Konzertbericht: Dark Easter Metal Meeting 2026

04.04.2026 - 05.04.2026 München, Backstage (Werk, Halle, Club)

Am Osterwochenende verwandelt das DARK EASTER METAL MEETING das Backstage München traditionell in ein Mekka für Metalfans: 32 Bands aus Black, Death und Doom-Metal locken Fans aus aller Welt an, um zwei Tage lang auf den drei Bühnen von Werk, Halle und Club extremen Klängen zu lauschen und auf dem gemütlichen Areal ein erstes Mal Festival-Feeling im noch jungen Jahr zu genießen. Auch für die 13. Auflage lässt einem das liebevoll kuratierte Billing schon im Vorfeld das Wasser im Mund zusammenlaufen – umso überraschender, dass das Event seit vielen Jahren erstmalig nicht bereits im Vorfeld ausverkauft ist. Zwar ist das Ticket – gerade in der für viele angespannten wirtschaftlichen Lage – nicht grade ein Schnäppchen. Der Mix aus extra für das Festival aus aller Welt eingeflogenen Live-Raritäten, nur bei wenigen Gelegenheiten präsentierten Special-Shows und handverlesenen Newcomern lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass hier „value for money“ geboten ist.


Aufgrund des umfangreichen Programms beschränken wir uns auf die Shows auf den zwei Hauptbühnen (Werk und Halle), ergänzt um einen Exkurs zu ausgewählten Shows aus dem Club.

Samstag, 04.04.2025

KOLDBRANN auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Im Werk eröffnen um 14:30 Uhr KOLDBRANN das DARK EASTER METAL MEETING 2026 in der größten der drei Venues, dem Backstage Werk – und zwar standesgemäß mit rohem Black Metal. Dass die Norweger auf eine mittlerweile 25-jährige Karriere zurückblicken, dabei aber seit 19 Jahren nicht mehr in München zu Gast waren, sorgt dafür, dass der Zuschauerraum schon zu so früher Stunde sehr gut gefüllt ist. Zu Recht: Insbesondere die alten Songs von „Moribund“ (2006) und „Nekrotisk Inkvisition“ (2003) mit ihrem Groove im lässigen Midtempo sind norwegischer Black Metal in seiner schönsten Form. Und mit Mannevond steht bereits jetzt einer der besten Sänger des Genres auf der Bühne – und zwar stimmlich wie auch hinsichtlich seiner Ausstrahlung. Dass die neueren Songs etwas sperriger sind und KOLDBRANN ihr 50-Minuten-Set auch noch um 5 Minuten ausweiten, macht die Show als Einstieg nicht gerade leicht verdaulich – trotzdem ist diese Show bereits ein Highlight des Festivals – zum frühest möglichen Zeitpunkt. [mg]

  1. Ingen Skånsel
  2. Et Uomtvistelig Falsum
  3. I Unaturens Vold
  4. Forstanden Seiler Sin Egen Sjø
  5. Koldbrann
  6. Kaosmanifest
  7. Moribund
  8. Djevelens Treskeverk
  9. Totalt Sjelelig Bankerott
  10. Inhumanitær Inngripen

SEVEROTH auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Die Halle, zweitgrößte Venue des Festivals, ist bereits eine gute Viertelstunde vor Auftrittsbeginn von SEVEROTH gut gefüllt. Leider kann die ukrainische Atmospheric-Black-Metal-Band diesen Vorteil nicht wirklich für sich nutzen: Zu verkrampft, zu wenig Präsenz auf der Bühne und jeglicher Verzicht von Showelementen in irgendeiner Form führen dazu, dass auch erste an das Publikum gerichtete Animationsversuche seitens Frontmann Illia Rafalskyi im Sand verlaufen. Ungefähr ab Halbzeit des Sets tauen sowohl Band als auch Publikum ein wenig auf, trotzdem kann die durchaus atmosphärische, wenn auch etwas generisch anmutende Musik von SEVEROTH nicht wirklich überzeugen. Dass das Publikum zwar körperlich, aber geistig noch nicht vollumfänglich anwesend scheint, tut mit den teilweise sehr kitschigen Keyboardelementen sein Übriges, um die Stimmung nicht grade eskalieren zu lassen. [sg]

  1. Winter Sang Her Lullaby
  2. Sunrise Will Come
  3. …And Winter In My Heart
  4. Far Above The Sky

Im Werk geht es mit URGEHAL noch „truer“ als beim Opener KOLDBRANN weiter. Auch diese waren 2007 zum letzten Mal in München – wie es der Zufall will, sogar auf der gleichen Tour wie KOLDBRANN (Headliner waren damals TAAKE). Nachdem URGEHAL-Sänger Trondr Nefas 2012 gestorben ist, lag die Band für zehn Jahre auf Eis, wurde dann für Memorial-Shows reaktiviert und spielt nun einige Anniversary-Shows zu „Goatcraft Torment“ (2006). Wie viel die Band, die heute auf der Bühne steht, wirklich mit URGEHAL zu tun hat, ist diskutabel – sind Drummer Uruz und Gitarrist Enzifer doch die einzigen Mitglieder von damals. Während das an den Instrumenten wenig macht, ist schade, dass am Gesang heute nicht Morten Shax (ENDEZZMA) sondern Sorath Northgrove (BEASTCRAFT) aushilft – dessen eher grunzige Vocals passen nicht so gut ins musikalische Gesamtbild. Ansonsten liefern URGEHAL aber wie erwartet erbarmungslos rabiat ab. Überraschend ist neben dem frühen Slot nur, dass im Zuschauerraum nicht noch mehr los ist – immerhin zählen URGEHAL zu den absoluten Underground-Heroen des norwegischen 1990er-Jahre-Black-Metal. [mg]

