was also hat das vierte Studioalbum „From Beyond“ zu bieten?

ENFORCER bleiben sich natürlich musikalisch weiterhin treu und feuern erneut ein klassisches Metal-Feuerwerk ab, welches zu jeder Sekunde den Spirit der Achtziger atmet, ihn aber überzeugend in die heutige Zeit transportiert. Es wird energisch gerifft und soliert, Sänger Olof bewegt sich weiterhin in hohen Sphären und die Produktion tönt differenziert sowie old-schoolig. Das Schöne dabei ist, dass die Schweden wieder einmal einige kleine Änderungen in ihrem Sound vorgenommen haben und dadurch mittlerweile erwachsener klingen. War der Vorgänger noch ein typisches Speed-Metal-Album, das 2010er Werk „Diamonds“ dagegen eher rockiger Natur, zeigen sich ENFORCER auf „From Beyond“ streckenweise von einer angenehm düsteren bzw. melancholischen Seite und wirken im Songwriting um einiges fokussierter. Einen Song wie den Titeltrack, der mit seinem schwermütigen Refrain und seiner irgendwie okkulten Atmosphäre zu den Highlights zu zählen ist, haben die Jungs auf jeden Fall bisher noch nicht geschrieben. Auch die zwei längeren Tracks, „Below The Slumber“ sowie „Mask Of Red Death“, glänzen mit einer bedrohlichen Stimmung und vielen versteckten Details, durch die ENFORCER geschickt die musikalischen Akzente setzen, die es braucht, um nicht auf der Stelle zu verharren. Ein „Hell Will Follow“ beispielsweise dürfte wohl einer der härtesten Tracks sein, den die Band bisher auf die Fans losgelassen hat.

Der Rest auf „From Beyond“ ist größtenteils klassischer Stoff, tönt jedoch wie bereits erwähnt reifer, ohne die ungestüme Energie der Jungs zu verlieren. Mit dieser Scheibe werden ENFORCER demnach noch ein ganzes Stück höher auf der Karriereleiter kommen und ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Fan klassischen Metals mit diesem Album nichts anfangen kann. „From Beyond“ ist zusammen mit der neuen Alpha Tiger auf jeden Fall das erste große Genre-Ausrufezeichen in diesem Jahr.

Bewertung: 9 / 10

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