  1. Goatcraft Torment
  2. Risus Sardonius
  3. Antireligiøs
  4. Dødsmarsj Til Helvete
  5. Satanic Black Metal In Hell
  6. Nefastus Nex Necis
  7. Gathered Under The Horns
  8. Selvmordssalme
  9. Sentiment Of Chaos

SAKIS TOLIS auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026In der Halle gibt es eine weitere Rarität zur frühen Stunde: ROTTING-CHRIST-Fronter SAKIS TOLIS spielt Songs aus seinem Solowerk. Dass das Quartett, das außer Sakis selbst keine personellen Überschneidungen mit ROTTING CHRIST aufweist, über die letzten Jahre erst eine Handvoll Shows gespielt hat – die Letzte im Herbst 2025 – merkt man zu keiner Sekunde: Beeindruckend tight und im Stage-Acting absolut souverän liefern SAKIS TOLIS genau das, was die Fans in der gesteckt vollen Halle erhofft haben: melodische Songs zwischen Dark und Death Metal aus den beiden SAKIS-TOLIS-Alben, ergänzt um ein paar Stücke aus dem Werk des Griechen: So gibt es auch eines der düsteren Stücke von seinem anderen Projekt χ ξ ς’, sowie mit „Tou Thanatou“ und „Holy Mountain“ zwei ROTTING-CHRIST-Raritäten zu hören. Dass diese Show Spaß machen könnte, war zu erhoffen – mit seinem charismatischen Auftreten und den schlichtweg schönen Songs bereitet Arbeitstier Sakis Tolis seinen Fans eine mehr als nur gute Zeit – und das mit nicht geringem Aufwand: Für den umtriebigen Griechen geht es am Folgetag für eine ROTTING-CHRIST-Show nach Belgien, dann über Griechenland für fast zwei Monate in die USA. [mg]

  1. My Salvation
  2. We The Fallen Angels
  3. Among The Fires Of Hell
  4. Tou Thanatou (ROTTING-CHRIST-Cover)
  5. Seal 1 (Revelation 6:1-2): The Antichrist
  6. Orkizome
  7. Paranoia
  8. Welcome To My Party
  9. Holy Mountain (ROTTING-CHRIST-Cover)
  10. Live With Passion – Die With Honour
  11. Nocturnal Hekate (DAEMONIA-NYMPHE-Cover)

VINTERLAND auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Etwas melodischer als bei den beiden Werk-Shows zuvor wird es bei VINTERLAND – der vielleicht größten Überraschung im Billing: Die schwedische Melodic-Black-Metal-Band hatte mit „Welcome My Last Chapter“ 1996 ein in der Underground-Szene gefeiertes Album abgeliefert. Da VINTERLAND seitdem aber nichts mehr veröffentlicht und quasi keine Shows gespielt haben, waren VINTERLAND stets eher Mythos als Legende. Und vielleicht wären die Schweden besser damit gefahren, es dabei zu belassen: Außer ihrem Seltenheitswert hat die Band nicht viel in die Waagschale zu werfen, eine meist monochrome Lichtshow trifft auf monotone Riffs, aus denen nur gelegentlich hübsche Melodien herausstechen. Wie schon bei SACRAMENTUM 2023, deren letzte kreative Phase ebenfalls in den 1990er-Jahren lag, klappt es trotzdem nicht, die eisige Atmosphäre der Songs auch live heraufzubeschwören – obwohl VINTERLAND (in Ermangelung an Alternativen) das Album komplett spielen. Das Interesse der Besucherinnen und Besucher lässt entsprechend rapide nach, das Werk leert sich über die 50 Minuten Spielzeit merklich. In der Theorie war dieses Booking ein großer Coup – in der Realität aber leider enttäuschend. [mg]

  1. Our Dawn Of Glory
  2. I’m An Other In The Night
  3. So Far As Beyond…
  4. A Castle So Crystal Clear
  5. As I Behold The Dying Sun
  6. Vinterskogen
  7. Still The Night Is Awake
  8. A Winter Breeze
  9. Wings Of Sorrow

AUĐN auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Deutlich mehr Atmosphäre kreieren AUÐN in der Halle: Die Isländer haben das Publikum ab der ersten Sekunde vollends im Griff. Frontmann Hjalti Sveinsson ist eine Rampensau, die ihresgleichen sucht, und springt wie ein beeindruckend keifender Derwisch von einem Bühnenende zum anderen, während sich die restliche Band ebenso energetisch ihrer Performance hingibt. Dass die Truppe in ihren schwarzen Anzügen und (zumindest vier Sechstel) Kurzhaarfrisuren ein bisschen was vom örtlichen Sparkassenverband hat, der mal einen draufmachen möchte, tut der Sache keinen Abbruch: Im Gegenteil, die optische Kontrapunktierung funktioniert im Zusammenhang mit dem perfekt gespielten atmosphärischen Black Metal, der durchaus auch Versatzstücke von anderen extremeren Metalstilen beinhaltet, hervorragend und kommt dabei, den Landsleuten SÓLSTAFIR nicht unähnlich, extrem lässig rüber. Ein ehrlicher, durch viel Interaktion mit dem Publikum auch unglaublich sympathischer Auftritt einer coolen und abwechslungsreichen Band. [sg]

  1. Verður Von Að Bráð
  2. Drepsótt
  3. Einn Um Alla Tíð
  4. Eldborg
  5. Þjáning Heillar Þjóðar
  6. Haldreipi Hugans
  7. Prísund
  8. Vökudraumsins Fangi

FIRESPAWN auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Im Werk folgt die nächste Live-Rarität aus diesem an exquisiten Bands wahrlich nicht armen Festival-Billing: die schwedischen Deather FIRESPAWN. Die um L-G Petrov herum formierte Death-Metal-Band war live nie sonderlich aktiv – mit seinem Tod 2021 schien das Kapitel FIRESPAWN dann ganz abgeschlossen. Doch wider Erwarten wurde die Band reaktiviert, und nach ihrem Live-Comeback in Stockholm im März steht heute die erst zweite Show an. Dafür, und für den Umstand, dass hier Musiker von GRAVE, UNLEASHED und ENTOMBED am Start sind, füllt sich das Werk überraschend langsam – und sieht man von einigen Begeisterten ab, die wild headbangen und moshen, fallen die Reaktionen insgesamt eher verhalten aus: So lässt das Publikum Sänger Jörgen Sandström bei seinen Ansagen mehr als einmal mit eisigem Schweigen auflaufen – und während die Fans beim Scream (anstelle einer Schweigeminute) für L-G Petrov noch brav mitmachen, wirkt nach unzähligen Verweisen durch Backdrop und L-Gs Kutte auf der Bühne sowie Widmungen in fast jeder Ansage die „Trauerrede“ von A. Impaler bei allem Verständnis dann doch etwas zu viel – zumindest, wenn man gleichzeitig noch mit Death Metal für Stimmung sorgen möchte. [mg]

  1. The Gallows End
  2. Full Of Hate
  3. Death And Damnation
  4. Ruination
  5. The Hunter
  6. Serpent Of The Ocean
  7. Heathen Blood
  8. The Emperor
  9. All Hail
  10. Lucifer Has Spoken

SCHAMMASCH auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Ganz anders sieht es bei SCHAMMASCH aus, die anschließend in der Halle aufspielen: Wer die Schweizer sehen möchte, muss früh da sein – denn schon zum Showbeginn platzt die Halle fast aus allen Nähten. Überraschend kommt das nicht: Schon mit ihrem liebevoll ausstaffierten Bühnenbild inklusive der Roben machen die Schweizer einiges her. Für die Musik gilt das nur in Maßen: Zwar kann man sich durch die fast meditative Atmosphäre der überlangen Songs gut einlullen lassen, markante Ankerpunkte, die hängen bleiben, bieten SCHAMMASCH hingegen wenig. Was daran aber, wie oft behauptet, Avantgarde sein soll, erklärt sich nicht von selbst. Ob die Songs ohne Kostümierung so viel Interesse wecken würden, ist zumindest fraglich. Das in sich stimmige Gesamtwerk verdient trotzdem Respekt. Zumal das Publikumsinteresse SCHAMMASCH recht gibt – wennschon allzu euphorische Sympathiebekundungen heute ausbleiben. [sg]

  1. They Have Found Their Master
  2. Golden Light
  3. A Paradigm Of Beauty
  4. Metanoia
  5. I Hail You, Old Ocean

BLACKBRAID auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Wer befürchtete, dass die Native-American-Black-Metaller BLACKBRAID nicht als Headliner des DARK EASTER METAL MEETING geeignet wären, wird schnell eines Besseren belehrt: Die Band um den mexikanisch-stämmigen Frontmann Jon Krieger alias Sgah’gahsowáh ziehen mehr Fans und Neugierige ins Werk als alle anderen Bands zuvor (wie auch am Folgetag) – und auch die Reaktionen auf die Performance fallen deutlich euphorischer aus als bei den meisten anderen Shows an diesem Wochenende. Wer mit der Band nicht vertraut ist, dürfte vom schnörkellosen, nahezu traditionellen Black-Metal überrascht sein – über weite Strecken der Show beschränkt sich der „Native-American-Influence“ auf die Kriegsbemalung der Musiker. Erst in der zweiten Hälfte der Show packt Jon in einem Akustikgitarren-Interlude die Flöte aus, ehe mit „Sacandaga“ einer ihrer bekanntesten Songs folgt.

BLACKBRAID auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Der große Unterschied zu vielen der längst etablierten Acts ist die unbändige Energie, mit der BLACKBRAID ihre Songs aufladen: Dass nicht jedes Riff, nüchtern analysiert, einen Preis gewinnen würde, wird völlig irrelevant angesichts des Feuereifers, mit dem das Quartett die Songs darbietet. Der Einsatz zahlt sich aus: Am Ende der Show verlangt das Publikum lauthals nach einer Zugabe, die die Band nach einer kurzen Pause tatsächlich noch in Form einer Kurz-Version von „A Song Of Death On Winds Of Dawn“ in ihre Stagetime quetscht. Ob das Ganze nun als „Native-American-Black-Metal“ gebrandet ist oder nicht, macht am Ende des Tages keinen Unterschied: Hier und heute haben BLACKBRAID einen Arbeitssieg errungen. [mg]

  1. Celestial Bloodlust
  2. Wardrums At Dawn On The Day Of My Death
  3. The Spirit Returns
  4. The Wolf That Guides The Hunters Hand
  5. The River Of Time Flows Through Me
  6. The Dying Breath Of A Sacred Stag
  7. Twilight Hymn Of Ancient Blood
  8. Sacandaga
  9. Barefoot Ghost Dance On Blood Soaked Soil
    —
  10. A Song Of Death On Winds Of Dawn

SECRETS OF THE MOON auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Dass sich die Halle trotzdem schon vor der fünfminütigen Pause zwischen den Sets in den verschiedenen Venues merklich füllt, ist ein Indikator für eine weitere „Special Show“, diesmal aus dem deutschen Black Metal: s.G., Thelemnar und Daevas von den eigentlich aufgelösten SECRETS OF THE MOON haben sich nochmals zusammengefunden, um den 20. Geburtstag ihres wegweisenden Albums „Antithesis“ (2006) zu zelebrieren. Dass die Band in dieser Konstellation heute erstmalig auf der Bühne steht, merkt man zwar noch an der einen oder anderen kleinen Unsicherheit – sich daran zu stören wäre jedoch angesichts der Darbietung lächerlich: Mit drei Gitarren und zum krönenden Abschluss in „Lucifer Speaks“ mit C.S.R. von SCHAMMASCH als Gastsänger entfesseln SECRETS OF THE MOON noch einmal die unbändige Kraft ihres rund 50-minütigen Meisterwerks in voller Länge. Inwieweit die (temporäre) Rückkehr nur vier Jahre nach ihrem Ende („Für immer.“) der Integrität der Band guttut, steht auf einem anderen Blatt. Als Fan der Band sollte man diese Special-Show jedoch keinesfalls verpassen. [mg]

  1. Versus
  2. Ordinance
  3. Confessions
  4. Metamorphosis
  5. Ghost
  6. Seraphim Is Dead
  7. Lucifer Speaks

UNLEASHED auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Gar nicht erst ans Aufhören denken UNLEASHED – vielmehr stehen die Schweden wie ein Fels in der Brandung: Die Death Metaller sind seit über 37 Jahren im Business (davon 31 Jahre in der aktuellen Besetzung). Entsprechend professionell präsentieren sie ihren knochentrockenen und knüppelharten Old-School-Death-Metal den unkaputtbaren Fans im zu später Stunde noch etwa halbgefüllten Werk. Obwohl man dem Publikum die kräftezehrenden letzten zehn Stunden deutlich anmerkt, springt der Funke direkt über, und sogar für einen Circle Pit und etwas Crowdsurf-Action lassen sich noch letzte Kräfte mobilisieren – sehr zur Freude von Frontmann Johnny Hedlung, der das Geschehen mit flapsigen Sprüchen quittiert. Die Songauswahl umfasst nahezu alle Schaffensphasen des Quartetts, angefangen von Songs des 1991er-Debüts „Where No Life Dwells“ bis hin zum 2025 erschienenen 15. Album „Fire Upon Your Lands“. Somit dürfte wirklich jeder Fan zufrieden gestellt sein – wobei man der Fairness halber sagen muss, dass das Songwriting von UNLEASHED prinzipbedingt nicht viel Variation bietet. Das gilt auch für die Show selbst: Viel Action gibt es nicht, lediglich das obligatorische Trinkhorn mit Met findet gegen Ende seinen Weg auf die Bühne – und wird wie üblich über den ersten Reihen des Publikums geleert. Ein schöner Abschluss für den ersten Festivaltag. [sg]

  1. To Asgaard We Fly
  2. Destruction (Of The Race Of Men)
  3. Don’t Want To Be Born
  4. Hammer Battalion
  5. To My Only Son
  6. Hold Your Hammers High!
  7. No Sign Of Life
  8. The Longships Are Coming
  9. War Comes Again
  10. The Immortals
  11. The Dark One
  12. Into Glory Ride
  13. The Hunt For White Christ
  14. Death Metal Victory
Exkurs: Club-Bühne

Das kanadische Black-Gaze-Quintett MISERERE LUMINIS, machen auf der Bühne einiges her: Drei Gitarren und drei Sänger im Depressive-Black-Metal-Style, mit Einflüssen aus Post-Rock bis Jazz versprechen viel – und tatsächlich weiß die Truppe mit einem intensiven und technisch eindrucksvollen Set restlos zu überzeugen. So voll wie der Club ist, hätte das Ganze vielleicht sogar in der nächstgrößeren Location funktioniert – zumal die Band mit ihren metallisch anmutenden Masken à la IMPERIAL TRIUMPHANT auch optisch was hermacht. [sg] Parallel zu SCHAMMASCH angesetzt, haben es TODOMAL nicht leicht. Wer sich zwischen all dem Geknüppel jedoch nach etwas entspannteren Klängen sehnt, ist bei den rockigen Spaniern goldrichtig. [mg]

BLACKBRAID auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026
BLACKBRAID auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026

Sonntag, 05.04.2025

War der Vortag bei bedecktem Himmel und eher kühlen Temperaturen noch nicht so richtig gemütlich, kommen am Ostersonntag Frühlingsgefühle auf: Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 20 °C lädt das gemütliche Areal des Backstage-Biergartens sowie der vielseitig besetzten Merchandise-Area zum Entspannen zwischen den Shows ein. Freilich bleibt es auch an Tag 2 des DARK EASTER METAL MEETING namensgebend musikalisch düster.

LIK auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Tatsächlich beginnt Tag zwei, wie der erste endete: LIK beschallt ein teilweise offensichtlich latent verkatertes Publikum im trotzdem bereits gut gefüllten Werk mit Oldschool-Schweden-Death. Das funktioniert besser als bei den beiden bisher gesehenen Bands des Genres: Gleich mit dem Opener „Deceased“ räumen LIK kompromisslos alles aus dem Weg, was nicht Platz oder mitmacht, und sorgen so von Anfang an für richtig gute Stimmung. Daran ändert sich auch über den Rest der 50 Minuten nichts: sympathisch und mit Witz liefern LIK eine durchweg mitreißende Show, die auch spannend bleibt, wenn das Quartett mal vom Gas geht. Dass der neue Schlagzeuger Emil Wiksten nur zwei Wochen Vorbereitungszeit auf das Konzert hatte, macht seine ohnehin großartige Performance noch bemerkenswerter. Ein ziemlich perfekter Start in den Tag. [sg]

  1. Deceased
  2. War Praise
  3. Serum 141
  4. Morgue Rat
  5. Decay
  6. Funeral Anthem
  7. Dr. Duschanka
  8. Ghoul
  9. They
  10. Worms Inside
  11. Le Morte Homme
  12. To Kill

THRON auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026In der Halle beginnt der Tag mit einer Premiere: In über zehn Jahren Bandgeschichte und mit bereits fünf Alben auf dem Konto haben es THRON noch nicht nach München geschafft. Es war also höchste Zeit – denn Fans haben die Baden-Württemberger augenscheinlich auch hier: Die Halle ist zur frühen Stunde bereits komplett gefüllt. Dass THRON seit 2022 mit dem Schweizer Jöschu Käser (u.A. FORGOTTEN TOMB, AARA, PORTA NIGRA, live für THY LIGHT und NORNIR) einen Ausnahme-Drummer in ihren Reihen haben, hört man fast schon zu deutlich heraus: Bei aller technischen Brillanz ist das Schlagzeugspiel mitunter ein wenig zu dominant gemischt – die melodischen Soli und rockigen Riffs, mit denen THRON auf ihren Alben punkten können, kommen dagegen kaum an. An Energie und Engagement mangelt es THRON jedenfalls nicht, was vom Publikum mit viel Beifall quittitert wird. [mg]

  1. To Dust
  2. Astral Materia
  3. The Tyranny Of I
  4. One Truth, One Light
  5. A Paradox
  6. The Serpent’s Path
  7. The Hunter And The Prey
  8. The Prophet
  9. Return…

ENTHRONED auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Wie ein Easter-Egg wirkt es, dass in der Running-Order direkt auf THRON ENTHRONED folgen. Die Belgier haben die dritte Dekade ihres Bestehens auch schon erfolgreich abgeschlossen – und das, ohne ihren Stil nennenswert zu modifizieren: Unglaubliches Tempo und pure Raserei sind die wichtigsten Komponenten im truen Black Metal der Formation, die von Bandkopf Nornagest ins Feld geführt wird. Dieser ist – immerhin seit 1995 dabei – quasi auch die Band in Person, da sich Schlagzeuger Menthor (immerhin seit 2012 dabei) von Krzysztof Klingbein vertreten lässt, während der Rest der Truppe entweder frisch (T. Kaos, Gitarre) oder nur als Session-Musiker (J. Goat, Gitarre; V.S.C., Bass) dabei ist. Qualitativ tut das der Performance keinen Abbruch – dass ENTHRONED mehr als fünf Minuten zu früh aufhören, zeugt jedoch nicht unbedingt von maximaler Motivation. Bedauerlich ist das nur in Maßen: Wie auf Platte haben ENTHRONED auch live nicht mehr als Durchschnittskost zu bieten, und das zunächst gut gefüllte Werk ist über die Show hinweg spürbar leerer geworden. [mg]

  1. Raviasamin
  2. Deathmoor
  3. Ashspawn
  4. Hosanna Satana
  5. Rites Of The Northern Fullmoon
  6. Through The Cortex
  7. Sightless
  8. Basilisk Triumphant
  9. Of Feathers And Flames

DECEMBRE NOIR auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Gewissermaßen einen Gegenpol zu LIK stellen DÉCEMBRE NOIR dar: Die Thüringer spielen auch Death Metal, allerdings etwas progressiver, melodischer und atmosphärischer – ohne dabei auf technische Prügelpassagen zu verzichten. Das Resultat is hier und da frühen PARADISE LOST nicht ganz unähnlich. Für Abwechslung sorgen zudem vereinzelte Black-Metal-Ausbrüche in Form von Blastbeats und Screams. Die Band hat Spaß, das Publikum in der angenehm vollen Halle ebenfalls – so ist nicht viel Überzeugungsarbeit seitens Sänger Lars Dotzauer nötig, als er das Publikum zur „Wall Of Doom“ auffordert: Nichts machen außer stehen bleiben und zuhören. Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Auftritt aber ist, dass DÉCEMBRE NOIR den Ausstieg von Bandleader Sebastian Görlach (Gitarre) vor zwei Jahren sowie Bassist Stephan Hünniger im letzten Jahr gut überstanden haben. [sg]

  1. Pale Serenades
  2. Hope/Renaissance
  3. Small.Town.Depression
  4. Against The Daylight
  5. The Forsaken Earth
  6. Streets Of Transience
  7. Your Sunset / My Sunrise

THYRFING auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Mit ihrem Pagan Black Metal sind THYRFING im ansonsten sehr truen Billing des diesjärhigen DARK EASTER METAL MEETING fast schon Exoten. Wobei „Pagan“ irreleiten könnte: Fröhliche Tanzmusik braucht man bei der Band um Ex-NAGLFAR-Sänger Jens Ryden nicht zu erwarten – und auch optisch stehen die Schweden in ihren blutverschmierten Lumpenkleidern den ganz Harten in nichts nach. Dafür wissen THYRFING für gewöhnlich mit einer Extraportion Atmosphäre zu überzeugen – sowohl in der Musik, als auch durch die Inszenierung, die mit Videoleinwand sogar multimedial gestaltet ist. All das funktioniert heute, beim ersten Gastspiel der Truppe in München seit 13 Jahren, leider nur begrenzt: Die Bühne ist viel zu dunkel, sodass man die Musiker im diffusen Nebel von weiter hinten kaum noch sieht. Die Musik ist dagegen so ohrenbetäubend laut, dass es zumindest in den vorderen Reihen in den Ohren schmerzt. Eingefleischte Fans lassen sich die Laune davon nicht verderben – neue Fans dürften THYRFING heute – völlig unverschuldet – eher nicht hinzugewonnen haben. [mg]

  1. Farsotstider
  2. Vansinnesvisan
  3. Sweoland Conqueror
  4. Veners Förfall
  5. Fredlös
  6. Jag Spår Fördärv
  7. …Ty Mörkret Skall Falla
  8. Digerdöden
  9. Från Stormens Öga

RUÏM auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026In der Halle steht ein mit Spannung erwarteter Auftritt an: Ex-MAYHEM-Gitarrist Rune „Blasphemer“ Eriksen präsentiert sein neues Projekt RUÏM – zum erst sechsten Mal überhaupt. Die prominente Personalie kombiniert mit dem Seltenheitswert sorgt dafür, dass die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Und ohne CWFEN etwas Böses zu wollen, die zeitgleich im Club spielen, muss man sagen: Wer sich diese Show entgehen lässt, hat einen Fehler begangen. Was auf oberflächlicher Ebene einfach düsterer Black Metal ist, zu dessen atmosphärischer Vollendung nur noch etwas Feuer auf der Bühne fehlt, gewinnt bei genauerem Hinhören durch komplexes Riffing an Tiefe. Hätte das bisher Gebotene schon für einen tollen Gig gereicht, setzt Blasphemer noch einen drauf und spielt mit RUÏM „I Am Thy Labyrinth“ und „Fall Of Seraphs“ von der EP „Wolf’s Lair Abyss“ – nicht ohne eine Spitze in der Ankündigung: „I wrote them for a band … don’t know if they exist anymore … they were called MAYHEM!“ Nun ist Nornagest (ENTHRONED), der dabei den Gesang übernimmt, kein Maniac – dasselbe gilt allerdings für Attila Csihar. Näher am Original ist die heutige Interpretation allemal. Einfach nur wow! [mg]

  1. Blood.Sacrifice.Enthronement
  2. The Triumph (Of Night & Fire)
  3. The Black House
  4. Black Royal Spiritism
  5. Evig Dissonans
  6. I Am Thy Labyrinth (MAYHEM-Cover)
  7. Fall Of Seraphs (MAYHEM-Cover)
  8. O Sino Da Igreja

1914 auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Letztes Jahr waren die Ukrainer 1914 von einer Ausreisesperre des Kultusministeriums betroffen und mussten infolgedessen ihre Europatour kurzfristig absagen. Dieses Jahr lief nun alles glatt und so stehen die fünf Musiker pünktlich um 20 Uhr auf der Werks-Bühne vor kaum weniger Fans als BLACKBRAID am Vortag. Ansonsten haben die Shows wenig gemein – was nicht nur am Genre liegt, das die Bands jeweils bedienen: Passend zur Thematik agieren 1914 sehr bedächtig. Die Musiker stehen in ihren uniformhaften Gewändern eher statisch, während Fronter Dmytro Kumar – zunächst mit Ukraine-Flagge in der Hand – gesenkten Hauptes die Bühne abschreitet. Etwas mehr Licht auf den Musikern wäre aber, wie schon bei THYRFING, wünschenswert gewesen – von der Dunkelheit, in der die Musiker fast ganz versinken, profitieren allerdings die Videoprojektionen von Bildmaterial aus dem Ersten Weltkrieg.

Zu einem kleinen Eklat kommt es, als der 1914-Sänger in einer Ansage den Angriffskrieg Russlands thematisiert: Wohl, weil ein Zuschauer mutmaßlich Unmut über das politische Statement kundtut, unterbricht Kumar die Show und weist ihn grob mit „Fuck You! War Is Not Politics!“ in seine Schranken. Souverän wirkt das nicht – in Anbetracht des Umstandes, dass sich sein Heimatland seit über einem Jahrzehnt im Kriegszustand befindet, ist diese Reaktion aber verständlich. Der Großteil des Publikums sieht das wohl ähnlich: Der folgende Aufruf, die Ukraine weiterhin zu unterstützen und nicht im allgemeinen Chaos der Welt zu vergessen, wird vom Publikum mit tosendem Applaus quittiert. Aber auch rein musikalisch sticht der Auftritt heraus: Die Band spielt ihren doomigen Death Metal technisch perfekt. Daran ändert auch der Ausfall des Gesangsmikrofons zu Beginn des letzten Songs nichts – und nachdem er Ersatz bekommen hat, macht der Sänger noch einen kleinen Ausflug durchs Publikum. Ohne Frage einer der intensivsten Auftritte des Festivals! [sg/mg]

  1. FN .380 ACP#19074
  2. Vimy Ridge (In Memory Of Filip Konowal)
  3. 1915 (Easter Battle For The Zwinin Ridge)
  4. 1916 (The Südtirol Offensive)
  5. 1917 (The Isonzo Front)
  6. Passchenhell

In der Halle geht es mit WHOREDOM RIFE anschließend deutlich „banaler“ weiter: Statt politisch und emotional aufgeladenem Death Metal gibt es Black Metal der klassischsten Machart – schnell und aggressiv, dabei aber auch von beeindruckender Präzision und Schärfe. Kombiniert mit einem stimmungsvollen Lichtkonzept ergibt das eine Show wie aus dem Lehrbuch. Dass die Band damit zur vorgerückten Stunde am zweiten Tag eines Black-Metal-Festivals die Halle voll bekommt, sagt dennoch einiges über das Ansehen, das die erst 2014 gegründete, aber mit vier Alben sehr releasefreudige Band um Songwriter und Schlagzeuger Vegar Ytterdal Larsen alias Vyl (ex KEEP OF KALESSIN) genießt. [mg]

  1. Curse Of The Moon
  2. Den Vrede Makt
  3. Cursing The Storm To Come
  4. From Nameless Pagan Graves
  5. Ravenous
  6. Summoning The Ravens
  7. Beyond The Skies Of God

TRIPTYKON auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Auf das TRIPTYKON-Konzert dürften viele mit Spannung gewartet haben, immerhin hatte die Band im Vorfeld ein Special-Set zum 20-jährigen Jubiläum des legendären CELTIC-FROST-Albums „Monotheist“ versprochen. Und was soll man sagen: Ein gut gelaunter und für die Einladung sichtlich dankbarer Tom G. Warrior untermauert mit Hilfe seiner drei Mitstreiter eindrucksvoll den Legendenstatus von CELTIC FROST, aber auch das Standing, das TRIPTYKON als deren Erben in der Szene haben: In wuchtigem Sound und technisch astrein dargeboten gibt es zwar nicht, wie bei den „richtigen“ TRIPYKON-plays-CELTIC-FROST-Shows nur CELTIC-FROST-Songs zu hören – dafür aber eine wirklich spektakuläre Songauswahl.

TRIPTYKON auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Das beginnt gleich mit dem Opener „Progeny“, den der Frontmann heute zum ersten Mal mit TRIPTYKON live aufführt, und reicht bis „Domain Of Decay“, der überhaupt erst einmal live zu hören war. Abgerundet wird die Tom-Warrior-Werkschau durch je einen Song von „Into The Pandemonium“ (1987) und „To Mega Therion“ (1985), sowie drei TRIPTYKON-Nummern. Nicht nur musikalisch weiß das Quartett das fast bis auf den letzten Platz gefüllte Werk vollumfänglich zu begeistern: Aufgelockert durch die stets bodenständig-sympathischen Ansagen von Tom Warrior und – als Live-Premiere – einer Ansage von Gitarrist V. Santura („Servus Minga!“) braucht der Auftritt keinerlei Showelemente, um über die volle Länge von 75 Minuten mitzureißen. Am Ende reicht es eben völlig aus, wenn eine Band in der Lage ist, gute Songs gut darzubieten. Und das gelingt dem Schweizer – seinen ständigen Verweisen auf sein hohes Alter zum Trotz – nach wie vor mustergültig. [sg/mg]

  1. Progeny (CELTIC-FROST-Cover)
  2. Ground (CELTIC-FROST-Cover)
  3. A Dying God Coming Into Human Flesh (CELTIC-FROST-Cover)
  4. Goetia
  5. Altar Of Deceit
  6. Sorrows Of The Moon (CELTIC-FROST-Cover)
  7. Aurorae
  8. Circle Of The Tyrants (CELTIC-FROST-Cover)
  9. Domain Of Decay (CELTIC-FROST-Cover)
  10. Synagoga Satanae (CELTIC-FROST-Cover)

DARKHER auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026Den Festivalabschluss in der Halle übernimmt die englische Band DARKHER, die ihren folkig-doomigen Gothic-Rock in Zweierbesetzung, bestehend aus Sängerin Jayn Hanna Wissenberg an Gitarre und Mikrofon sowie Drummer Shaun Taylor-Steels. Das Ergebnis ist allen Unkenrufen, die Band könnte auf dem DARK EASTER METAL MEETING fehl am Platz sein, zum Trotz ein ziemlich lautes und noisiges Brett, angenehm lebendig nicht zuletzt durch das großartige Zusammenspiel der beiden. In Verbindung mit dem etwas klischeehaften Räucherstäbchenduft, einer klasse Lichtshow und viel Nebel schaffen es DARKHER unter Verzicht jeglicher Interaktion mit dem Publikum selbiges vollständig einzulullen – was nach zwei langen Festivaltagen aber vielleicht auch nicht mehr allzu schwer ist. Für sich genommen eine wirklich rundum gelungene Darbietung und musikalisch ein schöner Kontrapunkt zu den vielen deutlich härteren Bands im Billing. [sg]

  1. Forgone
  2. Hollow Veil
  3. Love’s Sudden Death
  4. Ghost Tears
  5. The Poison
  6. Where The Devil Waits
  7. The Dawn Brings a Saviour
  8. Wars
  9. Lowly Weep
  10. Unbound
  11. Lament
  12. Moths

GRAVE auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026In guter Tradition klingt das DARK EASTER METAL MEETING alles andere als sanft aus. In diesem Jahr sind es GRAVE, die es auf dem letzten Slot nochmal krachen lassen. Das ist wörtlich zu verstehen, hämmert der Oldschool Death Metal der Schweden doch in einer Lautstärke aus den Boxen, die alles bisher Gehörte übertrifft. Doch nicht nur die nackten Dezibel, auch das Gebotene ist in der Lage, Tote zum Leben zu erwecken: Zum ersten Mal überhaupt spielen GRAVE die 1987 noch unter dem Bandnamen CORPSE veröffentlichte erste 3-Track-Demo „Black Dawn“ am Stück, wobei der Track „Life In Disgrace“ knapp 40 Jahre nach seiner Entstehung Live-Premiere feiert. Auch sonst ist das Set „oldschool“ und komplett aus den ersten beiden GRAVE-Alben „Into The Grave“ (1991) und „You’ll Never See“ (1992) zusammengesetzt.

Etwas schade ist, dass die Band dazu nicht im Oldschool-Line-up antritt, das in den letzten Monaten für Furore gesorgt hat: Da Sänger/Bassist Jörgen Sandström aber nach seiner Performance mit FIRESPAWN am Vortag mit dieser Band zum Inferno Festival nach Oslo musste, stehen GRAVE heute erstmalig als „Misch-Formation“ auf der Bühne: Zwar sind neben Gitarrist Ola Lindgren auch heute die beiden Vetaranen Jonas Torndal (Gitarre) und Jens „Jensa“ Paulsson (Schlagzeug) dabei. Den Gesang übernimmt Ola Lindgren aber wieder selbst, während als Bassist Tobias Christiansson reaktiviert wurde. Nachteilig wirkt sich das nicht aus, da insbesondere Drummer Jensa den neuen alten Stil prägt, Christiansson ein herausragender Bassist ist und Ola als Frontmann seinen ganz eigenen Charme hat. Ob er nun scherzhaft bemerkt, dass die Show für alte Herren wie sie weit jenseits der üblichen Schlafenszeit läge, oder mehrfach anmerkt, dass ihm nichts mehr das Wochenende verderben kann, nachdem er Tom Warrior live spielen sehen durfte: GRAVE kann man nur lieben. Entsprechend überrascht es nicht, dass das Werk selbst bei dieser letzten Show des DARK EASTER METAL MEETING 2026 noch mehr als gut gefüllt ist. [mg]

  1. Deformed
  2. Day Of Mourning
  3. Morbid Way To Die
  4. For Your God
  5. Christi(ns)anity
  6. Black Dawn (CORPSE-Cover)
  7. Life In Disgrace (CORPSE-Cover)
  8. Rise Again (CORPSE-Cover)
  9. Into The Grave
  10. Extremely Rotten Flesh
  11. Brutally Deceased
  12. You’ll Never See
  13. And Here I Die
Exkurs: Club-Bühne

Eine Überraschung des Festivals ist für viele sicherlich die Okkult-Rock-Shoegaze-Kombo CWFEN, die nachmittags den gut gefüllten Club bespielt. Obwohl die 2022 gegründete Band bislang nur ihr Debüt „Sorrows“ (2025) im Gepäck hat, spielen die Schotten ein stimmungsvolles Set, das auch anfängliche tontechnischen Probleme nicht stören kann. Dasselbe gilt auch für die Italiener PONTE DEL DIAVOLO, die das Publikum mit ihrem „Blackened Post-Punk“ souverän und (zumindest, wenn man sich auf die charismatische und spitzbübisch dauergrinsende Frontfrau Erba Del Diavolo fokussiert) ironisch-theatralisch in ihren Bann ziehen. Musikalisch abwechslungsreich und ungemein sympathisch waren die Italiener auf jeden Fall ein heimliches Highlight des Festivals. [sg] Von HAIL SPIRIT NOIR ist nicht weniger zu erhoffen – allerdings haben die Griechen einige Hürden zu meistern: Ihr Avantgarde Black Metal lockt nach einem langen Tag und zudem zeitgleich mit DARKHER nicht gar so viele Fans in den Club, worunter die Stimmung etwas leidet. Auf der Bühne wiederum kommen technische Probleme (gerissene Saite) und der Fakt, dass Sänger Arne Vandenhoeck (MARCHE FUNÈBRE) heute sein Debüt mit der Band gibt, erschwerend hinzu. Und obendrein geht die stilprägende Hammond-Orgel im Gesamtsound unter. Für Fans ist die erste Show der Band in Bayern trotzdem ein Highlight. [mg]

TRIPTYKON auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026
TRIPTYKON auf dem DARK EASTER METAL MEETING 2026

Fazit

In seiner 13. Ausgabe überzeugt das DARK EASTER METAL MEETING nicht nur auf dem Papier mit einem spektakulären Billing, sondern auch in der Umsetzung: Der Ablauf ist – vom entspannten Einlass bis zum pünktlichen Ende (an beiden Tagen) – reibungslos. Von einzelnen Shows abgesehen, bei denen Halle (SCHAMMASCH) und Club ( MISERERE LUMINIS, NORNIR) an ihre Grenzen kommen, sind die Bands hinsichtlich ihres „Platzbedarfs“ perfekt auf die drei Venues verteilt. Trotz teils extremer Klänge ist der Sound in allen drei Locations – ungünstige Positionen in den jeweiligen Venues mal ausgeklammert – nahezu durchgehend perfekt. Einzig in Sachen Lightshow hätte man sich bisweilen einen Goethe herbeigewünscht, der den Zuständigen seinen letzten Wunsch mitteilt.

Was die allgemeine Infrastruktur angeht, tut sich das DARK EASTER METAL MEETING schon ob seiner Heimat, dem Backstage München, hervor: Das Außenareal mit Biergarten ist so gemütlich, dass es bisweilen schwierig wird, noch einen freien Platz zu ergattern – aber so kommt man auch immer wieder mit unterschiedlichen Musikfans ins Gespräch. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Zu akzeptablen Preisen gibt es eine große Auswahl, auch vegetarischer und veganer Speisen. Neben den obligatorischen Burgern, Pommes usw. geben Optionen wie Kasspatzen, Leberkassemmel oder (wahlweise veganer) Bratwurst dem Event – zusammen mit Spezi und bayerischem Bier – kulinarisch einen Hauch von Lokalkolorit. Dass Getränke in den kleineren Venues auch in Flaschen statt Plastikbechern ausgegeben werden, ist ebenso ein Pluspunkt wie die Porzellanschüssel anstelle von Plastikdixis am anderen Ende des Nahrungskreislaufs – wennschon der Zustand der Sanitäranlagen zu fortgeschrittener Stunde mitunter zu wünschen übrig lässt.

Und dann sind da natürlich noch die Bands. Dass ein Newcomer wie BLACKBRAID, aber auch bewährte Band wie TRIPTYKON (auf den Spuren der legendären CELTIC FROST) als Headliner funktionieren, zeigt eindrucksvoll, worauf es wirklich ankommt: Nicht auf das große Spektakel oder den großen Namen, sondern darauf, dass die Musiker für ihre Kunst brennen. Das kann man mit Fug und Recht über so ziemlich jede der 32 Bands im diesjährigen Billing sagen. Was will man mehr? [mg/sg]

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Moritz GrützStephan Gossen

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